Neues Volksblatt: "Sündenbock" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 9. Mai 2008

Linz (OTS) - "Erst wenn die europäische Idee im Verstand und in
den Herzen der Menschen angekommen ist, haben wir ein solides Fundament für ein Europa der Zukunft", sagt Oberösterreichs LH Josef Pühringer. Und er betont auch, dass Europa "zuallererst aus gemeinsamen Werten und erst in zweiter Linie aus gemeinsamen Institutionen" bestehe. Es ist kein Ruhmesblatt, dass man das in Österreich nach mehr als einem Jahrzehnt EU-Mitgliedschaft überhaupt so hervorheben muss. Zum Leidwesen so überzeugter Europäer wie Pühringer einer ist denkt die Mehrheit zuerst an den Institutionenmoloch in Brüssel, wenn von EU die Rede ist. Übersehen wird dabei, was Dank EU vor der eigenen Haustüre passiert: dass nämlich genau dieses "Brüssel" Motor für eine vielfältige regionale Entwicklung ist. Der heutige Europatag ist auserkoren, uns die Segnungen der EU näher zu bringen. Doch ein Tag im Jahr reicht nicht, wenn an der Mehrzahl der anderen Tage unreflektiert auf "Brüssel" geschimpft wird. Den Propagandisten von Schildlaus oder Trinkwasserklau wird das Feld zu leichtfertig überlassen. Mit ein wenig mehr EU im Herzen hätte der Sündenbock Brüssel bald ausgedient.

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