• 17.09.2008, 10:22:00
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Ärztekammer präsentiert Initiativen zu "Bewegung/Ernährung"

Dorner: "Dicke Kinder sind die kranken Erwachsenen von morgen" - Wohlstandserkrankungen langfristig senken

Wien (OTS) - 1,6 Milliarden übergewichtige Erwachsene weltweit,
400 Millionen fettsüchtige Erwachsene, 180 Millionen Diabetiker -
laut Prognosen der WHO sollen sich diese Zahlen in den nächsten zehn
bis 20 Jahren sogar noch verdoppeln. "Herz-Kreislauf-Erkrankungen und
Diabetes sind im Vormarsch", warnte heute, Mittwoch, Sportmediziner
Norbert Bachl im Rahmen einer Pressekonferenz der Wiener Ärztekammer
zum "Jahr der Gesundheitsvorsorge 2008". ****

"Dicke Kinder sind die kranken Erwachsenen von morgen - das muss
endlich einmal in die Köpfe der Menschen hinein. Wir wollen hier
nicht die Mahner mit dem erhobenen Zeigefinger spielen, aber es wird
dringend Zeit, dass sich das Bewusstsein der Menschen in Hinsicht auf
ihre Gesundheit und ihren Lebensstil verändert", ergänzt
Ärztekammerpräsident Walter Dorner.

Der Ärztechef appelliert auch an andere Top-Player des
Gesundheitswesens, sich in dieser Richtung zu engagieren: "Wenn wir
alle am selben Strang ziehen, können wir erreichen, dass sich Herr
und Frau Österreicher von Bewegungsmuffeln und Zuckersüchtigen hin zu
Sportfreunden und ernährungsbewussten Menschen entwickeln." Ziel
müsse es sein, die so genannten "Wohlstandserkrankungen" wie etwa
Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen erst einmal in den Griff zu
bekommen und dann langfristig zu senken.

Vorsorge durch regelmäßige Bewegung

Sportmediziner Bachl, der die Kampagne als wissenschaftlicher
Koordinator begleitet, hebt die Bedeutung von regelmäßigem Sport und
Bewegung hervor: "Jede Gelegenheit sollte genutzt werden, um sich zu
bewegen. Auch wenn es nichts Neues ist, es gilt immer noch: Stufen
steigen statt den Aufzug benutzen und bewältigbare Strecken zu Fuß
gehen statt mit dem Auto zu fahren." Kinder sollten an drei bis vier
Tagen pro Woche den Nachmittag oder Abend zum Spielen nutzen und
täglich eine Stunde Bewegung machen.

Erwachsene sollten sich laut den Experten täglich für zumindest 30
Minuten in moderatem Tempo bewegen oder dreimal die Woche 30 Minuten
in höherer Intensität. "Das ist alles nur eine Frage der Motivation
und eine Sache der Gewohnheit. Ist die aktive Bewegung einmal in den
Alltag integriert, wird der Sport auch regelmäßig ausgeübt", erklärt
der Sportmediziner. Gerade diese Regelmäßigkeit sei es auch, die eine
positive Wirkung auf den Körper ausstrahle.

"Sport bewirkt ein positives Lebensgefühl und steigert das
individuelle Selbstwertgefühl. Die gesamte Lebensqualität verändert
sich", betont Bachl die positiven Auswirkungen von regelmäßiger
Bewegung. Ärztekammerpräsident Dorner pflichtet hier dem
Sportmediziner bei: "Wer sich regelmäßig bewegt und aktiv Sport
betreibt, weiß aus eigener Erfahrung: Jeder Schritt zählt - für mehr
Lebensfreude und Gesundheit!"

Keine Verbote, sondern ausgewogene Ernährung

Zu einem gesunden Lebensstil zählt neben ausreichend Bewegung aber
auch eine gesunde Ernährung. Neben der Aufnahme von ausreichend
Flüssigkeit setzt das einen Speiseplan voraus, bei der
Getreideprodukte und Kartoffeln die Basis darstellen. Und bei Obst
und Gemüse gilt: "Je öfter und bunter, umso besser, denn ohne diese
Fitmacher geht gar nichts", so Andrea Hofbauer, Präsidentin des
Verbands der Diaetologen Österreichs.

Bei tierischen Lebensmitteln hingegen sei Vorsicht geboten.
Fettarme Milch und Milchprodukte, Fleisch, Wurst und Eier würden als
wertvolle Eiweißquellen schon in kleineren Mengen gnügen. "Tierisches
Fett wirkt sich ungünstig auf unsere Gesundheit aus, daher ist
geschickte, an tierischen Fetten arme Auswahl angesagt", betont
Hofbauer. Bei Fetten müsse die Devise gelten: "Pflanzliches geht vor
Tierischem!" Pflanzenöle wie Raps- oder Olivenöl sollten demgemäß
täglich am Speiseplan stehen.

"Ich gebe meinen Patienten immer mit auf den Weg: Es gibt keine
Verbote! Der Grundsatz für ein gesundes Leben sollte eher lauten:
Eine vielseitige Nahrungsmittelauswahl mit besonderer Fokussierung
auf pflanzliche Produkte zählt für einen gesunden, aktiven
Lebensstil", definiert Hofbauer evidenzbasierte
Ernährungsempfehlungen.

Jedes Quartal steht unter einem besonderen Motto

Um die Ärzteschaft sowie die Bevölkerung verstärkt auf das Thema
Prävention zu sensibilisieren, hat die Wiener Ärztekammer heuer das
"Jahr der Gesundheitsvorsorge" ausgerufen und für jedes Quartal einen
Themenschwerpunkt festgelegt, der die Öffentlichkeitsarbeit der
Ärztekammer bestimmt: Sucht, HIV/AIDS, Bewegung/Ernährung und
Demenz/Parkinson.

"Auch das Thema Bewegung/Ernährung ist für uns - wie schon bei den
vorangegangenen Themen Sucht und HIV/AIDS - auf keinen Fall eine
Eintagsfliege. Die Aktionen und Initiativen werden langfristig
angelegt, damit sich wirklich auch Effekte zeigen. Es geht hier um
die gesundheitliche Zukunft unserer Gesellschaft, und um diese zu
sichern, müssen wir Beharrlichkeit zeigen", so Dorner abschließend.
(kp)

Rückfragehinweis:

Ärztekammer für Wien - Pressestelle
   Dr. Hans-Peter Petutschnig
   Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222
   Fax: (++43-1) 51501/1289
   mailto:[email protected]
   http://www.aekwien.at

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