• 29.08.2008, 13:42:33
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  • OTS0266 OTW0266

Kassensanierung: Ärztekammer weist Leitl-Kritik zurück

Dorner: "Untauglicher Versuch, die Geschichte umzuschreiben"

Wien (OTS) - Als "untauglichen Versuch, die Geschichte
umzuschreiben" kritisiert der Präsident der Österreichischen
Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, die heutige Darstellung von
Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl, Ärztekammerfunktionäre
hätten die zurückliegende Gesundheitsreform "torpediert". "Jeder im
Land weiß, dass das zentralistisch ausgelegte Kassensanierungspapier
nicht an der Ärzteschaft, sondern an seiner mangelnden Tauglichkeit
und massiven internen Widerständen im Parlament scheiterten. Die
heutige Meldung Leitls ist ein durchsichtiges Manöver, einen
Sündenbock zu stempeln, um vom schlechten eigenen Vorgehen bei der
Reform abzulenken", erklärte Dorner in einer Aussendung am Freitag.
Es sei bedauerlich, dass das Thema Gesundheitspolitik zu einem
Zeitpunkt, da im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach
internationale Experten appellierten, das Feld als
Querschnittsmaterie mit wichtigen ethischen und humanitären Aspekten
zu betrachten, erneut für die Tagespolitik ausgeschlachtet werde.
Wenn die Wirtschaft die Ansage für eine "neue politische Kultur" des
Miteinander allerdings ernst meine, sei dies sehr zu begrüßen, und er
erwarte praktische Signale.

Im Gegensatz zur "eigenwilligen Auslegung" des
Wirtschaftskammerpräsidenten sei die zentral im Geschehen des
Gesundheitswesens stehende Ärzteschaft bei der ursprünglichen Planung
des "reinen Spar- und Zentralismuspapiers" nicht mit eingebunden
worden. "Als man uns dann endlich- spät, aber doch- eingebunden hat,
haben wir gute und auch langfristig tragfähige Lösungen vorgelegt und
einen Kompromiss mit den Parlamentariern gefunden. Leider ist dessen
Umsetzung daran gescheitert, dass die Koalition im letzten Moment
quasi implodierte. Wir sind konsensorientiert, dialogfähig und
jederzeit bereit, an Lösungen für die Probleme des Systems
mitzuarbeiten. Wir halten unser Angebot und die gefundenen
Lösungsvorschläge auch für die kommende Bundesregierung aufrecht", so
Dorner.

Rückfragehinweis:
Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33

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