- 09.05.2008, 09:48:39
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Beschäftigungsprognose für Oberösterreich bis 2012: Berufschancen nur mit guter Ausbildung
Linz (OTS) - AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer präsentierte heute
die Ergebnisse einer Studie über die Beschäftigungsentwicklung bis
zum Jahr 2012. Fazit: Mit 1,1 Prozent pro Jahr wird das
Beschäftigungswachstum in Oberösterreich über dem Bundesdurchschnitt
von 0,9 Prozent liegen. Mehr als die Hälfte der neuen Jobs werden
aber Matura oder eine noch höhere Ausbildung erfordern. "Der Aus- und
Weiterbildung der Arbeitnehmer muss daher höchste Priorität
eingeräumt werden", so der AK-Präsident.
Vor sechs Jahren hat die AK OÖ das Wirtschaftsforschungsinstitut
(Wifo) beauftragt, eine Beschäftigungsprognose für Oberösterreich bis
zum Jahr 2008 zu erstellen. Nun wurde diese Studie - im Rahmen eines
Auftrages des AMS für Gesamtösterreich - für den Prognosezeitraum bis
ins Jahr 2012 aktualisiert.
Im Jahr 2012 werden demnach 591.800 Arbeitnehmer/-innen
unselbständig beschäftigt sein, ein Zuwachs von 37.500
Arbeitsplätzen. Treibende Kraft ist der Dienstleistungssektor mit
42.100 zusätzlichen Beschäftigten. Im Produktionssektor wird es
hingegen um 2900 Jobs weniger geben.
60 Prozent der zusätzlichen Arbeitsplätze werden Frauen bekommen.
Damit erhöht sich ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung von 42 auf 43
Prozent, liegt aber immer noch um mehr als zwei Prozentpunkte unter
dem Österreichwert. Auch konzentrieren sich die neuen Jobs auf
typische Frauenberufe und auf Teilzeitarbeit. Die bekannten
Auswirkungen, wie geringere Entlohnung und wenig Aufstiegschancen,
werden bestehen bleiben.
Mehr als die Hälfte des Beschäftigungsanstiegs wird auf
Arbeitsplätze mit Maturaniveau und höher entfallen. Den geringsten
Zuwachs wird es mit jährlich 0,5 Prozent bei der Nachfrage nach
Arbeitskräften mit maximal Pflichtschulabschluss geben.
Die Studienergebnisse bestätigen die AK-Positionen in der
Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik. "Aufgrund der verstärkten
Nachfrage nach hochqualifizierten Arbeitskräften ist die Verbesserung
der Pflichtschulbildung vorrangig", sagt der AK-Präsident. Und um den
Bedarf an Hochqualifizierten decken zu können, müssen die
Ausbildungsinfrastruktur rasch ausgebaut und die Durchlässigkeit des
Bildungssystems in auf die Matura (Berufsreifeprüfung) aufbauende
Ausbildungen erhöht werden.
Weiterbildung oder Umschulungen in neue Berufe sind verstärkt zu
fördern. Ein erster wichtiger Schritt ist mit der Reform der
Bildungskarenz gemacht. Ein weiterer wäre die zwischen den
Sozialpartnern vereinbarte bessere Existenzsicherung von Arbeitslosen
bei längeren Ausbildungen ("Qualifizierungsbonus"). Besonderes
wichtig ist die Höherqualifizierung von Arbeitnehmern/-innen ohne
abgeschlossene Ausbildung. Die Anerkennung von informell erworbenen
Kenntnissen muss erleichtert werden.
Und schließlich muss die traditionelle Einteilung in Frauen- und
Männerberufe aufgeweicht werden, z.B. durch verstärkte
Berufsorientierung und spezifische Ausbildungsangebote für Frauen
(wie etwa die FEM-Implacement-Stiftung). Öffentliche Aufträge und
Wirtschaftsförderungen sollen an aktive Frauenförderung in den
Betrieben gebunden werden.
Kontakt: Dr. Walter Sturm, Tel. 050-6906-2192
E-Mail: [email protected]
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com
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