Hunger in Haiti: Kindernothilfe startet Projekt für Kleinbauern

Ziegen, Saatgut und Geräte für 600 Bauernfamilien in extremer Armut

Wien/Duisburg/Port-au-Prince (OTS) - Die Kindernothilfe startet in diesen Tagen ein Entwicklungsprojekt für Kleinbauernfamilien in Haiti. Ziel ist unter anderem die nachhaltige Verbesserung der Einkommens- und Nahrungsmittelsituation. Dabei sind die extrem gestiegenen Preise für Nahrungsmittel jetzt auch eine Chance. Die Kleinbauern haben seit langem wieder die Möglichkeit, von dem Verkauf ihrer Produkte zu leben.

Das war seit einigen Jahren nicht mehr der Fall. Dietmar Roller, Auslandsvorstand der Kindernothilfe: "Vor allem subventionierte Produkte aus den USA haben den Markt in Haiti nach und nach zerstört. Auf meiner letzten Reise im November berichteten Bauern, dass sie kein Geflügel mehr züchten, weil sie die importierten Hühnerschenkel aus den USA im Preis nicht unterbieten können." 600 Bauernfamilien in mehreren Regionen Haitis werden nun dabei unterstützt, ihr Land ertragreich zu bewirtschaften und profitabel Tierzucht zu betreiben. In einem Rotationssystem erhält jede Familie eine Ziege, Saatgut und landwirtschaftliches Gerät als Startkapital. Das Gesamtprojekt hat eine Laufzeit von drei Jahren.

"Wir sind davon überzeugt, dass solche mittel- bis langfristigen Projekte die Selbsthilfekräfte einer Gesellschaft stärken. Dass nach den weltweiten Hungerrevolten nun die Entwicklungshilfe insgesamt in Frage gestellt wird, ist ein Fehler. Ohne die private und auch öffentliche Entwicklungshilfe der letzten 50 Jahre wäre die Situation in den Armutsregionen dieser Welt heute noch viel dramatischer", so Roller.

Interviewangebot: Der deutschsprachige Kindernothilfe-Koordinator Alinx Jean-Baptiste steht am Telefon in Port-au-Prince für Rückfragen zur Verfügung.

Mit dem Ziel, möglichst vielen Kindern eine lebenswerte Zukunft zu schaffen, wurde die Kindernothilfe Österreich 1996 gegründet. Sie arbeitet eng mit der Kindernothilfe Deutschland zusammen, die seit Jahrzehnten Kindern in Not zur Seite steht. Gemeinsam fördern die Kindernothilfe-Partner heute über 300.000 Kinder, vorwiegend in Afrika, Asien und Lateinamerika.

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