• 20.08.2008, 13:44:08
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Neubauer: Landeshauptleute Platter und Durnwalder ignorieren die Zerreißung des Landes Tirol

Freiheitliche unterstützen Tragen der Dornenkrone bei Landesfestzug 2009

Wien (OTS) - In den Bezirksblättern Tirol sprachen sich die beiden
Tiroler Landeshauptleute Luis Durnwalder und Günther Platter dagegen
aus, dass beim Landesfestzug 2009 die Dornenkrone mitgeführt werde.
Sie würden das nicht dulden. "Diese Aussagen sind ungeheuerlich und
werden von mir auf das Schärfste zurückgewiesen", sagte heute der
FPÖ-Südtirolsprecher NAbg Werner Neubauer.

"Die Dornenkrone war schon in den Landesfestzügen der Jahre 1959 und
1984 Symbol für die Zerreißung des Landes Tirol. Sie zeigt auf, dass
die Südtiroler trotz lokaler Autonomierechte fremdbestimmt in einem
fremden Staat leben müssen. Sie soll nicht als Provokation, sondern
als Denkanstoß dienen. Ein Prozess, der auch den beiden
Landeshauptleuten anzuraten wäre."

Die Grenzbalken und Zollkontrollen zwischen den getrennten Teilen
Tirols seien verschwunden, führt Neubauer aus. Auch sei auf beiden
Seiten des Brenners die gleiche Währung in Verwendung, doch seien die
fremde Regierungsgewalt und Gesetzgebung in Rom geblieben. Geblieben
seien auch die staatliche italienische Verwaltung, die Justiz, die
Polizei, die Carabinieri und die fremde Armee.

"Beiden Landeshauptleuten sei an dieser Stelle gesagt, dass es sich
bei dem von ihnen ausgeübten um ein auf Zeit verliehenes Amt
handelt", hält Neubauer fest. "Die Tiroler auf beiden Seiten der
Unrechtsgrenze am Brenner werden bei nächster Gelegenheit solche
Aussagen zu bewerten wissen. Platter ist ja überdies kurioserweise
Landeshauptmann, ohne sich der Tiroler Bevölkerung zur Wahl gestellt
zu haben. Mit Luis Durnwalder hat die römische Regierung einen Mann
in Bozen sitzen, der seit Jahren italienische Interessen in den
Vordergrund seiner politischen Tätigkeit stellt.", so Neubauer.

Die Unrechtsgrenze, die nach den Worten des verstorbenen
Landeshauptmannes Eduard Wallnöfer immer noch eine offene, blutende
Wunde ist, geht auch heute noch quer durch das Land und auch durch
viele Herzen, so Neubauer.

"Auch der sehnliche Wunsch der italienischen Nationalisten und
Faschisten, den Südtirolern endlich die Italianisierung aufzuzwingen,
besteht unverändert", berichtet der freiheitliche Abgeordnete.
"Gehegt und gepflegt von der Staatsmacht, sind auch die zahlreichen
faschistischen "Denkmäler" als Zeichen der geistigen Unterdrückung
unverändert gegenwärtig. Eine politische Forderung, diese geistige
Unterdrückung zu verfestigen wurde unlängst vom faschistischen
Politiker Giorgio Holzmann erhoben, nämlich die Wiedererrichtung des
"Kapuziner Wastl" in Bruneck in seiner ursprünglichen Form. Das,
anlässlich des Abessinienfeldzuges (Äthiopien) errichtete
faschistische Denkmal steht für Menschenverachtung, Unterdrückung und
Faschismus. Es muss beseitigt und nicht restauriert werden", stellte
Neubauer entschieden fest.

Es ist erstaunlich mit welcher Ignoranz die beiden Landeshauptleute
zu leugnen versuchen, dass die ersehnte Landeseinheit eben nach wie
vor nicht besteht. Wie anders wäre es sonst möglich, dass es zwei
Tiroler Landeshauptleute gibt.

So wie das Selbstbestimmungsrecht vom Tiroler Volk ausgehen muss,
muss auch die Entscheidungsfindung, ob die Dornenkrone mitgeführt
wird oder nicht, in Autonomie der Veranstalter erfolgen.

Nur aus totalitären Regimen sind wir Jubelparaden gewohnt, bei denen
die Politik Regie führt. "Platter und Durnwalder haben es zu
unterlassen, den Veranstaltungsteilnehmern in der Art ihrer
Durchführung der Veranstaltung hinsichtlich der Dornenkrone auch nur
irgendwelche Einschränkungen aufzuerlegen", so Neubauer. "Wir
Freiheitliche werden das Tragen der Dornenkrone so lange
unterstützen, solange das Land Tirol zerrissen ist, es zwei
Landeshauptleute gibt und die Landeseinheit nicht wieder hergestellt
ist", schloss Neubauer.

Rückfragehinweis:
FPÖ

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