- 12.06.2008, 14:37:09
- /
- OTS0242 OTW0242
Gesundheitsreform: Kärntner Schulterschluss gegen Zweiklassenmedizin
LH Haider initiierte Kärntner Gesprächsrunde - Situation in den Krankenkassen nicht am Rücken der Ärzte und Patienten austragen
Klagenfurt (LPD) - Klar gegen die geplante Gesundheitsreform
sprach sich heute, Donnerstag, eine Kärntner Gesprächsrunde mit
Landeshauptmann Jörg Haider, Gesundheitsreferent LR Wolfgang Schantl,
Vertretern der Ärzteschaft, der Kabeg und der Krankenhäuser aus.
Haider sieht durch diese Reform die Gefahr einer Zweiklassenmedizin
und eines Diktats der Ökonomie. "Das wichtige Vertrauensverhältnis
zwischen Arzt und Patient darf nicht zugunsten von ökonomischen
Interessen geopfert werden", betonte er in der Pressekonferenz. Auch
Kärntens Ärztekammerpräsident Othmar Haas übte heftige Kritik an der
"unsozialen Bundespolitik". Er sieht durch die geplante Reform
Gewissenskonflikte und Existenzbedrohungen auf die Ärzte zukommen.
Kabeg-Aufsichtsratsvorsitzender Martin Strutz warnte davor, dass
Patienten durch die Reform in die Ambulanzen der Krankenhäuser
hineingetrieben werden. Das würde einen enormen finanziellen Druck
auf die öffentlichen Krankenhäuser bedeuten.
Für Haider hat die Gesundheitsreform diesen Namen gar nicht
verdient. Sie sei technokratisch und "der Patient" komme darin gar
nicht vor, sei für die Bundesregierung ein Fremdwort. Für Haider kann
es außerdem nicht sein, dass die Krankenkassen auf dem Rücken
einzelner Gruppen, nämlich der Ärzte und Patienten, stabilisiert
werden. Kärnten habe bereits den Konsultationsmechanismus angerufen,
wolle vor einem Beschluss die finanziellen Auswirkungen auf die
Länder, wie eigentlich vereinbart, geklärt wissen. Auch Salzburg, die
Steiermark und Oberösterreich würden hier Kärnten folgen. Haider
plant auch eine weitere Gesprächsrunde mit allen Kärntner National-
und Bundesräten. Diese sollten im Interesse Kärntens der geplanten
Reform die Unterstützung verweigern.
Für Haas würde die geplante Reform auf Kosten der Ärzte und
Patienten gehen. Viele Ärzte würden vor einer Existenzbedrohung
stehen. Die Ärzte würden den Patienten nicht das Erlaubte, also
Billigste, sondern das Beste anbieten wollen. Zum am Montag
beginnenden Ärztestreik sagte der Kammerpräsident, dass 80 bis 90
Prozent der niedergelassenen Kärntner Ärzte teilnehmen würden, die
Notversorgung sei aber absolut gesichert. Von den Patienten gebe es
dafür viel Verständnis. "Wir streiken nicht gegen die Kärntnerinnen
und Kärntner und auch nicht gegen die Kärntner Politik", stellte Haas
klar. Der Kärntner Politik attestierte er zudem mehr Weitblick, als
der "unsozialen Bundespolitik".
Für Strutz geht es bei der Gesundheitsreform nicht um die
Weiterentwicklung des Gesundheitssystems, sondern um die finanzielle
Situation der Krankenkassen. Man bekämpfe hier die Symptome anstatt
der Ursachen. Er kritisierte die Misswirtschaft in vielen
Krankenkassen, die damit Auslöser der Reform seien. Daher müssten
auch die Krankenkassen ihren Beitrag in der Sache leisten, die Ärzte
und Patienten sollten die Suppe nicht auslöffeln müssen. Anstatt der
Stärkung des extramuralen Bereiches würde die Reform eine "Explosion
des Ambulanzbereiches" auslösen.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung
Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NKL






