- 11.08.2008, 08:54:01
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Teuerung: Erhöhung der Ersatzrate bei Arbeitslosenleistungen! Armutskonferenz fordert notwendigen Schritt zur Armutsvermeidung. Notstandshilfe seit 2000 um 8% gesunken.
Wien (OTS) - Österreich liegt mit der Höhe der
Arbeitslosenleistungen mit vergleichbaren OECD-Ländern im unteren
Drittel. "Eine Erhöhung der Nettoersatzrate ist ein notwendiger
Schritt zur Armutsvermeidung", fordert die Armutskonferenz angesichts
vieler an die Teuerung nicht angepassten Sozialleistungen. So ist die
Notstandshilfe seit 2000 um 8% gesunken. Ein durchschnittliches
Einkommen reicht nicht mehr aus, damit das Arbeitslosengeld, das man
nach dem Verlust des Arbeitsplatzes bezieht, über der Armutsschwelle
liegt. "Der EU-Durchschnitt der Ersatzrate liegt bei 70%, Österreich
bei 55%.", so Diakonie-Sozialexperte Martin Schenk.
Höhe des Arbeitslosengeldes im internationalen Vergleich.
http://www.ots.at/redirect.php?armut3
Die Höhe des Arbeitslosengeldes steht in keinem direkten
Zusammenhang mit der Höhe der Arbeitslosigkeit. Wäre das so, müsste
in den Ländern mit dem niedrigsten Arbeitslosengeld auch die
niedrigste Arbeitslosigkeit sein. Das trifft nicht zu. "In Polen mit
niedrigstem Arbeitslosengeld herrscht hohe Arbeitslosigkeit. In
Dänemark mit dem höchsten Arbeitslosengeld gibt es niedrige
Arbeitslosigkeit.", analysiert Schenk. "Dänemark zeigt auch, dass
eine ausreichende Existenzsicherung nicht den Anreiz für
Erwerbsarbeit mindert: Bei einer hohen Nettoersatzrate von 90% ist
die Verweildauer in Arbeitslosigkeit geringer als in Österreich mit
einer niedrigen Nettoersatzrate von 55%." Der Grund: Das
Arbeitslosenversicherungssystem erklärt nur einen Bruchteil der
Arbeitslosigkeit, während andere Faktoren wir Bildungs-, Finanz- und
Wirtschaftspolitik eine wichtigere Rolle spielen. Die Lösung eines
Problems muss nicht dort zu finden sein, wo das Problem sichtbar
wird, so Schenk
Die Erhöhung der Arbeitslosenleistung und ihre Anpassung an die
Teuerung muss Teil eines "Mindestsicherungs-ABC" sein, das die
materielle Mindestsicherung (A), soziale Dienstleistungen (B) und
aktive Arbeitsmarktpolitik (C) umfassen muß", so
Diakonie-Sozialexperte Martin Schenk.
www.mindestsicherung.at
Rückfragehinweis:
DIE ARMUTSKONFERENZ. Österreichisches Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Die Mitgliedsorganisationen der Armutskonferenz betreuen und unterstützen 500 000 Hilfesuchende im Jahr www.armutskonferenz.at Tel: 01/ 409 80 01 oder mobil 0664/ 544 55 54 Koordinationsbüro Armutskonferenz Tel: 01/ 402 69 44
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