• 15.05.2008, 12:34:12
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EU-Ziel für erneuerbare Energien bietet riesige Chancen für Österreich

Interessenverbände der Ökoenergien fordern Effizienzmaßnahmen, Energieeinsparung und den konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien

Wien (OTS) - In der aktuellen Novelle zum Ökostromgesetz müssen
noch Verbesserungen erfolgen, um einen verstärkten Ausbau
erneuerbarer Energie in Österreich zu ermöglichen.

Die Verbände für erneuerbare Energien in Österreich begrüßen die
von der EU-Kommission vorgelegte Richtlinie für Erneuerbare Energien,
die vorsieht, dass in Europa der Anteil der Erneuerbaren Energien von
derzeit 8 % bis 2020 auf 20 % erhöht werden soll.

Die Ziele für den Ausbau der Erneuerbaren Energien sind
länderweise unterschiedlich, so soll Schweden den Anteil der
Erneuerbaren Energie auf 49 % erhöhen, Österreich im Vergleich dazu
auf lediglich 34 %. Die Länder sind verpflichtet, geeignete Maßnahmen
zur Erreichung der Zielsetzungen zu ergreifen.

Im Rahmen eines Workshops haben Vertreter der erneuerbaren
Energiewirtschaft dieses Ziel der EU-Richtlinie begrüßt und darauf
hingewiesen, dass dies ein Mindestziel darstellt, da die
österreichische Regierung in ihrem Programm den Ausbau auf 45 %
festgelegt hat.

Besonders positiv wird die Tatsache gesehen, dass jetzt für alle
Energiemärkte - Kraftstoffe, Strom und Wärme - nationale Aktionspläne
ausgearbeitet werden müssen, die darlegen, wie die Ziele und mit
welchem Zeitplan die Ziele erreicht werden können.

Die Vertreter der erneuerbaren Energiewirtschaft Österreichs sind
überzeugt, dass in Österreich bis 2020 mehr als 34 % des
Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden kann -
allerdings ist dazu eine Doppelstrategie notwendig:

- einerseits Energiesparen und Effizienzverbesserung im Bereich
Strom, Verkehr und Wärme und
- gleichzeitig rascher Ausbau aller Formen der erneuerbaren
Energie.

Dazu sind neue Rahmenbedingungen notwendig, die nur die Politik
herbeiführen kann.

Im Wärmebereich ...

ist die Beschleunigung von anspruchsvoller Gebäudesanierung auf
eine Sanierungsrate von mindestens 3 % per Jahr und die konsequente
Ausrichtung der Wärmeversorgung auf Fernwärme, Biomasse und
Solarthermie mit einer Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energie
notwendig.

Im Verkehrsbereich ...

sind eine Fülle von Maßnahmen notwendig - ein konkreter Vorschlag
ist die Vorgabe, dass alle Tankstellen ab einer bestimmten Größe
mindestens einen alternativen Kraftstoff, sei es Biodiesel (B 100),
Ethanol (E 85) oder Biomethan in Verbindung mit Erdgas, anbieten.

Im Strombereich ...

ist ein Stromspargesetz ebenso notwendig wie der rasche Ausbau
aller Formen des Ökostroms. Die positiven Elemente der
Regierungsvorlage zur Novelle des Ökostromgesetzes müssen im
Parlament durch weitere Schritte zu einem funktionierenden System
ergänzt werden, das verstärkte Investitionen in erneuerbare Energien
vorsieht. Hierbei wären ein weitgehender Wegfall der finanziellen
Deckelung und bessere Regelungen für Planungs- und
Investitionssicherheit von großer Bedeutung.

Die kommende EU-Richtlinie hat besondere Aktualität im Hinblick
auf den epochalen Umbau der Erdöl- und Erdgasmärkte, den wir gerade
erleben. Mittlerweile mehren sich die Stimmen namhafter
Institutionen, die davon ausgehen, dass der Erdölpreis innerhalb der
kommenden 24 Monate die 200 Dollar Marke erreichen wird. Eine solche
Entwicklung wird tief greifende Auswirkungen auf die Erdgas- und auf
die Strompreise haben. Österreich hat gute Chancen, dieser Preisfalle
zu entkommen, wenn alle energiewirtschaftlichen Investitionen im
Wärme- und Strombereich Richtung Effizienz, Energiesparen und
konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien gelenkt werden und auf
fossile Großkraftwerke verzichtet wird. Letzteres ist auch notwendig,
um der EU-Richtlinie für erneuerbare Energien zu entsprechen.

Die Neuausrichtung der Energiewirtschaft, wie dies die kommende
EU-Richtlinie erfordert, bietet für die rasch wachsende Industrie der
erneuerbaren Energien und Umwelttechnologie riesige Chancen. Diese
Chancen gilt es mit allen Kräften zu nutzen, um Österreich
bestmöglich auf eine Welt des immer teueren und knapperen Erdöls und
Erdgases vorzubereiten. In diesem Sinne wird auch die Bundesregierung
ersucht, in Brüssel für eine rasche Beschlussfassung der Richtlinie
mit einem Ziel von mindestens 34 % erneuerbare Energie für Österreich
einzutreten.

In Zukunft wird kein Weg an Effizienzsteigerung, Einsparung und
Umstellung auf erneuerbare Energieträger vorbeiführen. Wir
entscheiden jetzt, ob wir diese Chance für die europäische
Wissenschaft, Wirtschaft und den Arbeitsmarkt nutzen oder ob dies
andere Märkte für uns tun.

Alle Vorträge zur Veranstaltung unter: http://www.biomasseverband.at

Rückfragehinweis:

DI Stephan Grausam
   Österreichischer Biomasse-Verband
   Franz Josefs-Kai 13, A-1010 Wien
   Tel: 01/533 07 97-32
   Fax: 01/533 07 97-90
   Mobil: 0660/855 68 02
   mailto:[email protected]

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