- 09.07.2008, 21:36:55
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"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Der Preis für Tollpatschigkeit" (Von Gabriele Stark)
Die drohende Abberufung hat Medizin-Rektor Sorg beschädigt. Wer das Bummerl kriegt, ist aber noch offen.
Innsbruck (OTS) - Rektor Clemens Sorg ist angepatzt. Egal ob er
als Kämpfernatur die drohende Abberufung durch den Uni-Rat abwenden
kann oder nicht. Sorg machte durchaus Fehler. Der erste war, sich
zwei seiner Vizerektoren aufdrücken zu lassen. Das Teamspiel
funktionierte von Beginn an nicht. Roland Staudinger ging
schließlich. Ihn nicht nachzubesetzen, war ein weiterer, ebenso,
keinen Forschungs-Vize einzusetzen. Die Ohrfeigen, die Sorg wegen
seiner undiplomatischen Art in den ersten Monaten einzustecken
lernte, ließen ihn zudem kommunikationsscheu werden, intern wie
medial. So blieben Baustellen offen und neue kamen hinzu. Und doch
sind es nicht die Fehler, die Sorg in Bedrängnis bringen: Es ist das,
was er zu verändern versucht im Beharrungssystem der Mediziner. Er
stellt sich taub gegen Freunderlwirtschaft und politische
Interventionen. Er stellt wissenschaftliche Verantwortung und
Korrektheit über Schönfärberei und Vertuschung. Das stört mächtige
Kreise und ihre Interessen. Dass Sorg mit der neuen Tilak-Führung gut
kann, verstärkt deren Unwohlsein: Das Gegeneinanderausspielen
funktioniert nicht mehr. Ob aber am Ende Sorg oder der Uni-Rat den
ersten Platz für Tollpatschigkeit verdient, ist noch offen. Denn die
Suppe der Rats-Vorwürfe gegen den Rektor ist - derzeit - dünn. Der
Rat genehmigte erst den Jahresabschluss und bekam dann Bedenken.
Zudem blieben im Rat bisher viele Punkte unerledigt, wie etwa die von
den Professoren und Sorg gewünschte Doch-noch-Berufung zweier
Vizerektoren. Und dass sich der Rat eine mehr als satte Erhöhung der
Aufwandsentschädigungen schenkte, kam nirgends gut an. Im Interesse
der Medizin-Uni ist das nicht.
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