- 03.09.2008, 19:55:34
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"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Krise droht, Europa schläft" (Von ALOIS VAHRNER)
Ausgabe vom 4. September 2008
Innsbruck (OTS) - Spätestens jetzt sollten die Verantwortlichen in
der EU aus ihrem süßen Dornröschenschlaf aufwachen: Laut dem neuesten
OECD-Bericht hat sich die Wirtschaftslage in Europa drastisch
eingetrübt. Für den Euro-Raum wurde die Wachstumsprognose für heuer
von 1,7 auf 1,3 Prozent gedrosselt. Etliche Länder, darunter
Deutschland oder Frankreich, schrammen hart an einer Rezession. Im 2.
Quartal ist die Wirtschaft sogar in der Euro-Zone bereits um 0,2
Prozent geschrumpft (zwei Quartale Minus in Folge bedeuten
Rezession).
Ganz anders sieht es in den zuletzt durch Immobilien- und Finanzkrise
gebeutelten USA aus: Die OECD hat die Wachstumsprognose für die
Vereinigten Staaten für heuer deutlich von 1,2 auf 1,8 Prozent
angehoben. Im 2. Quartal gab es gleich einen Schub um 3,3 Prozent -
ausgelöst durch Steuergeschenke in Milliardenhöhe sowie die deutliche
Senkung von Leitzinsen und Dollarkurs.
Auch wenn die USA die Krise noch nicht überstanden haben: Politik und
Notenbank haben massiv gegengesteuert, und das mit Erfolg.
Gleichzeitig weigerte sich Europa beharrlich, Konjunkturprogramme zu
starten oder die Leitzinsen zu senken. Man wollte die US-Krise
aussitzen, nun sitzen wir mittendrin.
Leider sind auch Österreich und Tirol keine Inseln der Seligen mehr.
Rezession droht zwar vorerst keine, die goldenen Jahre sind aber
vorbei. Das zeigen spektakuläre Pleiten wie bei Kematen Cosmetics und
der Jobabbau bei weltweit agierenden Tiroler Firmen wie Swarovski
oder Geiger.
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