MedUni Wien - Studie belegt: Neue Kreuzband-OP-Methode macht "Freistoß-fit"

Wien (OTS) - Verletzungen des Knies - vor allem der Kreuzbänder -zählen zu den häufigsten Verletzungen im Fußball. Dank einer neuen Methode ist die Wiederherstellung des Knies nach Verletzungen noch besser gewährleistet. Mit Studien zur Rotation bei Freistössen arbeitet eine Wiener Forschergruppe an der Optimierung der Methode.

Gelenke und vor allem das Knie sind die am meisten gefährdeten Körperregionen von FußballerInnen. Mit neuen Methoden konnten die Heilungserfolge vor allem bei Verletzungen des Kreuzbandes in den letzten Jahren erheblich gesteigert werden. "Dem Kreuzband kommt im Knie eine wichtige Rolle zu: Es ermöglicht eine stabile Knieführung und reduziert die Knorpelbelastung. Ohne Kreuzband ermüdet der Muskel vorzeitig und das Kniegelenk verliert seine Stabilität. Die bis vor kurzem üblichen Methoden zur Wiederherstellung dieser Funktionalität konnten nur für bestimmte Sportarten angewandt werden ", so der Sport-Orthopäde Prof. Dr. Gobert Skrbensky von der MedUni Wien. Dank neuer Untersuchungen der MedUni Wien ist klar, dass gerade für die sportartspezifische Belastung beim Fußball die vor einigen Jahren entwickelte Doppelkanal-Rekonstruktion des Kreuzbands bessere Resultate bringt. "In unseren Kinematischen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass für den Fußballschuss gerade die Wiederherstellung der Rotationsstabilität wichtig ist: Diese gelingt eindeutig besser mit der neuen Doppelkanal-Rekonstruktion des Kreuzbandes. Um die exakte Platzierung der Bohrungen festzulegen, kann Computer gestützte Navigation eingesetzt werden, die die chirurgische Erfahrung optimal ergänzt, und eine intraoperative Vermessung erlaubt. "

O-Beine schützen vor Kreuzbandverletzungen - Frauen sind stärker gefährdet

Das Risiko, eine solche Verletzung zu erleiden, ist dabei von vielen Faktoren abhängig. O-Beine sind einer dieser Faktoren. "Wir wissen heute, dass Fußballer vor allem dann besonders stark zu O-Beinen neigen, wenn sie bereits in jungen Jahren viel Fußball gespielt haben. Eine Schweizer Untersuchung hat gezeigt, dass 87 % aller ehemaligen Profifußballspieler bei der Untersuchung ein O-Bein-hatten", berichtet Univ. Dr. Gobert Skrbensky als Zusammenfassung der Veranstaltung Sportchirurgie an der Universitätsklinik für Orthopädie der MedUni Wien. Die Gründe dafür liegen zum einen beim einseitigen Training, das zum verstärkten Muskelzug führt und diese Fehlstellung verursacht. "Wesentlich bedeutender dürfte aber eine Überlastung in der Wachstumsfuge unmittelbar unter dem Kniegelenk sein. Das führt zu einer Wachstumsreduktion auf der Innenseite des Unterschenkelknochens, während an der Außenseite das Wachstum nicht in gleicher weise gestört wird." Für die Belastung der Kreuzbänder hat das positive Auswirkungen, denn O-Beine sind ein Schutz für die Kreuzbänder. Kreuzbandverletzungen weisen darüber hinaus auch starke geschlechtsspezifische Faktoren aus. Beim X-Bein sind Verletzungen der inneren Seitenbänder und Kreuzbandabrisse häufiger, Frauen sind daher im Fußball häufiger von diesen Verletzungen betroffen. Zusätzlich hat das Hormon Östrogen gerade zwischen dem 10. und 14. Tag des Zyklus einen signifikant negativen Einfluss auf die Bandqualität.

Neueste Erkenntnisse im Rahmen von Symposium präsentiert

Anfang Juni referierten im Rahmen einer großen Fortbildungsveranstaltung unter der Leitung von Prof. Dr. Gobert Skrbensky und OA Dr. Michael Matzner nationale und internationale WissenschafterInnen an der MedUni Wien zu spezifischen Krankheitsbildern rund um das Thema Fußball. Das Spektrum der Themen reichte dabei von "Typischen Veränderungen der Lendenwirbelsäule beim Profifußballer" bis zur Antwort auf die Frage: "Können Kopfbälle eine Hirnschädigung verursachen?". Sportartspezifische Symposien wurden von der Abteilung für Sportorthopädie der Universitätsklinik für Orthopädie an der MUW zuletzt für Golfen und Reiten im Rahmen der Ausbildung zum Sportarztdiplom veranstaltet.

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