- 29.04.2008, 13:24:58
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Künstler im Fokus #4 Franz West
SIT ON MY CHAIR, LAY ON MY BED. Angewandte Kunst
![08] MAK-Ausstellungsansichten
KÜNSTLER IM FOKUS #4 Franz West
Sit on My Chair, Lay on My Bed.
Angewandte Kunst - MAK-Schausammlung Gegenwartskunst](https://core2023.ots.at/api/v1/file/2008/04/29/OBS/OBS_20080429_OBS0020.jff_1209468315_medium.jpg)
Wien (OTS) - Franz West. Bildhauer, Plastiker, Objektkünstler,
Maler, Installationskünstler - der in den letzten Jahren
meistgezeigte Protagonist der österreichischen Kunstszene gilt als
einer der vielseitigsten, innovativsten und risikofreudigsten
zeitgenössischen Künstler. Nach seiner Personale im MAK 2001 zeigt
Franz West ab heute, 29. April 2008, im Rahmen der Reihe "KÜNSTLER IM
FOKUS" mit dem Schwerpunkt auf Möbelskulpturen und Installationen
frühe Objekte sowie aktuelle Arbeiten, die speziell für die
Ausstellung konzipiert wurden.
Seit drei Jahrzehnten übt sein Oeuvre einen bedeutenden Einfluss
auf die Entwicklung der zeitgenössischen Kunst aus. Wests intendierte
Auseinandersetzung mit der spezifischen Welt der Dinge führt zu einer
spannungsreichen Interaktion zwischen Betrachter und Objekt.
Franz West wurde 1947 in Wien geboren, studierte an der Akademie der
bildenden Künste bei Bruno Gironcoli und war in frühen Jahren stark
vom Wiener Aktionismus und dessen Umfeld beeinflusst. Ohne diesen
inhaltlich zu rezipieren, übernimmt West den körperbezogenen Ausdruck
und lässt diesen in sein skulpturales Werk einfließen.
Schon früh wendet sich West von der Malerei ab, da er - so der
Künstler - in einer zweidimensionalen Welt nicht vorhanden sein kann.
Selbst ein Teil seiner Kunst zu sein, in einem dreidimensionalen Raum
durch seine Anwesenheit eine vierte Dimension zu schaffen - so
entstanden Mitte der 1970er Jahre die "Passstücke"; Skulpturen mit
Gebrauchswert, mit denen eine physische Relation hergestellt werden
soll. Durch verschiedenartiges Handhaben - Heben, Tragen oder Halten
- treten die Passstücke mit dem Benutzer in Aktion. Das Fehlen
jeglichen Exhibitionismus in seinen Darstellungen distanziert ihn
jedoch klar von Aktionisten wie Günther Brus, Otto Mühl oder Herrmann
Nitsch.
Das Etikett "Angewandte Kunst" bezeichnet laut West "für
Alltagszwecke verwendbare Objekte"; der Gebrauchs-Wert seiner
Passtücke wird in der Konzeption der Mobilien durch den Nutz-Wert
ersetzt. In diesem Sinn ist der Titel der Ausstellung "Sit on My
Chair. Lay on My Bed" als Handlungsanweisung zu verstehen.
Dass die Grenzen fließend sind, zeigt die sich in der MAK-Sammlung
Gegenwartskunst befindliche Sitzskulptur "Eo Ipso" (1987). Bestehend
aus zwei Sitzen, die West aus der ehemaligen Waschmaschine seiner
Mutter fertigte, miteinander verbunden durch einen Hörkanal, lädt die
hellgrün lackierte Skulptur den Besucher zum Innewohnen ein.
Mitte der 1980er Jahre arbeitet Franz West seine plastischen
Konzepte weiter aus und intensiviert den räumlichen Bezug des
Skulpturalen in Installationen aus Sitz- und Liegemöbeln, die später,
um eine erweiterte und wiederum neue Erfahrungssituation
herzustellen, auch an öffentlichen Plätzen installiert werden. Den
Betrachter macht West bei den Passstücken, Videos, Möbeln und
Environments wiederum zum Teilhaber.
