- 25.04.2008, 09:34:01
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Wertpapierinvestoren agieren weiterhin äußerst zurückhaltend
Österreichs Kapitalverkehr im Zeitraum Jänner bis Februar 2008
Wien (OTS) - Die spürbare Zurückhaltung österreichischer und
internationaler Wertpapierinvestoren des zweiten Halbjahres 2007
setzt sich im Jänner und Februar 2008 fort. Besondere Vorsicht lassen
heimische Anleger unter den gegebenen Rahmenbedingungen bei
ausländischen Aktien erkennen, die nach vorläufigen Schätzungen netto
im Umfang von 1,4 Mrd EUR abgestoßen wurden. Auch die Wiener Börse,
die sich dem schwierigen internationalen Finanzmarktumfeld nicht
entziehen kann, ist mit Nettoverkäufen ausländischer Anleger
konfrontiert. Gefragt sind derzeit traditionelle Finanzinstrumente
wie Einlagen oder Kredite.
Die von den US-Immobilienmärkten ausgehenden
Finanzmarktverwerfungen beeinflussen infolge der hohen
Internationalisierung Österreichs auch den heimischen Kapitalverkehr
mit dem Ausland merkbar. Obwohl heimische Finanzmarktakteure kaum
direkt in diesen Märkten engagiert waren, haben sie ihr
Anlageverhalten den geänderten Rahmenbedingungen angepasst. Nach
vorläufigen Schätzungen trennten sich österreichische
Wertpapierinvestoren im Jänner und Februar 2008 von ausländischen
Titeln im Gegenwert von 2,7 Mrd EUR, nachdem sie im
Vergleichszeitraum 2007 noch mehr als 10 Mrd EUR investiert hatten.
Deutliche Zurückhaltung war etwa bei internationalen Aktien zu
erkennen, die - insbesondere von Investmentfondsgesellschaften - in
Höhe von 1,4 Mrd EUR netto verkauft wurden. Umgekehrt stießen auch
ausländische Anleger österreichische Aktien per Saldo in Höhe von 0,3
Mrd EUR ab.
Von Unsicherheit geprägt war neben dem Börsegeschehen auch jenes
an den Rentenmärkten. Nach äußerst reger Veranlagung heimischer
Investoren im Jänner und Februar 2007 (9,0 Mrd EUR) waren in diesem
Segment nun Nettoverkäufe von 1,8 Mrd EUR zu verzeichnen. So
veräußerten etwa Unternehmen im Jänner und Februar 2008
Geldmarktpapiere in Höhe von fast 1 Mrd EUR. Gleichzeitig nahmen auch
internationale Anleger ihr Engagement in österreichischen
Rentenpapieren um fast zwei Drittel auf 8,4 Mrd EUR zurück.
Diese Abkehr von Wertpapierinvestments geht mit einer massiven
Ausweitung alternativer Finanzanlagen - vor allem in Form von
Krediten und Einlagen - einher: Der Forderungsaufbau aus "Sonstigen
Investitionen" schnellte im Berichtszeitraum 2008 auf 21,6 Mrd EUR
empor (Vergleichszeitraum 2007: 3,5 Mrd EUR). Österreichs -
vorwiegend institutionelle - Anleger setzen derzeit wieder verstärkt
auf relativ risikoarme Veranlagungsinstrumente. Auch die
österreichischen Geschäftsbanken bauten ihre Forderungen in den
ersten beiden Monaten 2008 mit 17,7 Mrd EUR stärker aus als zuletzt
(14,6 Mrd EUR).
Österreichs Rolle als Nettokapitalexporteur steht in Einklang mit
einem stabilen Trend zu steigenden Leistungsbilanzüberschüssen, der
auch in den Monaten Jänner und Februar 2008 fortgesetzt wurde (4,0
Mrd EUR nach 3,3 Mrd EUR).
Weitere statistische Informationen finden sich unter
statistik.oenb.at bzw. dieaktuellezahl.oenb.at
Herausgeber:
Oesterreichische Nationalbank
Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43-1-40420-6666
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