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Neues Volksblatt: "Story dahinter" (von Christian Buchar)
Ausgabe vom 16. Mai 2008
Linz (OTS) - Es gehört zu den politischen Grundtaktiken,
"Außenfeindschaften" zu forcieren, wenn man innerparteilich unter
Druck steht. So gesehen erzählen die ziemlich geharnischten
Reaktionen aus den Zentralen von SPÖ und Grünen auf die gestrige
Grundsatzrede von ÖVP-Chef Wilhelm Molterer von ganz gewaltigen
Lasten, die sie innerhalb ihrer Parteien unter Druck setzen. Dass
Josef Kalina weitere Privatisierungen prompt ablehnte, kam dabei
nicht überraschend. Sein Rückfall in eine Wahlkampf-Rhetorik, wie sie
in der Unterstellung, Molterer wolle auf einen ungezügelten Markt
setzen, gipfelte, hatte freilich nichts mehr mit Ideologie, sondern
nur mehr mit Ablenkungsanforderungen an einen von Gusenbauers
"Scherzchen" und Gesudere-Attitüden gebeutelten
SPÖ-Bundesgeschäftsführer zu tun. Bei Grünen-Chef Alexander Van der
Bellen, der Molterer eine "Diffamierung" des Sozialstaats und
ähnliche Freundlichkeiten vorwarf, war es wiederum offenbar das
Gegenpendel, nachdem er zuletzt mit Distanz zur SPÖ und Nähe zur ÖVP
kokettiert hatte - was ihm innerparteilich nicht überall gut bekommen
ist. Die Reaktion als Geschichte über sich selbst, auch ein Teil der
Politik...
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