Stehen Wests erste Möbel hinsichtlich der Form und des Materials noch
in enger Verbindung zu den Passstücken aus Gips, Polyester und
gefundenen Materialien, lässt West seine Möbel in der zweiten Hälfte
der 1980er Jahre aus Metall ausführen. Es entstehen formfunktional
reduzierte Sessel und Liegen; integriert werden Gegenstände aus dem
Alltagsleben wie Zeitungen oder Teppichteile. Heute kann es auch eine
Luftmatratze sein.
Die Ausstellung "KÜNSTLER IM FOKUS #4 Franz West" zeigt unter
anderem Arbeiten, die sich aus Phasen produktionsbezogener
Zusammenarbeit mit Mathis Esterhazy oder Heimo Zobernig ergeben
haben. So ist die Installation "Ealan’s Desire" (1991/2001) als
rezeptionelles Double der Installation "Pis Aller" zu sehen. Einzelne
Objekte aus wesentlichen Ausstellungen wie das Ensemble im Wiener
Kunsthistorischen Museum (1989) oder die in Horn und Prag gezeigte
Präsentation "Franz West/Heimo Zobernig" (1990) werden nun als Teil
der aktuellen Gesamtinszenierung gezeigt. Sie alle machen die
parallele Entwicklung und die Gleich-Wertigkeit des klassischen und
angewandten Kunstobjekts in Wests Makrokosmos sichtbar.
"Franz West. Sit on My Chair, Lay on My Bed. Angewandte Kunst" ist
die mittlerweile vierte Präsentation im Rahmen der Reihe " KÜNSTLER
IM FOKUS ", mit der das MAK ein richtungweisendes Konzept zur
Neupositionierung der MAK-Schausammlung Gegenwartskunst verfolgt. Für
jeweils circa sechs Monate wird der Saal der Schausammlung einem in
der Sammlung vertretenen Künstler gewidmet. Das Hauptaugenmerk liegt
auf wenig bekannten Werkgruppen, wobei die in der MAK-Sammlung
vertretenen Positionen mit Leihgaben ergänzt werden. "KÜNSTLER IM
FOKUS" ermöglicht nicht nur eine konzentrierte Auseinandersetzung mit
Positionen wichtiger in der Sammlung vertretener Künstler, sondern
gibt darüber hinaus mit der Präsentation zusätzlicher Leihgaben im
Kontext einer Ausstellung einen Impuls für Ankäufe und Donationen.
Damit werden neue Perspektiven zur Erweiterung und Ergänzung der
Sammlung geschaffen.
Nach "RAINER, sonst keiner! Überschriftungen", "ALFONS SCHILLING.
Sehmaschinen 007", "PADHI FRIEBERGER. Ohne Künstler keine Kunst!" und
"FRANZ WEST. Sit on My Chair, Lay on My Bed. Angewandte Kunst" soll
"KÜNSTLER IM FOKUS" mit Präsentationen von Heimo Zobernig, Liam
Gillick, Vito Acconci, Ilya Kabakov, Michael Kienzer und Brigitte
Kowanz fortgeführt werden.
Bilder zu "FRANZ WEST. Sit on My Chair, Lay on My Bed. Angewandte
Kunst" stehen unter www.MAK.at/presse zum Download bereit.
PRESSEDATEN
Ausstellungsort MAK-Schausammlung Gegenwartskunst
MAK, Stubenring 5, A-1010 Wien
Ausstellungsdauer 29. April - 28. September 2008
Ausstellung Franz West, Peter Noever
Kuratorin Bärbel Vischer
Öffnungszeiten Di MAK NITE (c)10.00-24.00 Uhr
Mi-So 10.00-18.00 Uhr, Mo geschlossen
MAK-Eintritt Euro 9,90 mit MAK-Guide / Euro 7,90 / ermäßigt
Euro 5,50
Jeden Samstag (c) Eintritt frei.
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Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .
Rückfragehinweis:
Presse MAK Judith Anna Jungmann (Leitung) Sandra Ghignone Teresa Raninger Tel.: (++43-1) 711 36-233, 212, 229 Fax: (++43-1) 711 36-227 mailto:[email protected] http://www.mak.at
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