- 27.06.2008, 11:18:17
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Ärzteprotest: Große Solidarität bei den Patienten spürbar
Informationsstände als Plattformen genutzt, um Hintergründe zur Gesundheitsreform zu erfragen
Wien (OTS) - Erfreut über die "große Solidarität der Patienten,
die sie unseren Ärzten gegenüber an den derzeit in ganz Wien
aufgestellten Informationsständen bekundet haben", zeigt sich heute,
Freitag, der Vizepräsident der Wiener Ärztekammer, Johannes
Steinhart. Die Wiener Ärzte halten seit gestern, Donnerstag,
inklusive heute, Freitag, ihre Ordinationen geschlossen. Ergänzend zu
dieser Protestaktion wurden in ganz Wien Informationsstände
aufgestellt, an denen Wiener Ärztinnen und Ärzte über die
Auswirkungen der Gesundheitsreform und die Forderungen der
Ärzteschaft informieren. ****
Ihm, Steinhart, seien zahlreiche Rückmeldungen mitgeteilt worden,
wonach die Patienten durchwegs verständnisvoll auf den zweitägigen
Ärzteprotest reagieren und sich überwiegend solidarisch mit den
Ärzten erklärt hätten. Diese Einschätzung bestätigt auch
Lungenfacharzt Heinrich Stolz, der heute, Freitag, den Stand in der
Lugner City betreut: "Im Gespräch mit den Patienten wird klar, dass
die überwiegende Anzahl der Patienten auf unserer Seite ist und sie
die Protestaktionen billigen und verstehen. Die meisten haben auch
bestätigt, dass sie bei weiteren Maßnahmen hinter der Ärzteschaft
stehen würden."
Diese Erfahrung teilt auch Friedrich Hartl, Facharzt für
Physikalische Medizin, der die Patienten beim Informationsstand im
Twin Tower informiert: "Wir sind überrascht, wie groß das Verständnis
bei den Patienten ist, aber leider zugleich auch ihre Angst davor,
dass sie zukünftig nach staatlich vorgegebenen Leitlinien behandelt
werden, anstelle einer individuellen Einschätzung ihres Arztes." Auch
würden die Patienten befürchten, dass sie durch die staatliche
Vorgabe der Behandlung keine optimale Betreuung mehr erhielten,
sondern - wie in vielen anderen Bereichen des Wirtschaftslebens auch
- eine Minimalvariante nach ökonomischen Gesichtspunkten.
Zudem hätten die Patienten enorme Angst, dass - wenn es kein loses
Netzwerk von Ordinationen mehr gäbe, sondern große Einheiten wie
beispielsweise Versorgungszentren oder in Ketten organisierte
Anbieter - viel Geld, das normalerweise den Patienten zugute käme,
als Gewinne von den Betreibern dieser Zentren aus dem System
abgesaugt würde. "Es ist auch durchgängig festzustellen, dass die
Patienten wissen, dass die Qualität der ärztlichen Behandlung künftig
dadurch beurteilt wird, ob billig genug behandelt wurde. Die
Patienten haben verstanden, dass es bei dieser Reform auch um sie
geht", so Hartl. (kp)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle Dr. Hans-Peter Petutschnig Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222 Fax: (++43-1) 51501/1289 mailto:[email protected] http://www.aekwien.at
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