• 15.09.2008, 10:25:47
  • /
  • OTS0069 OTW0069

Österreichische Investmentfonds weiterhin in schwierigem Finanzmarktumfeld

Entwicklung der inländischen Investmentfonds im zweiten Quartal 2008

Wien (OTS) - Schwierige volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen und
die negative Börsenentwicklung haben bei österreichischen
Investmentfonds auch im zweiten Quartal ihre Spuren hinterlassen.
Kursverluste von knapp über 1 Mrd EUR und weiterhin sehr
vorsichtiges und zurückhaltendes Anlegerverhalten führten zu einer
Abnahme des veranlagten Kapitals (exklusive "Fonds in
Fonds"-Veranlagungen) von 3,1 Mrd EUR bzw. 2,4%. Ende Juni betrug das
netto in Investmentfonds veranlagte Kapital 124,1 Mrd EUR.
Für das erste Halbjahr 2008 ergab sich eine kapitalgewichtete
durchschnittliche negative Gesamtperformance aller österreichischen
Investmentfonds von 5,3%. Dabei verzeichneten Aktienfonds
Kursverluste von 20,1%, Mischfonds ein Minus von 5,8% und Alternative
Fonds eine negative Performance von 3,4%. Selbst die sonst so
stabilen Geldmarktfonds rentierten in dem besonders schwierigen
Finanzmarktumfeld mit 0,35% leicht negativ. Rentenfonds waren mit
-0,45% ebenfalls leicht im Minus. Nur die österreichischen
Immobilienfonds konnten sich mit +2,1% weiterhin dem Sog fallender
Immobilienmärkte entziehen und waren im ersten Halbjahr die am besten
performende Anlagekategorie.

Im zweiten Quartal 2008 verringerten die 28 österreichischen KAGs
ihre Angebotspalette um 7 Fonds und verwalteten mit den per Ende Juni
aufgelegten 2.330 Investmentfonds (1.634 Publikumsfonds und 696
Spezialfonds (Spezialfonds: Fonds, die ausschließlich von
institutionellen Investoren gezeichnet werden können.)) einen
Vermögensbestand (inkl. "Fonds in Fonds" Veranlagungen) von 148,9 Mrd
EUR (Ende März 2008: 153,3 Mrd EUR). Dieser verringerte sich im 2.
Quartal um 4,4 Mrd. EUR bzw. 2,8%. Verantwortlich dafür waren mit
einem Minus von 2,4 Mrd EUR (-3,0%) vor allem die Rentenwerte. Bei
den Aktien- und Beteiligungspapieren zeigten nur die ausländischen
Papiere einen Rückgang ( 1,0 Mrd EUR bzw. -5,9%), während die
inländischen Aktien um 5,1% (0,17 Mrd EUR) zugenommen haben. Das
einzige Veranlagungssegment mit - wenn auch geringen Zuwächsen (+0,16
Mrd EUR bzw. +8,9%) - waren Veranlagungen in Immobilien.

Nach den sehr hohen Kursverlusten im ersten Quartal (7,2 Mrd EUR)
bescherte das weiterhin sehr schwierige Finanzmarktumfeld den
österreichischen Investmentfonds im zweiten Quartal ein besseres,
aber dennoch negatives Ergebnis von 1,0 Mrd EUR.

Die schwierigen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die
weiterhin vorherrschende Unsicherheit auf den Märkten stimmten die
Anleger in ihren Veranlagungsentscheidungen sehr vorsichtig, sodass
sich insgesamt ein Nettokapitalabfluss von 2,1 Mrd EUR bzw. 2,5%
(Nettomittelabfluss von 1,64 Mrd EUR und Ausschüttungen von 0,46 Mrd
EUR) ergab. Das netto in Investmentfonds veranlagte Kapital
(exklusive "Fonds in Fonds"-Veranlagungen) reduzierte sich somit im
zweiten Quartal um 3,1 Mrd EUR bzw. 2,4% und betrug Ende Juni 124,1
Mrd EUR.

Fallende Aktienmärkte und die schwach negative Entwicklung der
Rentenfonds drückten auf die Gesamtperformance. So ergab sich von
Anfang Jänner bis Ende Juni eine negative kapitalgewichtete
durchschnittliche Gesamtperformance aller österreichischen
Investmentfonds (Publikumsfonds und Spezialfonds) von 5,3%.
Aktienfonds waren besonders stark in Mitleidenschaft gezogen. Von den
insgesamt 453 aufgelegten österreichischen Aktienfonds waren nur 9
positiv und verzeichneten insgesamt einen Kursverlust von 20,1%.
Mischfonds wiesen ein Minus von 5,8% und Alternative Fonds eine
negative Performance von 3,4% auf. Selbst die risikoarmen
Geldmarktfonds rentierten in dem besonders schwierigen
Finanzmarktumfeld mit -0,35% leicht negativ. Rentenfonds waren mit
-0,45% im Minus. Die österreichischen Immobilienfonds entzogen sich
mit +2,1% weiterhin dem Sog fallender Immobilienmärkte und waren im
ersten Halbjahr die am besten performende Anlagekategorie.

Mit einem Anteil von 60,9% (75,6 Mrd EUR) wird die Struktur des
veranlagten Kapitals von Rentenwerten dominiert, gefolgt von den
Aktien und Beteiligungspapieren mit 16,2% (20,1 Mrd EUR), den
ausländischen Investmentzertifikaten mit 11,7% (14,5 Mrd EUR) und den
sonstigen Vermögensanlagen mit 9,7% (12,1 Mrd EUR). In Immobilien-
und Sachanlagenvermögen war per Ende Juni 2008 ein Volumen von 1,90
Mrd EUR (1,5%) investiert. Der Anteil an inländischen Aktien und
Beteiligungspapieren betrug weiterhin nur 2,8% des von Fonds
veranlagten Kapitals.

Per Ende Juni 2008 wurden in den Ländern der Währungsunion (exkl.
Österreich) 61,9 Mrd EUR (49,9%), in Ländern der übrigen Welt 32,6
Mrd EUR (26,2%) und im Inland 29,6 Mrd EUR (23,9%) veranlagt.

Weitere statistische Informationen unter dieaktuellezahl.oenb.at bzw.
www.oenb.at im Bereich "Statistik und Melderservice"

Herausgeber:
Oesterreichische Nationalbank
Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
Tel.Nr.: (++43-1) 404 20 DW 6666
http://www.oenb.at

Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank
Statistik Hotline
Tel.: +43-1-40420-5555
[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ONB

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel