- 17.04.2008, 11:02:12
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Greenpeace zum Klimagipfel: Aufgewärmt wird nur ein Gulasch besser
Klimaschutz im Zuge der Steuerreform statt ergebnisloser Gesprächsrunden

Wien (OTS) - Einmal mehr erfährt die heimische Klimapolitik heute
ein Déjà-vu-Erlebnis, diesmal unter der bedeutungsvollen Bezeichnung
'Klimagipfel 2008'. Was letztes Jahr noch einiges an öffentlichem
Interesse generieren konnte, hat heuer bereits Patina angesetzt. "Der
Klimagipfel 2008 ist die gleiche belanglose Veranstaltung wie im
letzten Jahr, und aufgewärmt wird nur ein Gulasch besser", weiß
Bernhard Obermayr, Klimasprecher von Greenpeace.
Der jüngste Rechnungshofbericht hat mehr als deutlich gezeigt,
dass ein weiteres Jahr verstrichen ist, in dem in Österreich
keinerlei Akzente gegen den Klimawandel gesetzt wurden. Die Novelle
des Ökostrom-Gesetzes, die seit über einem Jahr in Diskussion ist,
wurde bis heute noch nicht umgesetzt. Obwohl die Regierung in ihrem
Programm eine Erhöhung des Anteils an Erneubarer Energie auf 45
Prozent angekündigt hat, ist bisher nichts geschehen.
Allein im Sektor Verkehr müssen 4,4 Millionen Tonnen CO2 reduziert
werden. In keinem anderen Bereich steigen die Emissionen seit Jahren
derart steil an. Umweltminister Pröll spricht sich auf europäischer
Ebene jedoch gegen ambitionierte Richtlinien zur Reduktion der
CO2-Emissionen von Neuwagen aus. Auch im Wohnbau wird ein großes
Potenzial nicht ausgeschöpft, weil sich Bund und Länder nicht einigen
können: Nur knapp über zehn Prozent der Wohnbauförderung fließen
derzeit in die Gebäudesanierung.
Greenpeace nimmt an der Neuauflage des Klimagipfels nicht teil,
stellt den Veranstaltern dafür aber den beiliegenden Cartoon zur
Verfügung. "Eine weitere Teilnahme wäre reine Zeitverschwendung. Wie
bereits das vergangene Jahr seit dem ersten Gipfel gezeigt hat, macht
man mit unverbindlichen Wortmeldungen allein noch keine
Klimapolitik", so Bernhard Obermayrs Kommentar.
Aus Sicht von Greenpeace wird also auch dieser Klimagipfel keine
brauchbaren Ergebnisse zu Tage fördern. "Tatsächlich muss die
Klimapolitik ins Zentrum der politischen Gestaltung rücken", fordert
Greenpeace-Sprecher Obermayr. "Das große Projekt dieser Regierung ist
die kommende Steuerreform, bei der Klimaschutz ausdrücklich kein
Thema ist. Wer Klimaschutz ernst meint, muss aber dafür sorgen, dass
Umweltexperten in der Steuerreform-Kommission vertreten sind", so
Obermayr.
Anmerkung:
Anstelle von Aktionsbildern übermittelt Greenpeace diesmal den
Cartoon 'Klimagipfel 2025' von Andreas "Janosch" Slama, der in seiner
Karikatur die nächsten zwanzig Jahre Klimapolitik in Österreich
antizipiert hat.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .
Rückfragehinweis:
Attila Cerman, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-3435354
Mag. Bernhard Obermayr, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-4904986
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