Caritas zu EU-Gipfel: "Nur Bildung sichert den Roma den Weg in die Zukunft"

Roma und andere Minderheiten als Schwerpunkt der Auslandshilfe

Wien (OTS) - "Die Geschichte der Roma in Europa ist eine
Geschichte der Armut und Diskriminierung. Wir sehen in unserer Arbeit mit den Betroffenen, dass nur Bildung diese Spirale nach unten nachhaltig stoppen kann", sagt Caritas-Auslandshilfechef Christoph Petrik-Schweifer anlässlich des EU-Gipfels zu Roma in Osteuropa, der heute in Brüssel stattfindet. Die Caritas Österreich widmet den Roma und anderen Minderheiten einen eigenen Schwerpunkt in der Auslandshilfe. Insgesamt unterstützt sie 10 Projekte in der Slowakei, Ungarn, Tschechien, Bulgarien, Albanien und Rumänien, um die Lebenssituation von Roma zu verbessern.

Einerseits unterstützen wir notleidende Familien mit Essen, Kleidung oder auch medizinischer Versorgung, um ihnen ein Leben in Würde zu ermöglichen. Gleichzeitig geht es uns aber auch darum, den Kindern einen Schulbesuch und damit bessere Zukunftschancen zu eröffnen", betont Petrik-Schweifer. "Schließlich fehlen Roma, die nicht die Schule besuchen, nicht nur die grundlegendsten Kenntnisse wie Lesen und Schreiben, sondern die meisten lernen dann nicht einmal die Sprache ihres Heimatlandes, wie etwa Bulgarisch oder Rumänisch. Für Menschen, die nur Romani sprechen, sind Elend und Arbeitslosigkeit vorprogrammiert."

Damit die Eltern ihre Kinder auch tatsächlich in die Schule schickten, benutze die Caritas oft auch Schulausspeisungen als "Anreizsystem", erzählt der Caritas-Auslandshilfechef. So erhalten beispielsweise im bulgarischen Ort Banya die rund 300 SchülerInnen, etwa 270 davon Roma, nur dann ein Mittagessen in der von der Caritas finanzierten Schulausspeisung, wenn sie vorher den Unterricht besucht haben. "Gingen früher nicht einmal drei Viertel zur Schule, so liegt die Rate nun bei fast 100 Prozent. Ganz abgesehen davon, dass die warme Mahlzeit die Kinder gesünder und lernfähiger macht", freut sich Petrik-Schweifer: "Das beeindruckende Ergebnis einer so einfachen Maßnahme zeigt die existenzielle Dramatik, die den Alltag der Roma prägt."

Neben Schulprojekten, etwa in Bulgarien, Rumänien, Albanien und der Slowakei trägt die Caritas auch mit Bildungsarbeit für Erwachsene dazu bei, dass Menschen am Arbeitsmarkt bessere Chancen haben und in der Roma-Gemeinschaft ein bildungsfreundliches Klima geschaffen wird. "Bei all diesen Projekten geht es uns darum, die Fähigkeiten und Ressourcen der Roma zu stärken, damit sich ihr Leben nachhaltig verbessert."

"Auf EU-Ebene muss der rechtlichen Gleichstellung nun eine tatsächliche Chancengleichheit folgen - mit gezielten Bildungs- und Integrationsmaßnahmen, einer Verbesserung der Wohnsituation und maßgeschneiderten, arbeitsmarktpolitischen Unterstützungsangeboten", ist Petrik-Schweifer überzeugt. Denn: "Die Roma mitzunehmen auf dem Weg in die Zukunft ist kein Minderheitenthema sondern vor allem auch ein Mehrheitenthema. An dieser Frage wird sich zeigen, wie zukunftsfähig Europa ist."

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