Neubauer: Landeshauptleute Platter und Durnwalder ignorieren die Zerreißung des Landes Tirol

Freiheitliche unterstützen Tragen der Dornenkrone bei Landesfestzug 2009

Wien (OTS) - In den Bezirksblättern Tirol sprachen sich die beiden Tiroler Landeshauptleute Luis Durnwalder und Günther Platter dagegen aus, dass beim Landesfestzug 2009 die Dornenkrone mitgeführt werde. Sie würden das nicht dulden. "Diese Aussagen sind ungeheuerlich und werden von mir auf das Schärfste zurückgewiesen", sagte heute der FPÖ-Südtirolsprecher NAbg Werner Neubauer.

"Die Dornenkrone war schon in den Landesfestzügen der Jahre 1959 und 1984 Symbol für die Zerreißung des Landes Tirol. Sie zeigt auf, dass die Südtiroler trotz lokaler Autonomierechte fremdbestimmt in einem fremden Staat leben müssen. Sie soll nicht als Provokation, sondern als Denkanstoß dienen. Ein Prozess, der auch den beiden Landeshauptleuten anzuraten wäre."

Die Grenzbalken und Zollkontrollen zwischen den getrennten Teilen Tirols seien verschwunden, führt Neubauer aus. Auch sei auf beiden Seiten des Brenners die gleiche Währung in Verwendung, doch seien die fremde Regierungsgewalt und Gesetzgebung in Rom geblieben. Geblieben seien auch die staatliche italienische Verwaltung, die Justiz, die Polizei, die Carabinieri und die fremde Armee.

"Beiden Landeshauptleuten sei an dieser Stelle gesagt, dass es sich bei dem von ihnen ausgeübten um ein auf Zeit verliehenes Amt handelt", hält Neubauer fest. "Die Tiroler auf beiden Seiten der Unrechtsgrenze am Brenner werden bei nächster Gelegenheit solche Aussagen zu bewerten wissen. Platter ist ja überdies kurioserweise Landeshauptmann, ohne sich der Tiroler Bevölkerung zur Wahl gestellt zu haben. Mit Luis Durnwalder hat die römische Regierung einen Mann in Bozen sitzen, der seit Jahren italienische Interessen in den Vordergrund seiner politischen Tätigkeit stellt.", so Neubauer.

Die Unrechtsgrenze, die nach den Worten des verstorbenen Landeshauptmannes Eduard Wallnöfer immer noch eine offene, blutende Wunde ist, geht auch heute noch quer durch das Land und auch durch viele Herzen, so Neubauer.

"Auch der sehnliche Wunsch der italienischen Nationalisten und Faschisten, den Südtirolern endlich die Italianisierung aufzuzwingen, besteht unverändert", berichtet der freiheitliche Abgeordnete. "Gehegt und gepflegt von der Staatsmacht, sind auch die zahlreichen faschistischen "Denkmäler" als Zeichen der geistigen Unterdrückung unverändert gegenwärtig. Eine politische Forderung, diese geistige Unterdrückung zu verfestigen wurde unlängst vom faschistischen Politiker Giorgio Holzmann erhoben, nämlich die Wiedererrichtung des "Kapuziner Wastl" in Bruneck in seiner ursprünglichen Form. Das, anlässlich des Abessinienfeldzuges (Äthiopien) errichtete faschistische Denkmal steht für Menschenverachtung, Unterdrückung und Faschismus. Es muss beseitigt und nicht restauriert werden", stellte Neubauer entschieden fest.

Es ist erstaunlich mit welcher Ignoranz die beiden Landeshauptleute zu leugnen versuchen, dass die ersehnte Landeseinheit eben nach wie vor nicht besteht. Wie anders wäre es sonst möglich, dass es zwei Tiroler Landeshauptleute gibt.

So wie das Selbstbestimmungsrecht vom Tiroler Volk ausgehen muss, muss auch die Entscheidungsfindung, ob die Dornenkrone mitgeführt wird oder nicht, in Autonomie der Veranstalter erfolgen.

Nur aus totalitären Regimen sind wir Jubelparaden gewohnt, bei denen die Politik Regie führt. "Platter und Durnwalder haben es zu unterlassen, den Veranstaltungsteilnehmern in der Art ihrer Durchführung der Veranstaltung hinsichtlich der Dornenkrone auch nur irgendwelche Einschränkungen aufzuerlegen", so Neubauer. "Wir Freiheitliche werden das Tragen der Dornenkrone so lange unterstützen, solange das Land Tirol zerrissen ist, es zwei Landeshauptleute gibt und die Landeseinheit nicht wieder hergestellt ist", schloss Neubauer.

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