- 04.06.2008, 08:00:00
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Baha’í-Gemeinde Österreich appelliert an Bundeskanzler Dr.Gusenbauer
Bundesregierung soll in Teheran wegen Verhaftung führender Bahá’í intervenieren
Wien (OTS) - Die Nationalversammlung der Bahaí in Österreich, die
einmal jährlich tagende Abgeordnetenversammlung der österreichischen
Baha'í-Gemeinde, hat sich mit einem Appell an Bundeskanzler Dr.Alfred
Gusenbauer und Parlamentspräsidentin Mag.Barbara Prammer gewandt. Die
38 Abgeordneten ersuchen in ihrem Schreiben die Bundesregierung und
das Parlament, bei der iranischen Regierung "schärfsten Protest gegen
die ungerechtfertigte Inhaftierung" der Führungsebene der iranischen
Baha`í-Gemeinde vom 14. Mai 2008 einzulegen.
"Eine direkte Intervention der Bundesregierung in Teheran für eine
Aufhebung dieser Verhaftung ohne konkrete Schuldangabe könnte von
großer Bedeutung sein und helfen, weitere Maßnahmen der iranischen
Regierung in dieser äußerst gefährlichen Situation zu verhindern",
heißt es in dem Schreiben, das am 3.Juni 2008 gleichlautend an
Bundeskanzler Gusenbauer und Parlamentspräsidentin Prammer verschickt
wurde.
Bei den Mitgliedern des am 14. Mai 2008 durch eine konzertierte
Aktion des iranischen Geheimdienstes festgenommenen Führungskreises
der iranischen Baha'í-Gemeinde handelt es sich um Frau Fariba
Kamalabadi, Herrn Jamaloddin Khanjani, Herrn Afif Naeimi, Herrn Saeid
Rezaie, Herrn Behrouz Tavakkoli und Herrn Vahid Tizfahm. Bereits am
5. März 2008 wurde Frau Mahvash Sabet festgenommen.
Baha’í sind friedliebende, loyale Staatsbürger
Medienberichten zufolge behauptete der iranische
Regierungssprecher Gholam-Hossein Elham am 20.Mai, die Inhaftierten
seien aus "Sicherheitsgründen" und nicht aufgrund ihrer religiösen
Überzeugung verhaftet worden. Dazu erklärte Ottilie Käfer, Sprecherin
der österreichischen Baha’í-Gemeinde: "Die Vorwürfe sind völlig
haltlos. In keinem einzigen Fall haben sich Baha'í staatsfeindliche
Aktivitäten zu Schulden kommen lassen." Ihren Glaubensgrundsätzen
gemäß verhalten sich die Baha'í als loyale, friedliebende
Staatsbürger. Die sieben inhaftierten Baha'í werden ausschließlich
aus religiösen Gründen verfolgt, so wie Tausende anderer Baha’í, die
seit 1979 umgebracht, inhaftiert oder im alltäglichen Leben
diskriminiert werden, so die Sprecherin.
EU fordert Religionsfreiheit für Baha'í
Die Europäische Union hat am 21.Mai 2008 ihre tiefe Besorgnis
über die Inhaftierung der sieben führenden Mitglieder der iranischen
Bahá'í-Gemeinde durch den iranischen Geheimdienst zum Ausdruck
gebracht. In einer Erklärung wiederholte die EU ihre ernsthafte Sorge
über die andauernde systematische Diskriminierung und Einschüchterung
der iranischen Baha'í aus religiösen Gründen. Sie forderte die
Islamische Republik Iran dazu auf, jedem das Recht auf Annahme und
Ausübung seiner Religion uneingeschränkt zu gewähren, die
Verfolgungen an der Baha’í-Gemeinde zu beenden und die inhaftierten
Baha‘í freizulassen.
Rückfragehinweis:
Büro für externe Angelegenheiten
der Baha’í-Religionsgemeinschaft Österreich
Ottilie Käfer
Handy 0664 320 29 27
mailto:[email protected]
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