- 09.05.2008, 13:15:57
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Tankstellen fordern bessere Geschäftsbedingungen von Ölkonzernen
Müller drängt auf "Provisionserhöhungen, weniger Pacht oder Einräumung von mehr unternehmerischen Freiheiten" - Jeder zweite Pächter beklagt fehlende Selbständigkeit
Wien (PWK360) - Schon seit längerer Zeit wird mit Treibstoff
richtig ‚Kohle’ gemacht, so Ferdinand Müller, Obmann des
Fachverbandes der Tankstellenunternehmen in der WKÖ. Folgerichtig
finden sich im aktuellen "Forbes-Magazine"-Ranking der
bestverdienenden Firmen gleich acht Öl- und Energiekonzerne unter den
Top 10. Nummer eins der Gewinn-Weltmeister ist ExxonMobil mit einem
Gewinn von 40 Milliarden Dollar.
Aber auch der Staat langt kräftig zu. So liegt der Anteil der
Mineralöl- und Mehrwertsteuer beim Preis pro Liter über 50 Prozent.
Diese Steuern werden bekanntlich auf den Preis aufgeschlagen. Für
fast ein Drittel der Gesamtinflation zeichnete die Ausgabengruppe
"Verkehr" (durchschnittlich plus 7,3 Prozent) verantwortlich.
Angesichts der "satten Gewinnmargen der Ölmultis" fordert der
Sprecher der Tankstellenbranche
"mehr Fairness seitens der Mineralölfirmen" ein, egal, ob das durch
Provisionserhöhungen, weniger Pacht oder durch die Einräumung von
mehr unternehmerischen Freiheiten geschieht. "Wir wollen in einer
Partnerschaft und nicht in einer modernen Lebeigenschaft leben", so
Müller.
Die großen Mineralölkonzerne entwerfen, wie Müller heftig
kritisiert, in regelmäßigen Abständen neue Verträge, die
erfahrungsgemäß schlechter ausfallen würden als die vorangegangenen.
Die Tankstellenpächter hätten nur die Möglichkeit, den Vertrag zu
unterschreiben oder sich kündigen zu lassen. So werde auch die
unternehmerische Gestaltungsmöglichkeit immer mehr beschränkt, hält
Müller fest. Beispielsweise bestimmten die Konzerne, bei welchen
Händlern welche Produkte gekauft werden dürfen und wie sie im
Verkaufsraum geschlichtet werden müssen. Jeder zweite Pächter beklagt
seine fehlende Selbständigkeit.
Die Geschäftspläne müssten, wie Müller fordert, realistisch und
verbindlich sein und zu einem integrierenden Bestandteil des
Pachtvertrages werden. Dies bedinge einen realistischen
Personalaufwand, der Eingang in die Geschäftspläne finden muss.
Überdies müssten die Mineralölgesellschaften mitverantwortlich für
die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes sein.
(hp)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Fachverband der Garagen-, Tankstellen- und Servicestationsunternehmungen Mag. Alexander Piekniczek Tel.: (++43) 0590 900-3252 Fax: (++43) 0590 900-282 mailto:[email protected] http://wko.at/Presse
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