- 08.09.2008, 13:09:06
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Huainigg: Schulische Integration behinderter Menschen nach der achten Schulstufe fortsetzen!
Noch 20 Tage bis zur Wahl - ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderung präsentiert täglich eine Position zur Behindertenpolitik
Wien (ÖVP-PK) - Seit 2002 ist Dr. Franz-Joseph Huainigg
Abgeordneter zum Nationalrat. In dieser Zeit konnten wichtige
Verbesserungen für behinderte Menschen umgesetzt werden. Am 28.
September stellt sich Huainigg wieder der Wahl. Bis dahin präsentiert
er jeden Tag eine Forderung zur Behindertenpolitik - und lädt Sie
ein, dazu Stellung zu beziehen: http://www.franzhuainigg.at ****
Position 2: Schulische Integration nach der achten Schulstufe
"Als ich Mitte der 70er Jahre in die Schule kommen hätte sollen, hat
es geheißen: Das geht nicht, für behinderte Kinder gibt es
Spezialschulen. Meine Eltern haben darauf bestanden, dass ich in eine
normale Regelschule gehe. Dass dies gelungen ist, war sicherlich für
meinen Lebensweg entscheidend, da sowohl meine Mitschüler als auch
ich ein Selbstverständnis im Miteinander entwickelt haben", erklärt
Abg. Franz-Joseph Huainigg.
Der Schlüssel zur selbstverständlichen Teilhabe behinderter Menschen
am Leben liegt in der Integration im Kindergarten und in der Schule.
Seit fast 15 Jahren gibt es nun die schulische Integration in
Österreich im Regelschulwesen. Heute besteht beinahe an jeder Volks-
und Hauptschule zumindest eine Integrationsklasse - zweifellos ein
großer Erfolg, doch es gibt noch einiges umzusetzen:
- Qualitätssicherung und Weiterführung der Integration nach der
achten Schulstufe. Die Integration von Kindern mit
sonderpädagogischem Förderbedarf ist im österreichischen
Regelschulwesen bis zur achten Schulstufe verankert und wird auch
praktiziert. Dass Bedarf an weiterführenden Angeboten besteht, zeigt
die Integrative Berufsausbildung. Die Weiterführung der schulischen
Integration sollte in den berufsbildenden und allgemeinbildenden
mittleren und höheren Schulen erprobt und ins Regelschulwesen
übernommen werden.
- Umwandlung der Sonderpädagogischen Zentren (SPZ) in
Individualpädagogische Zentren (IPZ). Die Erfahrungen der
Sonderpädagogik sollten für das ganze Schulsystem nutzbar gemacht
werden. Das behinderte Kind, wie auch das hochbegabte, sollte
entsprechend seiner Fähigkeiten gefordert und gefördert werden, wobei
die IPZs selbst Integration leben und neben "Sonderschulklassen" auch
Integrationsklassen führen, sowie individuelle Förderprogramme für
hochbegabte Kinder anbieten sollten.
- Lehrerausbildung: Mehr sonderpädagogische Kenntnisse und
Praxiserfahrung für alle Lehrenden. Alle AnwärterInnen auf ein
Lehramt sollten sich Grundsätze der Sonderpädagogik aneignen, um
problemlos in einer Integrationsklasse unterrichten zu können, die es
mittlerweile an fast allen Schulen gibt. SonderschullehrerInnen für
gehörlose Kinder sollten im Rahmen der Lehrausbildung bessere
Sprachkenntnisse in der österreichischen Gebärdensprache (ÖGS)
erhalten.
Und was meinen Sie?
- Profitiert in einer Integrationsklasse wirklich jedes Kind oder
geht das auf Kosten nicht behinderter Kinder? Würden Sie Ihr eigenes
Kind in eine Integrationsklasse geben?
- Braucht es ein besonderes Programm für hochbegabte Kinder? Gehen
diese in einem inklusiven Schulsystem nicht unter?
- Falls Sie selbst betroffen sind: Welche Erfahrungen haben Sie mit
sonderpädagogischen Zentren gemacht?
Diskutieren Sie mit: http://www.franzhuainigg.at
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at
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