- 17.09.2008, 20:46:03
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"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Häuselbauer in Tirol nervös"
Wenn sich die weltweiten Aktienkurse nicht erholen, droht Tirol eine Mini-Subprime-Krise. (Von FRANK STAUD)
Innsbruck (OTS) - In Tirol boomen wie in keinem anderen Bundesland
die Fremdwährungskredite. In der Regel nehmen Wohnungskäufer oder
Häuselbauer einen Kredit in Schweizer Franken auf und zahlen
monatlich nur die Zinsen, die deutlich günstiger als jene für einen
Euro-Kredit sind, zurück.
Gleichzeitig wird in einen Tilgungsträger monatlich jene Summe
einbezahlt, die sonst für die Kreditrückzahlung fällig wäre. In der
Regel verkauften die heimischen Banken den Kreditnehmern ihre
hauseigenen Aktienfonds. Suggeriert wurde, dass diese Anlageform nach
einer Laufzeit zwischen zehn und dreißig Jahren so hohe Gewinne
macht, dass der Kredit dann letztendlich endfällig - also auf einmal
- zurückbezahlt werden kann.
Dieses Modell funktioniert natürlich nur, wenn der Aktienfonds
auch tatsächlich Gewinne macht. Aufgrund der aktuellen weltweiten
Wirtschaftskrise ist das Gegenteil der Fall. Es sollten daher all
jene, die auf solche Finanzierungen oder auch vergleichbare
Ansparmodelle in Form von Lebensversicherungen setzten, demnächst mit
ihrem Bankberater sorgfältig eine Zwischenbilanz machen.
Panik ist nicht angesagt, aber ein kritischer Blick allemal. Denn
im schlechtesten Fall könnte Tirol eine Mini-Subprime-Krise wie in
den USA drohen. Dort konnten nämlich auch bonitätsschwache
Häuselbauer ihre Kreditraten plötzlich nicht mehr bedienen und
mussten ihre vier Wände räumen.
Wer auf Aktien bzw. Aktienfonds setzt, muss einkalkulieren, dass
es keine Gewinngarantie gibt. Die Banken werden aber ein hohes
Eigeninteresse haben, den Kunden rechtzeitig Alternativen anzubieten.
Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 05 04 03 DW 3610
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