• 10.06.2008, 11:04:51
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MedUni Wien - Studie belegt: Neue Kreuzband-OP-Methode macht "Freistoß-fit"

Wien (OTS) - Verletzungen des Knies - vor allem der Kreuzbänder -
zählen zu den häufigsten Verletzungen im Fußball. Dank einer neuen
Methode ist die Wiederherstellung des Knies nach Verletzungen noch
besser gewährleistet. Mit Studien zur Rotation bei Freistössen
arbeitet eine Wiener Forschergruppe an der Optimierung der Methode.

Gelenke und vor allem das Knie sind die am meisten gefährdeten
Körperregionen von FußballerInnen. Mit neuen Methoden konnten die
Heilungserfolge vor allem bei Verletzungen des Kreuzbandes in den
letzten Jahren erheblich gesteigert werden. "Dem Kreuzband kommt im
Knie eine wichtige Rolle zu: Es ermöglicht eine stabile Knieführung
und reduziert die Knorpelbelastung. Ohne Kreuzband ermüdet der Muskel
vorzeitig und das Kniegelenk verliert seine Stabilität. Die bis vor
kurzem üblichen Methoden zur Wiederherstellung dieser Funktionalität
konnten nur für bestimmte Sportarten angewandt werden ", so der
Sport-Orthopäde Prof. Dr. Gobert Skrbensky von der MedUni Wien. Dank
neuer Untersuchungen der MedUni Wien ist klar, dass gerade für die
sportartspezifische Belastung beim Fußball die vor einigen Jahren
entwickelte Doppelkanal-Rekonstruktion des Kreuzbands bessere
Resultate bringt. "In unseren Kinematischen Untersuchungen konnte
gezeigt werden, dass für den Fußballschuss gerade die
Wiederherstellung der Rotationsstabilität wichtig ist: Diese gelingt
eindeutig besser mit der neuen Doppelkanal-Rekonstruktion des
Kreuzbandes. Um die exakte Platzierung der Bohrungen festzulegen,
kann Computer gestützte Navigation eingesetzt werden, die die
chirurgische Erfahrung optimal ergänzt, und eine intraoperative
Vermessung erlaubt. "

O-Beine schützen vor Kreuzbandverletzungen - Frauen sind stärker
gefährdet

Das Risiko, eine solche Verletzung zu erleiden, ist dabei von
vielen Faktoren abhängig. O-Beine sind einer dieser Faktoren. "Wir
wissen heute, dass Fußballer vor allem dann besonders stark zu
O-Beinen neigen, wenn sie bereits in jungen Jahren viel Fußball
gespielt haben. Eine Schweizer Untersuchung hat gezeigt, dass 87 %
aller ehemaligen Profifußballspieler bei der Untersuchung ein
O-Bein-hatten", berichtet Univ. Dr. Gobert Skrbensky als
Zusammenfassung der Veranstaltung Sportchirurgie an der
Universitätsklinik für Orthopädie der MedUni Wien. Die Gründe dafür
liegen zum einen beim einseitigen Training, das zum verstärkten
Muskelzug führt und diese Fehlstellung verursacht. "Wesentlich
bedeutender dürfte aber eine Überlastung in der Wachstumsfuge
unmittelbar unter dem Kniegelenk sein. Das führt zu einer
Wachstumsreduktion auf der Innenseite des Unterschenkelknochens,
während an der Außenseite das Wachstum nicht in gleicher weise
gestört wird." Für die Belastung der Kreuzbänder hat das positive
Auswirkungen, denn O-Beine sind ein Schutz für die Kreuzbänder.
Kreuzbandverletzungen weisen darüber hinaus auch starke
geschlechtsspezifische Faktoren aus. Beim X-Bein sind Verletzungen
der inneren Seitenbänder und Kreuzbandabrisse häufiger, Frauen sind
daher im Fußball häufiger von diesen Verletzungen betroffen.
Zusätzlich hat das Hormon Östrogen gerade zwischen dem 10. und 14.
Tag des Zyklus einen signifikant negativen Einfluss auf die
Bandqualität.

Neueste Erkenntnisse im Rahmen von Symposium präsentiert

Anfang Juni referierten im Rahmen einer großen
Fortbildungsveranstaltung unter der Leitung von Prof. Dr. Gobert
Skrbensky und OA Dr. Michael Matzner nationale und internationale
WissenschafterInnen an der MedUni Wien zu spezifischen
Krankheitsbildern rund um das Thema Fußball. Das Spektrum der Themen
reichte dabei von "Typischen Veränderungen der Lendenwirbelsäule beim
Profifußballer" bis zur Antwort auf die Frage: "Können Kopfbälle eine
Hirnschädigung verursachen?". Sportartspezifische Symposien wurden
von der Abteilung für Sportorthopädie der Universitätsklinik für
Orthopädie an der MUW zuletzt für Golfen und Reiten im Rahmen der
Ausbildung zum Sportarztdiplom veranstaltet.

Rückfragehinweis:

Mag.a phil. Nina Hoppe
   Leiterin Abteilung
   Öffentlichkeitsarbeit, Sponsoring, Fundraising
   Medizinische Universität Wien
   Spitalgasse 23
   1090 Wien
   Tel.: +43 1 40 160 - 11 502
   Fax: +43 1 40 160 911 500
   mobil: +43 664 800 16 11 501
   email:[email protected]
   www.meduniwien.ac.at/publicrelations

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