Plagiata: Original und Fälschung

Eine Ausstellung der aws zu Produktpiraterie

Wien (OTS) - Unter dem Ausstellungstitel "Plagiata" zeigt die Förder- und Finanzierungsbank austria wirtschaftsservice bis Ende Mai wieder Originalprodukte und Produktfälschungen im direkten Vergleich. "Original und Plagiat sind oft kaum bis nicht unterscheidbar", so Georg Buchtela, Abteilungsleiter Patent- und Lizenzmanagement der aws. "Mit der Ausstellung wollen wir zur
Bewusstmachung der Bedrohungen durch Produktfälschungen beitragen". Die Exponate zu dieser Ausstellung werden von Firmen, die von der aws bzw. vom Verein Plagiarius betreut werden, zur Verfügung gestellt.

Derzeit machen Produktfälschungen fast zehn Prozent des Welthandels aus. Denn weltweit werden ungehemmt die besten Produkte kopiert und nachgemacht. Betroffen sind nahezu alle Branchen von der Automobil- und Bekleidungsindustrie, über die Musik- bis hin zur pharmazeutischen Industrie. Unternehmen leiden enorm unter dieser Entwicklung.

Auch die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind gravierend. Laut Rechnungen der Deutschen Bundesregierung sollen im gesamteuropäischen Raum insgesamt sogar mehr als 300.000 Arbeitsplätze betroffen sein. Neben Umsatzverlusten müssen die betroffenen Unternehmen Imageschädigungen und schlimmstenfalls sogar Produkthaftungsprozesse für gefälschte Produkte in Kauf nehmen. Zudem können qualitativ minderwertige Fälschungen dem Ruf einer Marke irreparable Schäden zufügen, wenn die Qualitätserwartungen der Käufer nicht erfüllt werden. Andererseits kann die Verbreitung rechtswidriger Kopien - z.B. von Software - beitragen, einen Markt zu schaffen, auf dem später erst Umsätze generiert werden."

Mit dem Innovationsschutzprogramm IPP unterstützt die aws gezielt Unternehmen bei der Erlangung und Durchsetzung von Patenten in Wachstums- und Schwellenländern wie China oder Indien, denn bisher genossen die Ingenieure in diesen aufstrebenden Märkten den zweifelhaften Ruf als akribische Kopisten.

Auch wenn derzeit noch ein Großteil der Produktfälschungen und Patentverletzungen in China seinen Ursprung hat (über 30 % der in Österreich beschlagnahmten Plagiate stammen aus China), hat die chinesische Führung die Wichtigkeit geistiger Schutzrechte erkannt. Daher melden speziell China und Südkorea Patente in Rekordzahl an. Mit einem Anstieg von 78 Prozent in zwei Jahren verdrängt China sogar die Schweiz und Schweden und nimmt inzwischen Platz acht in der Rangliste der erfinderischsten Nationen ein. Und sie bauen ihr Patentwesen weiter aus. Damit werden die Chancen immer besser, in diesen Ländern bestehende Rechte durchzusetzen.

Voraussetzung für die Durchsetzung von Schutzrechten ist aber immer die entsprechende Anmeldung eines Schutzrechts, denn wo kein Rechtsschutz durch ein Patent besteht kann nachgebaut werden. Geheimhaltung - d.h. die Innovation nicht zum Patent anzumelden - ist meist keine Option. Mitarbeiterfluktuation oder erkennbare Merkmale am Endprodukt torpedieren nicht selten die notwendige 100%ige Geheimhaltung. Bei der Erarbeitung entsprechender Schutzstrategien und ihrer Durchsetzung unterstützt die aws.

Plagiata
Vom 25. April bis 25. Mai 2008
Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH
Ungargasse 37
1030 Wien
Die Ausstellung ist täglich in der Zeit von 9.00 bis 15.00 geöffnet, der Eintritt ist kostenfrei.

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Austria Wirtschaftsservice
DI Dr. Mathias Drexler
Tel.: (01) 501 75/566
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