• 02.06.2008, 13:28:40
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Leitl: "10 Jahre EZB sind ein Grund zum Feiern - für die Wirtschaft und die Menschen in Europa"

Österreichs Unternehmen profitieren "jeden einzelnen Tag" vom Wegfall des Währungskursrisikos - Exporterfolge wären ohne Euro "so nie und nimmer möglich"

Wien (PWK422) - "Der zehnte Geburtstag der Europäische Zentralbank
(EZB) ist ein Grund zum Feiern - für die Unternehmen und die Menschen
in Europa", sagt Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ) und des Europäischen Wirtschaftsbunds SME-Union.
"Als die EU-Regierungen das Euro-Projekt auf die Beine stellten, gab
es nicht wenige, die Zeter und Mordio schrien und ein finanzielles
Desaster prophezeiten. Davon kann heute keine Rede mehr sein. Im
Gegenteil: Der Euro ist eine Erfolgsstory, die weltweit einzigartig
ist. Dafür gebührt der EZB, die den europäischen Währungsraum mit
Bedacht durch diese ersten zehn Jahre geführt hat, ausdrücklich
Dank."

Die österreichischen Unternehmen profitierten "jeden einzelnen
Tag" davon, dass es in einem Wirtschaftsraum, der mittlerweile 15
Länder umfasst und eine Bevölkerung von 320 Millionen Menschen
zählt, kein Währungskursrisiko und keine Umwechslungsspesen mehr
gibt, so Leitl. "Die außergewöhnlichen Erfolge des österreichischen
Außenhandels, der 2006 die 100-Milliarden-Euro-Marke bei den Exporten
durchbrochen und 2007 mit 1,5 Milliarden den höchsten
Außenhandelsüberschuss in der zweiten Republik eingefahren hat, wären
ohne den Euro so nie und nimmer möglich gewesen."

Auch dass sich EU-Länder wie Italien, Spanien und andere im
Gegensatz zu früheren Zeiten nicht mehr mit kompetitiven Abwertungen
Exportvorteile verschaffen können, sei für die heimischen Unternehmen
und den Wirtschaftsstandort Österreich insgesamt "ein unbezahlbarer
Vorteil".

Außerdem habe der Euro-Raum im vergangenen Jahrzehnt zahlreiche
externe Schocks - ob die diversen internationale Finanzkrisen, die
Turbulenzen infolge des 11. September oder die aktuelle Kreditkrise
in den USA - zu bewältigen gehabt und das äußerst gut gemeistert.
"Dass es angesichts dieser Verwerfungen gelungen ist, die weltweite
Inflation noch halbwegs in Schach zu halten, kann gar nicht hoch
genug eingeschätzt werden", so Leitl. In den vergangenen zehn Jahren
lag die Teuerungsrate im Euro-Gebiet im Durchschnitt knapp über zwei
Prozent und war damit deutlich niedriger als in den Dekaden davor.

Die jetzige Teuerungswelle sei zwar "bitter" und rufe nach einer
"gemeinsamen koordinierten Antwort auf europäischer Ebene", so Leitl.
Diese dürfe aber nicht "in einer Antwort bestehen, die zu einer
Verringerung der Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen bzw.
europäischen Wirtschaft führt", zumal die Teuerung vor allem im
rasanten Anstieg der Rohöl- und Energiepreise begründet sei.

Leitl macht kein Hehl daraus, dass er sich in den vergangenen
Jahren öfters "ein Agieren in Richtung Zinssenkung und
Wirtschaftsbelebung" der Währungshüter gewünscht hätte. "Doch der
heutige Tag ist ein Tag der Gratulationen und des Feierns. Der Euro
war und ist eines der wichtigsten Projekte Europas. Er symbolisiert
wie nichts sonst in der EU, wie eng die Menschen auf unserem
Kontinent zusammengerückt sind. Und deshalb haben die Bürger Europas
guten Grund, auf die gemeinsame Währung stolz zu sein." (SR)

Rückfragehinweis:

Wirtschaftskammer Österreich
   Stabsabteilung Presse
   Mag. Sabine Radl
   Tel.: 0590900/DW 3590 
   email:[email protected]
   http://wko.at/Presse

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