- 08.07.2008, 15:32:37
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Bayr: Gentechnik löst Nahrungsmittelkrise nicht
SPÖ-Umweltsprecherin für stärkere Unterstützung der gentechnikkritischen Forschung
Wien (SK) - "Auf internationaler Ebene gibt es noch immer die
Meinung, man kann die Nahrungsmittelkrise mit Gentechnik bekämpfen",
betonte die SPÖ-Bereichssprecherin für Umwelt und globale Entwicklung
Petra Bayr am Dienstag im Rahmen der Nationalratsdebatte. Dabei, so
Bayr, seien andere Gründe dafür auszumachen, nämlich ungleiche
Verteilung, falsche Politik und Spekulationen mit Rohstoffen. "Es
gibt eine Menge von Maßnahmen, um die Nahrungsmittelkrise zu
bekämpfen. Gentechnik spielt dabei keine Rolle", unterstrich die
SPÖ-Abgeordnete. ****
Zur ungleichen Verteilung merkte Bayr an, dass die
Entwicklungsländer wesentlich schlechteres Saatgut zur Verfügung
hätten. Darüber hinaus hätten Experten festgestellt, dass ein Viertel
bis ein Drittel der Nahrungsmittel verrotten würde, weil sie nicht
auf die Märkte gebracht werden können und die Hungernden nicht
erreichen würden. Diesem Problem könne man mit einer intelligenten
Entwicklungspolitik beikommen, die die ländliche Entwicklung fördere
und den Ausbau der Infrastruktur forciere.
Zur falschen Politik gehöre etwa die Debatte um die
Agrosprit-Beimischung. Sie, Bayr, sei erleichtert, dass das
Europäische Parlament einen Beschluss gefasst habe, das
10-Prozent-Beimischungsziel zu revidieren. Auch der IWF habe für
Kredite harte Konditionen aufgestellt und die Entwicklungsländer
aufgefordert, für den Exportmarkt zu produzieren und somit die
Nahrungsmittelsouveränität der Entwicklungsländer untergraben. "Aber
falsche Politik kann man ändern", so Bayr. Man könne etwa
Exportsubventionen abschaffen, die die Entwicklungsländer besonders
treffen.
"Die kurzfristigen Spekulationen mit Rohstoffen sind seit 2005 um
das Dreifache gestiegen", erläuterte die SPÖ-Abgeordnete. Dies führe
zu einer Verteuerung der Lebensmittel, mit einer europäischen
Spekulationssteuer könne man dagegen ankämpfen. Um die
Nahrungsmittelkrise zu bekämpfen, sei es auch wichtig, verstärkt zu
forschen und die gentechnikkritische Wissenschaft zu unterstützen,
denn "die WTO wird sich nicht von 5-Parteien-Anträgen beeindrucken
lassen", dazu brauche es wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse.
Abschließend merkte Bayr an, dass es schön gewesen wäre, wenn
solche Fünf-Parteien-Anträge auch bei anderen wichtigen Themen, wie
etwa dem Klimaschutz, möglich gewesen wären. "Aber vielleicht wird es
ja in Zukunft besser", so Bayr. (Schluss) sw
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493
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