Neues Volksblatt: "Blödel" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 28. April 2008

Linz (OTS) - Als Josef Pühringer und Rudolf Anschober nach der Landtagswahl 2003 in Oberösterreich die schwarz-grüne Koalition verkündeten, war die erste Reaktion der SPÖ Fassungslosigkeit. "Ja dürfen s' denn des?" Dann kam die Wut und dann die Hoffnung, dass die Partnerschaft nicht lang halten werde.
Die Wut ist geblieben, nicht nur in Oberösterreich, wie die Ausfälle roter Spitzenpolitiker gegen die Grünen immer wieder zeigen. Am Wochenende hat sich wieder einmal der Wiener SPÖ-Chef Michael Häupl hervorgetan, der die Opposition und damit auch die Grünen geschlossen als "Blödeln" bezeichnet hat.
Die Hoffnung auf ein baldiges Ende von Schwarz-Grün in Oberösterreich hat sich dagegen verflüchtigt. Ganz im Gegenteil, die Kombination hat sich bewährt und hat sogar Nachahmer gefunden.
Nun ist das Funktionieren von Schwarz-Grün auf Landes- oder Gemeindeebene natürlich kein Beweis, dass das auch im Bund, wo die Ideologie eine viel größere Rolle spielt, gut gehen muss. Die Partnerschaft in Oberösterreich zeigt aber doch, dass gegenseitiger Respekt, dass ein ordentlicher und ehrlicher Umgang miteinander und guter Wille viele Hürden aus dem Weg räumen können.
Die Bezeichnung "Blödel" ist sicher keine Vertrauen bildende Maßnahme.

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