Ein gelungenes Experiment - Das Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie wird 20

Wien (OTS) - Mit der Eröffnung des Forschungsinstituts für Molekulare Pathologie (IMP) im Mai 1988 wurde der Grundstein für die erfolgreiche Entwicklung des Campus Vienna Biocenter gelegt. Das Wiener Grundlagen-Forschungsinstitut von Boehringer Ingelheim feiert sein zwanzigjähriges Bestehen mit einer wissenschaftlichen Konferenz und einem Alumni-Treffen.

Am 15. und 16. Mai steht die Wiener Hofburg ganz im Zeichen der molekular¬biologischen Forschung. Vor 650 Zuhörern referieren ehemalige und derzeitige IMP-Forscher sowie Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats über ihre aktuellen Forschungsprojekte. Unter den Eröffnungsrednern sind Bundesminister Johannes Hahn und Bürgermeister Michael Häupl sowie Gründungsdirektor Max L. Birnstiel.

Die Zutaten des Erfolgs

Prof. Birnstiel hatte im Jahr 1986 die Aufgabe übernommen, das IMP als Exzellenzzentrum der molekularen Biowissenschaften aufzubauen. Dass Wien als Standort für das ursprünglich als joint venture der Firmen Genentech (USA) und Boehringer Ingelheim (Deutschland) geführte Institut gewählt wurde, hing unter anderem mit der erklärten Unterstützung durch Bund und Stadt Wien zusammen. Innerhalb nur eines Jahres wurde durch die Architekten Häfeli, Streiff und Podsedensek eine Industrieanlage in St. Marx zu einem funktionellen Institutsgebäude umgebaut. Im Mai 1988 konnte das IMP von den mittlerweile rekrutierten Forschungsgruppen bezogen werden. Auf den Schweizer Biologen Max Birnstiel folgte 1997 der britische Genetiker Kim Nasmyth als Direktor. Seit 2006 leitet der australische Neurobiologe Barry Dickson das Institut.

Mit der starken Internationalität, der Orientierung an höchsten Exzellenzkriterien und einer regelmäßigen Evaluierung brachte das IMP in den Achtzigern eine neue Dimension in die österreichische Forschungs¬landschaft. In den vergangenen zwanzig Jahren entwickelte es sich zu einer weltweit beachteten Institution und einem der erfolgreichsten europäischen Institute auf dem Gebiet der Molekularbiologie. Die mittlerweile knapp 200 Wissenschaftler publizieren jährlich 80 bis 100 Forschungsarbeiten in Fachjournalen. Seit der Gründung sind mehr als 1500 wissenschaftliche Arbeiten erschienen und 90 Patente angemeldet worden. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter vier Wittgenstein-Preise, würdigen die hohe Qualität der Forschung.

Zu den Erfolgsfaktoren, die mittlerweile auch für weitere derartige Zentren zum Vorbild wurden, zählen eine schlanke Administration, zentral organisierte wissenschaftliche Serviceeinrichtungen und insbesondere die befristeten Verträge der Forscher, die einen kontinuierlichen Nachschub an neuen Ideen und Projekten gewährleisten. Die Förderung des wissenschaftlichen Nach¬wuchses ist ein zentrales Anliegen des IMP. Seit fünfzehn Jahren werden Doktoranden aus aller Welt im Rahmen eines internationalen PhD-Programms ausgebildet, das in Kooperation mit universitären Einrichtungen durchgeführt wird. Mehr als 200 junge Wissenschaftler starteten auf diese Weise ihre Forscherkarriere am IMP.

Von der Radiofabrik zum Campus

Zu den Universitätsinstituten, die seit 1992 neben dem IMP angesiedelt sind (heute Max F. Perutz Labors), bestanden von Anfang an enge Kontakte. Als Vienna Biocenter teilten sich die beiden Einrichtungen Teile der Gebäude-Infrastruktur. Auf eine gemeinsame Initiative geht auch die Gründung des ersten Spin-off Unternehmens, des Impfstoffentwicklers Intercell, zurück. Dem mittlerweile an der Börse notierten Unternehmen folgten rasch weitere Firmengründungen und -ansiedlungen, die mehrere bauliche Erweiterungsphasen nach sich zogen.

Heute ist der Standort als "Campus Vienna Biocenter" eines der dynamischsten Zentren für biotechnologische Forschung und Entwicklung in Zentraleuropa. Gegenwärtig sind rund 1100 Angestellte und etwa 600 Studenten am Campus VBC beschäftigt. Er vereint akademische und private Forschungsinstitute, innovative Unternehmen und Vereine sowie eine Fachhochschule. Die österreichische Akademie der Wissenschaften hat mit den zwei Instituten IMBA und GMI ihre molekularbiologische Forschung ebenfalls am Campus VBC konzentriert. Mit dem IMBA -Institut für Molekulare Biotechnologie ist das IMP über einen Kooperationsvertrag besonders eng verbunden.

Breite Themenpalette und regelmäßige Evaluierung

Forschen an vorderster Front bedeutet auch Internationalität, Wettbewerb und dynamische Veränderung. Am IMP sorgt ein externer wissenschaftlicher Beirat für den kritischen Blick von außen. Stetiges Nachjustieren der Methoden und Inhalte haben die Themenbreite des einst auf Krebsforschung spezialisierten Instituts aufgefächert. Derzeit werden vor allem Fragestellungen aus den Bereichen der Zellbiologie, der Neurowissenschaften und der molekularen Krankheitsentstehung bearbeitet.

Die Wissenschaftler sind in der Wahl ihrer Projekte unabhängig, alle Forschungsergebnisse werden veröffentlicht. Boehringer Ingelheim hat das Recht, die Erkenntnisse kommerziell zu nutzen. Das international tätige Unternehmen im Privatbesitz kommt für etwa zwei Drittel des laufenden Forschungsbudgets auf. Weitere Mittel werden von lokale, nationalen und europäischen Fördereinrichtungen eingeworben, insbesondere durch FWF, FFG, WWTF, ZIT, EU und ERC. Am IMP sind derzeit 228 Personen aus über 30 Nationen beschäftigt.

Die Konferenz findet am 15. und 16. Mai jeweils von 9 bis 18.30 Uhr im Wiener Kongresszentrum Hofburg statt. Aus Kapazitätsgründen nehmen nur geladene Gäste teil. Vertreter der Medien sind ausdrücklich zur Teilnahme eingeladen.

Das Programm sowie weitere Informationen finden Sie unter
http://www.imp.ac.at/20yearsimp/program/

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Heidemarie Hurtl
IMP Communications
Tel.. +43 1 79730-3625
Mobil: +43 664 8247910
hurtl@imp.ac.at

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