• 15.09.2008, 19:49:18
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"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Das Schlimmste liegt vor uns" (Von FRANK TSCHONER)

Ausgabe vom 16. September 2008

Innsbruck (OTS) - Der Schockwelle nach der Insolvenz von Lehman
Brothers werden noch weitere folgen.

Die US-Investmentbank Lehman Brothers sitzt auf einem Schuldenberg
von 613 Milliarden Dollar. Das entspricht ungefähr dem Sechsfachen
des österreichischen Budgets. Eine einfach unvorstellbare Summe. Kein
Wunder, dass der Schock an den Finanzmärkten tief sitzt, nachdem
Lehman Gläubigerschutz beantragt hat.

Verantwortlich für diese Mega-Krise ist das Platzen der
Immobilienblase in den USA: Häuser wurden angesichts boomender
Immobilienpreise auf Pump gekauft. In ihrer Gier achteten die Banken
nicht mehr auf die Bonität der Schuldner. Die faulen Kredite
verkauften sie einfach an andere Banken weiter. Als die
Immobilienpreise zu bröckeln begannen und plötzlich Schuldner nicht
mehr zahlen konnten, kippte das System.

Banken brachen zusammen, in wenigen großen Fällen half die
US-Regierung als Krisenfeuerwehr. Der Fall Lehman zeigt, dass das
Geld und die Geduld der USA erschöpft sind. Seit Herbst 2007 mussten
500 Mrd. Dollar abgeschrieben werden.

Niemand weiß bisher genau, wie viele Leichen bei noch bestehenden
Banken im Keller liegen. Mit einigen Bankzusammenbrüchen wird daher
noch zu rechnen sein.

Davon wird der Tiroler relativ wenig merken. Doch das Schlimmste
liegt noch vor uns, wenn die Krise auf die Realwirtschaft
durchschlägt. Experten rechnen damit im kommenden Jahr. Die Folgen
wird jeder Einzelne spüren: Jobs werden abgebaut. Löhne stagnieren
oder sinken. Schon jetzt geht in manchen EU-Ländern das
Schreckgespenst der Rezession um.

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