• 09.07.2008, 11:47:20
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Oberhauser: ÖVP will Pflichtversicherung zerstören und "freien Markt" bei der Krankenversicherung durchsetzen

Umstellung auf Versicherungspflicht wird enorme Nachteile für Versicherten bringen

Wien (SK) - "Noch bevor diese von der Volkspartei beendete
Legislaturperiode abgelaufen ist, lässt ÖVP ihre Maske fallen und
zeigt in Person von ÖVP-Klubobmann Schüssel ihr wahres, neoliberales
Gesicht; in einer Rede im Nationalrat fordert der 'eigentliche'
ÖVP-Chef Schüssel eine Abkehr von der Pflichtversicherung in der
Krankenversicherung und will hin zur Versicherungspflicht",
unterstrich SPÖ-Gesundheitssprecherin Sabine Oberhauser Mittwoch am
Rande der Debatte zum Neuwahlbeschluss im Nationalrat. "Was sich
harmlos anhört, wird für die Versicherten enorme Nachteile bringen,
mit gravierenden Verschlechterungen bei den Leistungen, bis hin zu
viermal höhere Versicherungsbeiträge als wir sie jetzt haben. Nach
dieser Meldung von Schüssel, wundert es mich nicht mehr, dass die ÖVP
die Verhandlungen zu einer Gesundheitsreform willkürlich platzen
ließ", machte Oberhauser aufmerksam. ****

Denn der Unterschied zum derzeitigen System der
Pflichtversicherung bedeute nicht nur, wie Schüssel weismachen will,
die Wahlmöglichkeit der Versicherten, die sich ihre Versicherung
aussuchen können, sondern auch die Möglichkeit der Versicherungen,
sich ihre Kunden auszusuchen. "In Deutschland können wir diese
Umstellung auf eine Versicherungspflicht bereits seit einigen Jahren
studieren. Die Folgen sind mehr als einschneidend: Alte und chronisch
Kranke müssen einen wesentlich höheren Beitrag für ihre
Krankenversicherung zahlen, als es bei uns in Österreich der Fall
ist. Die kostenlose Mitversicherung von Angehörigen ist dann
ebenfalls vorbei. Dann muss man für jedes Kind oder für die Ehegatten
extra Beiträge zahlen. Junge, gesunde Menschen haben es gut, sie
werden mit geringen Beiträge gelockt. Wird man älter oder krank, ist
es aber rasch vorbei mit günstigen Versicherungen. Dann schlägt der
nun 'freie Versicherungsmarkt' erbarmungslos zu und schränkt rasch
Leistungen ein und setzt die Beiträge hinauf", gab die
SPÖ-Gesundheitssprecherin zu bedenken.

"Mit der Umstellung auf eine Versicherungspflicht wird die derzeit
sehr gut funktionierende Solidargemeinschaft aufgegeben, und der Weg
in die Zwei-Klassen-Medizin ist beschritten. Die, die es sich leisten
können, werden alle Vorteile des Versicherungs- und
Gesundheitssystems haben, alle anderen, vor allem wenn sie alt und
krank sind, werden durch die Finger schauen", schloss Oberhauser.
(Schluss) sl/mm

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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