Tankstellen fordern bessere Geschäftsbedingungen von Ölkonzernen

Müller drängt auf "Provisionserhöhungen, weniger Pacht oder Einräumung von mehr unternehmerischen Freiheiten" - Jeder zweite Pächter beklagt fehlende Selbständigkeit

Wien (PWK360) - Schon seit längerer Zeit wird mit Treibstoff richtig ‚Kohle’ gemacht, so Ferdinand Müller, Obmann des Fachverbandes der Tankstellenunternehmen in der WKÖ. Folgerichtig finden sich im aktuellen "Forbes-Magazine"-Ranking der bestverdienenden Firmen gleich acht Öl- und Energiekonzerne unter den Top 10. Nummer eins der Gewinn-Weltmeister ist ExxonMobil mit einem Gewinn von 40 Milliarden Dollar.

Aber auch der Staat langt kräftig zu. So liegt der Anteil der Mineralöl- und Mehrwertsteuer beim Preis pro Liter über 50 Prozent. Diese Steuern werden bekanntlich auf den Preis aufgeschlagen. Für fast ein Drittel der Gesamtinflation zeichnete die Ausgabengruppe "Verkehr" (durchschnittlich plus 7,3 Prozent) verantwortlich.

Angesichts der "satten Gewinnmargen der Ölmultis" fordert der Sprecher der Tankstellenbranche
"mehr Fairness seitens der Mineralölfirmen" ein, egal, ob das durch Provisionserhöhungen, weniger Pacht oder durch die Einräumung von mehr unternehmerischen Freiheiten geschieht. "Wir wollen in einer Partnerschaft und nicht in einer modernen Lebeigenschaft leben", so Müller.

Die großen Mineralölkonzerne entwerfen, wie Müller heftig kritisiert, in regelmäßigen Abständen neue Verträge, die erfahrungsgemäß schlechter ausfallen würden als die vorangegangenen. Die Tankstellenpächter hätten nur die Möglichkeit, den Vertrag zu unterschreiben oder sich kündigen zu lassen. So werde auch die unternehmerische Gestaltungsmöglichkeit immer mehr beschränkt, hält Müller fest. Beispielsweise bestimmten die Konzerne, bei welchen Händlern welche Produkte gekauft werden dürfen und wie sie im Verkaufsraum geschlichtet werden müssen. Jeder zweite Pächter beklagt seine fehlende Selbständigkeit.

Die Geschäftspläne müssten, wie Müller fordert, realistisch und verbindlich sein und zu einem integrierenden Bestandteil des Pachtvertrages werden. Dies bedinge einen realistischen Personalaufwand, der Eingang in die Geschäftspläne finden muss. Überdies müssten die Mineralölgesellschaften mitverantwortlich für die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes sein.
(hp)

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