- 05.09.2008, 12:16:16
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"Bildung das zentrale Thema der SPÖ" - SP-Bildungssprecher Niederwieser verlässt Parlament nach 18 Jahren
Cap: "Niederwieser maßgeblich beteiligt an jeder bildungspolitischen Initiative in den letzten Jahren"
Wien (SK) - 18 Jahre lang war Erwin Niederwieser für die SPÖ im
Parlament und in dieser Zeit als Wissenschafts- und Bildungssprecher
der SPÖ aktiv. Der Tiroler Abgeordnete kandidiert nun nicht mehr für
den nächsten Nationalrat und seine heutige Abschieds-Pressekonferenz
nahm er zum Anlass, gemeinsam mit Schüler-, Eltern- und
Lehrervertretern von AKS, Kinderfreunden und Lehrergewerkschaft die
wichtigsten bildungspolitischen Forderungen der SPÖ für die Zukunft
zu präsentieren. Auch SPÖ-Klubobmann Josef Cap war anwesend und
dankte Niederwieser für seine Arbeit für die SPÖ das heimische
Schulwesen. ****
Niederwieser sei eine "der bildungspolitischen Persönlichkeiten
der SPÖ; es gibt keine bildungspolitische Initiative, an der er nicht
maßgeblich beteiligt war", erinnerte Cap und bedauert, dass der
Tiroler Abgeordnete nicht wieder kandidieren wird. Niederwieser
selbst sieht, wie er sagte, die Bildungspolitik der SPÖ in Zukunft in
guten Händen - vor allem auch bei Ministerin Claudia Schmied.
Bildungspolitik scheine sich mittlerweile "zu einer
Alleinveranstaltung der SPÖ" zu entwickeln", konstatierte er auch mit
Verweis auf das ÖVP-Wahlprogramm, das der Bildung nur sehr kleinen
Raum widme. "Bei uns ist es nach wie vor das zentrale Thema", betonte
der scheidende Bildungssprecher der SPÖ.
Angesprochen darauf, welche Regierungskonstellation ihm aus
bildungspolitischer Sicht nach den Wahlen am liebsten wäre, sagte er,
dass manch notwendige Reformen eine Verfassungsmehrheit benötigen
sowie die Zusammenarbeit mit Ländern, Gemeinden und
Lehrergewerkschaft. "Pragmatisch gesehen tut man sich da mit der ÖVP
leichter", auch wenn man inhaltlich den Grünen oder dem LIF näher
sei. Niederwieser hofft jedenfalls auf eine "in bildungspolitischen
Fragen aufgeklärte ÖVP"; diese Teile gebe es ja, verwies Niederwieser
auf Personen wie Bernd Schilcher oder auch die Positionen der
Industriellenvereinigung. "Auf diese muss die ÖVP hören."
AKS fordert Gemeinsame Schule, gegen soziale Selektion
Zu seiner letzten Pressekonferenz hatte Niederwieser auch eine
Schülervertreterin der AKS-Wien, Vivian Thiele-Orberg,
Lehrervertreter Thomas Bulant (FSG) von der
Pflichtschullehrergewerkschaft sowie den Geschäftsführer der
Kinderfreunde, Gernot Rammer, als Vertreter der Eltern geladen. Sie
skizzierten ihre wichtigsten bildungspolitischen Forderungen:
Thiele-Orberg verwies vor allem auf die AKS-Forderung nach einer
gemeinsamen Schule und kritisierte die "soziale Selektion" im
heimischen Schulsystem, wonach 68 Prozent der Eltern von AHS-Schülern
über 2.500 Euro netto verdienen, 45 Prozent der Eltern von
Hauptschülern aber nicht mehr als 1.500 Euro. Vorbild müsse das
finnische Modell sein.
Lehrervertreter Bulant kritisierte die Bildungspolitik der ÖVP: Es
sei "eine pädagogische und volkswirtschaftliche Schande, dass wir von
der Neugebauer-VP in den Standesdünkel der Industriegesellschaft
gehalten werden, obwohl wir längst in der Wissensgesellschaft
gelandet sind". Viele Talente gingen dadurch verloren. Ein
Schwerpunkt müsse deshalb die gemeinsame Hochschule für alle
pädagogischen Berufe von der Kindergartenpädagogik bis zur
AHS-Oberstufe sein. "Wir wollen uns von der Lehrergewerkschaft, die
dauernd in den Medien ist, unterscheiden", so Bulant. Auch Erwin
Niederwieser hob die gemeinsame Lehrer-Ausbildung als zentrale
Forderung hervor und verwies auf weitere SPÖ-Schwerpunkte:
Ganztagsschule, Integration behinderter Kinder, Mitbestimmung in der
Schule.
Gernot Rammer von den Kinderfreunden betonte besonders die
Bedeutung der Elementar- also vorschulischen Ausbildung. "Damit der
Kindergarten zur Bildungseinrichtung wird" brauche es die
universitäre Ausbildung für Kindergartenpädagogen, unterstrich auch
Rammer. Kindergarten-Agenden sollten außerdem - als Teil der gesamten
Bildungsplanung - im Bildungsministerium angesiedelt sein. Ziel der
Kinderfreunde sei außerdem der Gratis-Kindergarten ab 2 Jahren, auch
wenn dies nicht sofort umzusetzen sei. Positiv vermerkte Rammer, dass
sich die ÖVP in Sachen Vorschuljahr in Richtung SPÖ bewegt. "Die Neue
Mittelschule scheint das letzte Gefecht der der ÖVP zu sein - in
anderen familienpolitischen Fragen kommt die ÖVP Schritt für Schritt
in diesem Jahrhundert an", so Rammer abschließend. (Schluss) ah
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493
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