- 30.06.2008, 11:59:53
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Geflügelwirtschaft fordert Kennzeichnungspflicht für verarbeitete Eier
Konsumenten sollen über Haltungsform der Legehennen informiert werden
Wien (AIZ) - Die Zentrale Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen
Geflügelwirtschaft (ZAG) hat sich heute dafür ausgesprochen, dass
nicht nur Frischeier im Handelsregal, sondern auch verarbeitete Eier
in Kuchen, Nudeln oder anderen Lebensmitteln, die immerhin mehr als
50% des gesamten Eierkonsums in Österreich ausmachen, nach der
Haltungsform der Legehennen gekennzeichnet werden. Zusätzlich sollen
auch Produkte, in denen ausländische Käfigeier verarbeitet wurden als
solche gekennzeichnet werden. "Der Konsument muss künftig klar
erkennen können, wenn österreichische Boden-, Freiland- und
Biofreilandeier verwendet werden", argumentiert die ZAG.
Im Mai 2004 wurde bekanntlich im österreichischen Parlament
einstimmig der Ausstieg aus der Käfighaltung beschlossen. Grund für
die Entscheidung war das steigende Bedürfnis der Österreicher/-innen
nach tierfreundlicher produzierten Lebensmitteln. Ab Jänner 2009 wird
es daher keine Eier aus konventioneller Käfighaltung mehr aus
österreichischer Produktion geben. Bei Frischeiern im Regal hat sich
der Handel bereits 2007 dafür entschieden, ausschließlich heimische
Eier aus Boden-, Freiland- oder Biofreilandhaltung zu verkaufen.
Das Gesundheitsministerium hat den Ausstieg aus der Käfighaltung
konsequent weiterentwickelt. Ein Verordnungsentwurf sieht die
verpflichtende Kennzeichnung von Lebensmittel mit Eiern hinsichtlich
der Legehennen-Haltungsform vor. Eine Kennzeichnung ist auch für die
Speisekarten der Gastronomie vorgesehen. "Die Konsumenten sollen
jetzt nicht nur bei frischen Eiern im Regal das Recht bekommen mit zu
entscheiden, wie die Tiere gehalten werden. Auch bei den
'versteckten' Eiern, die für unsere Lebensmittel verwendet werden,
muss der Konsument die freie Wahl bekommen", erklärt Franz Schrall,
Obmann der ZAG.
Die Erzeugergemeinschaft EZG Frischei GmbH, schätzt, dass bisher
Eier von rund 1 Mio. Legehennen aus österreichischer Käfighaltung in
der Gastronomie und der Lebensmittelproduktion ihren Absatz gefunden
haben. "Wandert diese Zahl an Tieren ins Ausland ab, dann werden
nicht nur viele österreichische Legehennenhalter, die erst kürzlich
in neue tierfreundliche Haltungssysteme investiert haben,
wirtschaftlich gefährdet. Dann verlieren wir auch das eigentliche
Ziel aus den Augen, das mit dem Verbot der Käfighaltung verfolgt
wurde, nämlich entsprechend dem Wunsch der Konsumenten für Österreich
wegweisende neue Tierschutzstandards zu setzen. Wird das Thema jetzt
in der Öffentlichkeit nicht klar kommuniziert, dann wird das Problem
lediglich exportiert und wir verlieren die Wertschöpfung in
Österreich", warnt EZG Frischei-Geschäftsführer Benjamin
Guggenberger.
"Ohne diese zwingende Deklaration bei verarbeiteten Eiern in
Lebensmitteln ist deren Herkunft für die Konsumenten in keinster
Weise nachvollziehbar. Vielmehr könnten die Verbraucher nach wie vor
annehmen, Eier aus artgerechter österreichischer Produktion zu
erhalten. Nur ein klarer Hinweis auf die Art der Legehennenhaltung
wird einerseits dem gesteigerten Informationsbedürfnis der
Konsumenten gerecht und hilft andererseits faire
Produktionsbedingungen für die heimischen Bauern und deren Legehennen
zu schaffen", so Schrall.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
DI Michael Wurzer ZAG - Zentrale Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft Dresdner Strasse 89/19 1200 Wien t: +43-1-334 17 21 -60 f: +43-1-334 17 13 m: +43-664-84 53 023 e: [email protected]
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