• 16.06.2008, 13:15:14
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Ärztestreik: Kräftige Unterstützung der Ärzteschaft

Dorner: "Gesundheitsreform ist keine Reform, sondern schleichende Verstaatlichung"

Wien (OTS) - Klare Worte zur Gesundheitsreform fand heute, Montag,
Ärztekammerpräsident Walter Dorner bei einer
Fortbildungsveranstaltung der Wiener Ärztekammer, die im Rahmen des
österreichweiten Ärztestreiks im "Studio 44" abgehalten wurde: "Diese
Gesundheitsreform ist keine Reform, sondern vielmehr eine
schleichende Verstaatlichung des österreichischen
Gesundheitssystems", betonte der Ärztechef in Hinsicht auf den morgen
stattfinden Sozialausschuss. ****

Das große Interesse der Ärztinnen und Ärzte - der
Veranstaltungsraum des "Studio 44" war bis zum letzten Platz besetzt
- mache klar, wie "bedrohlich unsere Berufsgruppe den Pfad empfindet,
auf dem die Gesundheitspolitiker derzeit wandeln", betonte Dorner.
Mehr als 1000 Ärztinnen und Ärzte werden den ganzen Tag über bei der
Fortbildungsveranstaltung erwartet.

Es sei im Interesse der Ärzte wie auch der Patienten, dass die so
genannte Gesundheitsreform unbedingt verhindert werden müsse. Aus
diesem Grund seien die aktuellen "Sicherungsmaßnahmen" zum Erhalt der
Qualität im österreichischen Gesundheitssystem "absolut notwendig",
so der Ärztekammerpräsident. Es könne nicht angehen, dass "wir in
Zukunft für die billigste und nicht die beste Medizin sorgen müssen",
betonte Dorner.

Die "Qualitätssicherung in der medizinischen Praxis" war dann auch
zentrales Thema des ersten Vortrags von Allgemeinmedizinerin Susanne
Rabady. Die Leitlinien-Expertin warnte davor, dass
"Qualitätssicherung leicht in Qualitätsverhinderung umschlagen"
könne. Der Umgang mit Leitlinien und Behandlungspfaden in der
medizinischen Praxis erfordere einen hohen Aufwand und hohes
medizinisches Expertenwissen. "Zahler von Leistungen mit der
Erstellung von Leitlinien zu betrauen, ist daher unbedingt abzulehnen
und zu verhindern", so Rabady in Richtung Gesundheitsministerin.

Der hohe medizinische Aufwand sei zudem mitverantwortlich dafür,
dass es nicht zu allen medizinischen Fragestellungen Leitlinien gebe.
"Wie soll das in Zukunft ausschauen: Wer wird entscheiden, welche
Leitlinien verbindlich sind? Welche Kriterien werden ausschlaggebend
sein? Und: Wer trägt die Verantwortung?", stellte Rabady die noch
offenen "und dringend zu klärenden" Punkte in den Raum.

Und Dorner ergänzt: "Die Reform in ihrer aktuellen Form stellt
einen massiven Eingriff des Gesundheitsministeriums in die ärztliche
Berufsausübung dar. Trotzdem wirft man uns vor, wir würden mit der
heutigen Aktion unsere Patienten im Stich lassen. Aber: Nicht wir
lassen unsere Patienten im Stich, sondern die Politik, die mit dieser
Gesundheitsreform eine Zwei-Klassen-Medizin forciert." (kp)
(Forts. möglich)

Rückfragehinweis:

Ärztekammer für Wien - Pressestelle
   Dr. Hans-Peter Petutschnig
   Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222
   Fax: (++43-1) 51501/1289
   mailto:[email protected]
   http://www.aekwien.at
   
   Mag. Kristin Posch
   Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/8109692
   Fax: (++43-1) 51501/1289
   mailto:[email protected]
   http://www.aekwien.at

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