EU-Ziel für erneuerbare Energien bietet riesige Chancen für Österreich

Interessenverbände der Ökoenergien fordern Effizienzmaßnahmen, Energieeinsparung und den konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien

Wien (OTS) - In der aktuellen Novelle zum Ökostromgesetz müssen noch Verbesserungen erfolgen, um einen verstärkten Ausbau erneuerbarer Energie in Österreich zu ermöglichen.

Die Verbände für erneuerbare Energien in Österreich begrüßen die von der EU-Kommission vorgelegte Richtlinie für Erneuerbare Energien, die vorsieht, dass in Europa der Anteil der Erneuerbaren Energien von derzeit 8 % bis 2020 auf 20 % erhöht werden soll.

Die Ziele für den Ausbau der Erneuerbaren Energien sind länderweise unterschiedlich, so soll Schweden den Anteil der Erneuerbaren Energie auf 49 % erhöhen, Österreich im Vergleich dazu auf lediglich 34 %. Die Länder sind verpflichtet, geeignete Maßnahmen zur Erreichung der Zielsetzungen zu ergreifen.

Im Rahmen eines Workshops haben Vertreter der erneuerbaren Energiewirtschaft dieses Ziel der EU-Richtlinie begrüßt und darauf hingewiesen, dass dies ein Mindestziel darstellt, da die österreichische Regierung in ihrem Programm den Ausbau auf 45 % festgelegt hat.

Besonders positiv wird die Tatsache gesehen, dass jetzt für alle Energiemärkte - Kraftstoffe, Strom und Wärme - nationale Aktionspläne ausgearbeitet werden müssen, die darlegen, wie die Ziele und mit welchem Zeitplan die Ziele erreicht werden können.

Die Vertreter der erneuerbaren Energiewirtschaft Österreichs sind überzeugt, dass in Österreich bis 2020 mehr als 34 % des Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden kann -allerdings ist dazu eine Doppelstrategie notwendig:

  • einerseits Energiesparen und Effizienzverbesserung im Bereich Strom, Verkehr und Wärme und
  • gleichzeitig rascher Ausbau aller Formen der erneuerbaren Energie.

Dazu sind neue Rahmenbedingungen notwendig, die nur die Politik herbeiführen kann.

Im Wärmebereich ...

ist die Beschleunigung von anspruchsvoller Gebäudesanierung auf eine Sanierungsrate von mindestens 3 % per Jahr und die konsequente Ausrichtung der Wärmeversorgung auf Fernwärme, Biomasse und Solarthermie mit einer Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energie notwendig.

Im Verkehrsbereich ...

sind eine Fülle von Maßnahmen notwendig - ein konkreter Vorschlag ist die Vorgabe, dass alle Tankstellen ab einer bestimmten Größe mindestens einen alternativen Kraftstoff, sei es Biodiesel (B 100), Ethanol (E 85) oder Biomethan in Verbindung mit Erdgas, anbieten.

Im Strombereich ...

ist ein Stromspargesetz ebenso notwendig wie der rasche Ausbau aller Formen des Ökostroms. Die positiven Elemente der Regierungsvorlage zur Novelle des Ökostromgesetzes müssen im Parlament durch weitere Schritte zu einem funktionierenden System ergänzt werden, das verstärkte Investitionen in erneuerbare Energien vorsieht. Hierbei wären ein weitgehender Wegfall der finanziellen Deckelung und bessere Regelungen für Planungs- und Investitionssicherheit von großer Bedeutung.

Die kommende EU-Richtlinie hat besondere Aktualität im Hinblick auf den epochalen Umbau der Erdöl- und Erdgasmärkte, den wir gerade erleben. Mittlerweile mehren sich die Stimmen namhafter Institutionen, die davon ausgehen, dass der Erdölpreis innerhalb der kommenden 24 Monate die 200 Dollar Marke erreichen wird. Eine solche Entwicklung wird tief greifende Auswirkungen auf die Erdgas- und auf die Strompreise haben. Österreich hat gute Chancen, dieser Preisfalle zu entkommen, wenn alle energiewirtschaftlichen Investitionen im Wärme- und Strombereich Richtung Effizienz, Energiesparen und konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien gelenkt werden und auf fossile Großkraftwerke verzichtet wird. Letzteres ist auch notwendig, um der EU-Richtlinie für erneuerbare Energien zu entsprechen.

Die Neuausrichtung der Energiewirtschaft, wie dies die kommende EU-Richtlinie erfordert, bietet für die rasch wachsende Industrie der erneuerbaren Energien und Umwelttechnologie riesige Chancen. Diese Chancen gilt es mit allen Kräften zu nutzen, um Österreich bestmöglich auf eine Welt des immer teueren und knapperen Erdöls und Erdgases vorzubereiten. In diesem Sinne wird auch die Bundesregierung ersucht, in Brüssel für eine rasche Beschlussfassung der Richtlinie mit einem Ziel von mindestens 34 % erneuerbare Energie für Österreich einzutreten.

In Zukunft wird kein Weg an Effizienzsteigerung, Einsparung und Umstellung auf erneuerbare Energieträger vorbeiführen. Wir entscheiden jetzt, ob wir diese Chance für die europäische Wissenschaft, Wirtschaft und den Arbeitsmarkt nutzen oder ob dies andere Märkte für uns tun.

Alle Vorträge zur Veranstaltung unter: http://www.biomasseverband.at

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