- 12.09.2008, 12:31:07
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Huainigg: Keine Rasterfahndung nach behindertem Leben!
Noch 16 Tage bis zur Wahl: ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderung präsentiert täglich eine Position zur Behindertenpolitik
Wien (ÖVP-PK) - Seit 2002 ist Dr. Franz-Joseph Huainigg
Abgeordneter zum Nationalrat. In dieser Zeit konnten wichtige
Verbesserungen für behinderte Menschen umgesetzt werden. Am 28.
September stellt sich Huainigg wieder der Wahl. Bis dahin präsentiert
er auf seiner Diskussionsplattform FJH 21 täglich eine Forderung zur
Behindertenpolitik - und lädt Sie ein, dazu Stellung zu beziehen:
http://www.franzhuainigg.at ****
Heute, Freitag, nimmt er die Jahrestagung von prenet (Netzwerk für
kritische Auseinandersetzung mit Pränataldiagnostik) zum Anlass, um
seine Position zum Thema Eugenische Indikation darzulegen.
Position 6: Streichung der Eugenischen Indikation
Eine Schriftstellerin mit Down-Syndrom, Michaela König, schreibt über
ihre Sichtweise: "Ich finde es blödsinn, jeder Mensch ob Behindert
oder nicht, das spielt keine Rolle, jeder Mensch sollte sich wehren
können, jede Mensch hat ein Recht zu leben, wir sind auch nur
Menschen die ein Recht fordern. Wenn wir weinen dann spüren wir auch
Schmerz. Wenn wir laufen kommen wir auch aus der Puste, wenn wir uns
Stechen Bluten wir auch, wenn wir lachen dann sind wir auch lustig.
wenn wir husten dann verschlucken wir uns auch, jeder von uns ist ein
Teil Gottes, wir sind auch Lebewesen, ich weiß es ganz genau weil ich
selber Behindert bin!"
Eine Welt ohne Menschen mit Down-Syndrom wäre nicht vollständig! Es
ist an der Zeit, anzuerkennen, dass auch ein Leben mit Behinderung
erfüllt, selbstbestimmt und inmitten der Gesellschaft verlaufen kann.
Menschen mit der Diagnose "Down-Syndrom" werden jedoch immer
seltener geboren - denn die pränatale Rasterfahndung nach behindertem
Leben greift: Die Pränataldiagnostik ermöglicht die Früherkennung bei
behinderten Föten. Bei Verdacht auf Behinderung darf über die
Drei-Monatsgrenze hinaus bis kurz vor der Geburt abgetrieben werden.
Nach Angaben von Kardinal Christoph Schönborn werden mittlerweile bis
zu zwei Drittel aller Kinder mit Down-Syndrom abgetrieben.
Die Eugenische Indikation, eine Ausnahmeregelung zum Paragraph 97,
stelle eine Diskriminierung für behinderte Menschen dar. Huainigg
fordert daher die ersatzlose Streichung, ohne dabei die
Fristenregelung in Frage zu stellen. Sehr wohl brauche es aber hier
begleitende Maßnahmen.
Weiteres fordert Huainigg:
1. Durchführung einer breit angelegten Informationskampagne mit dem
Ziel der Bewusstseinsbildung und Entstigmatisierung behinderter
Menschen
2. Weiterentwicklung in der Beratung (bei Verdacht auf Behinderung
des Fötus)
- Information über vorhandene Beratungsangebote ausbauen
- Erhebung des IST-Zustandes (wieviele Frauen benötigen Beratung
etc.)
- Ausbau psychosozialer Beratung als Ergänzung zur medizinischen
Beratung
- Bessere Dokumentation in der Beratung (dadurch Weiterentwicklung)
3. Schaffung standardisierter Verfahren bei Spätabtreibungen
- Mehr Transparenz: Dokumentation/Statistik über Abbrüche in
Österreich; Evaluierung der Abtreibungsentscheidung
4. Weiterentwicklung in der Ausbildung von Ärzten:
- Aufnahme in Curriculum: praxisnahe Informationen über ein Leben
mit
Behinderung; Zugang von Ärzten zu Menschen mit Behinderung fördern
- Pränataldiagnostiker fachspezifischer ausbilden (z.B.
Sensibilisierung für emotionale Auswirkungen von
PND), deutlicher Abgrenzung zu Gynäkologie, Geburtshilfe etc.
Und was meinen Sie?
- Haben Sie gewusst, dass man bei Verdacht auf eine Behinderung einen
Fötus straffrei bis zur Geburt abtreiben darf?
- Ist es gerechtfertigt, wenn in einem Behandlungszimmer ein
behinderter Fötus im siebenten Schwangerschaftsmonat abgetrieben und
im Nebenraum um das Leben eines nicht behinderten Frühchens gekämpft
wird?
- Haben Menschen mit Down-Syndrom die gleichen Lebensrechte?
Diskutieren Sie mit: http://www.franzhuainigg.at
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at
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