- 16.09.2008, 11:50:10
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Caritas zu EU-Gipfel: "Nur Bildung sichert den Roma den Weg in die Zukunft"
Roma und andere Minderheiten als Schwerpunkt der Auslandshilfe
Wien (OTS) - "Die Geschichte der Roma in Europa ist eine
Geschichte der Armut und Diskriminierung. Wir sehen in unserer Arbeit
mit den Betroffenen, dass nur Bildung diese Spirale nach unten
nachhaltig stoppen kann", sagt Caritas-Auslandshilfechef Christoph
Petrik-Schweifer anlässlich des EU-Gipfels zu Roma in Osteuropa, der
heute in Brüssel stattfindet. Die Caritas Österreich widmet den Roma
und anderen Minderheiten einen eigenen Schwerpunkt in der
Auslandshilfe. Insgesamt unterstützt sie 10 Projekte in der Slowakei,
Ungarn, Tschechien, Bulgarien, Albanien und Rumänien, um die
Lebenssituation von Roma zu verbessern.
Einerseits unterstützen wir notleidende Familien mit Essen,
Kleidung oder auch medizinischer Versorgung, um ihnen ein Leben in
Würde zu ermöglichen. Gleichzeitig geht es uns aber auch darum, den
Kindern einen Schulbesuch und damit bessere Zukunftschancen zu
eröffnen", betont Petrik-Schweifer. "Schließlich fehlen Roma, die
nicht die Schule besuchen, nicht nur die grundlegendsten Kenntnisse
wie Lesen und Schreiben, sondern die meisten lernen dann nicht einmal
die Sprache ihres Heimatlandes, wie etwa Bulgarisch oder Rumänisch.
Für Menschen, die nur Romani sprechen, sind Elend und
Arbeitslosigkeit vorprogrammiert."
Damit die Eltern ihre Kinder auch tatsächlich in die Schule
schickten, benutze die Caritas oft auch Schulausspeisungen als
"Anreizsystem", erzählt der Caritas-Auslandshilfechef. So erhalten
beispielsweise im bulgarischen Ort Banya die rund 300 SchülerInnen,
etwa 270 davon Roma, nur dann ein Mittagessen in der von der Caritas
finanzierten Schulausspeisung, wenn sie vorher den Unterricht besucht
haben. "Gingen früher nicht einmal drei Viertel zur Schule, so liegt
die Rate nun bei fast 100 Prozent. Ganz abgesehen davon, dass die
warme Mahlzeit die Kinder gesünder und lernfähiger macht", freut sich
Petrik-Schweifer: "Das beeindruckende Ergebnis einer so einfachen
Maßnahme zeigt die existenzielle Dramatik, die den Alltag der Roma
prägt."
Neben Schulprojekten, etwa in Bulgarien, Rumänien, Albanien und
der Slowakei trägt die Caritas auch mit Bildungsarbeit für Erwachsene
dazu bei, dass Menschen am Arbeitsmarkt bessere Chancen haben und in
der Roma-Gemeinschaft ein bildungsfreundliches Klima geschaffen wird.
"Bei all diesen Projekten geht es uns darum, die Fähigkeiten und
Ressourcen der Roma zu stärken, damit sich ihr Leben nachhaltig
verbessert."
"Auf EU-Ebene muss der rechtlichen Gleichstellung nun eine
tatsächliche Chancengleichheit folgen - mit gezielten Bildungs- und
Integrationsmaßnahmen, einer Verbesserung der Wohnsituation und
maßgeschneiderten, arbeitsmarktpolitischen Unterstützungsangeboten",
ist Petrik-Schweifer überzeugt. Denn: "Die Roma mitzunehmen auf dem
Weg in die Zukunft ist kein Minderheitenthema sondern vor allem auch
ein Mehrheitenthema. An dieser Frage wird sich zeigen, wie
zukunftsfähig Europa ist."
Rückfragehinweis:
Caritas Österreich
Mag. Silke Ruprechtsberger
Tel: 01/488 31/417 oder: 0664/82 66 909
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