Zwerschitz: "Missethons Begeisterung für Boxcamps völlig entbehrlich"

Grüne lehnen Lagersystem für jugendliche Straftäter kategorisch ab

Wien (OTS) - "Hannes Missethons Enthusiasmus für Jugendstraflager ist leider ungebrochen", erklärt die Jugendsprecherin der Grünen, Barbara Zwerschitz zur geplante Fact-Finding-Mission des ÖVP-Generalsekretärs. Es sei völlig unverständlich, warum die ÖVP konsequent modernere Erkenntnisse der Jugendpädagogik ignoriere. "Missethon soll lieber der Jugendstrafanstalt Gerasdorf einen Besuch abstatten oder mit Beratern der Männerberatung oder Neustart reden, wo gute und wichtige Arbeit mit viel zu wenig Mitteln geleistet wird. Dort gäbe es genug für die ÖVP zu tun." "Was die Camps anlangt: Es mag ja sein, dass die Unterwerfung unter eine unbedingte Autorität, wie dies in den Camps gehandhabt wird, eine bestimmte Zeit lang Normalität suggeriert. Aber damit ist nichts gewonnen, denn sobald die Jugendlichen freigelassen werden und diese Autorität wegfällt, ist alles wieder wie vorher." Abgesehen davon gebe es nach wie vor keine sachlichen Hinweise darauf, dass Camps die Rückfälligkeitsraten reduzieren.

Die Camps verfolgen außerdem das Ziel, möglichst viele Jugendliche mit derselben Methode zu behandeln. Dies sei aber der falsche Ansatz:
"Wir müssen auch die Präventions- und Therapiemaßnahmen besser auf den einzelnen Jugendlichen abstimmen", betont Zwerschitz. "Aus diesem Grund haben die Grünen vor zwei Tagen ein 7-Punkte-Programm vorgestellt, das mehr Ressourcen für Prävention und Anti-Gewalt-Trainings vorsieht und insbesondere den Ausbau von Partikularprogrammen fördert, um ganz gezielt auf unterschiedlichste Tätergruppen eingehen zu können." Die Einrichtung eines Lagersystems unter pseudomilitärischem Drill für straffällig gewordene Jugendliche lehnen die Grünen jedenfalls kategorisch ab.

Rückfragen & Kontakt:

Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0009