Teuerung: Erhöhung der Ersatzrate bei Arbeitslosenleistungen! Armutskonferenz fordert notwendigen Schritt zur Armutsvermeidung. Notstandshilfe seit 2000 um 8% gesunken.

Wien (OTS) - Österreich liegt mit der Höhe der Arbeitslosenleistungen mit vergleichbaren OECD-Ländern im unteren Drittel. "Eine Erhöhung der Nettoersatzrate ist ein notwendiger Schritt zur Armutsvermeidung", fordert die Armutskonferenz angesichts vieler an die Teuerung nicht angepassten Sozialleistungen. So ist die Notstandshilfe seit 2000 um 8% gesunken. Ein durchschnittliches Einkommen reicht nicht mehr aus, damit das Arbeitslosengeld, das man nach dem Verlust des Arbeitsplatzes bezieht, über der Armutsschwelle liegt. "Der EU-Durchschnitt der Ersatzrate liegt bei 70%, Österreich bei 55%.", so Diakonie-Sozialexperte Martin Schenk.

Höhe des Arbeitslosengeldes im internationalen Vergleich.
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Die Höhe des Arbeitslosengeldes steht in keinem direkten Zusammenhang mit der Höhe der Arbeitslosigkeit. Wäre das so, müsste in den Ländern mit dem niedrigsten Arbeitslosengeld auch die niedrigste Arbeitslosigkeit sein. Das trifft nicht zu. "In Polen mit niedrigstem Arbeitslosengeld herrscht hohe Arbeitslosigkeit. In Dänemark mit dem höchsten Arbeitslosengeld gibt es niedrige Arbeitslosigkeit.", analysiert Schenk. "Dänemark zeigt auch, dass eine ausreichende Existenzsicherung nicht den Anreiz für Erwerbsarbeit mindert: Bei einer hohen Nettoersatzrate von 90% ist die Verweildauer in Arbeitslosigkeit geringer als in Österreich mit einer niedrigen Nettoersatzrate von 55%." Der Grund: Das Arbeitslosenversicherungssystem erklärt nur einen Bruchteil der Arbeitslosigkeit, während andere Faktoren wir Bildungs-, Finanz- und Wirtschaftspolitik eine wichtigere Rolle spielen. Die Lösung eines Problems muss nicht dort zu finden sein, wo das Problem sichtbar wird, so Schenk

Die Erhöhung der Arbeitslosenleistung und ihre Anpassung an die Teuerung muss Teil eines "Mindestsicherungs-ABC" sein, das die materielle Mindestsicherung (A), soziale Dienstleistungen (B) und aktive Arbeitsmarktpolitik (C) umfassen muß", so Diakonie-Sozialexperte Martin Schenk.
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