• 10.04.2008, 11:26:44
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Gemeinsame Schule für Menschen mit und ohne Behinderungen

Die Konferenz "Europe in Action: Bildung für alle" zeigt neue Schulmodelle für den gemeinsamen Unterricht

Wien (OTS) - In Österreich endet das Recht auf gemeinsamen
Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen nach der 8.
Schulstufe. Aus Sicht von Interessenvertretungen ein Verstoß gegen
die Chancengleichheit. Die Lebenshilfe Österreich setzt sich vehement
für eine Erweiterung des gemeinsamen Unterrichts von behinderten und
nicht-behinderten Kindern bis zur 12. bzw. 13. Schulstufe ein.
Erfolgreiche Schulmodelle zum Thema "inklusive Bildung" zeigt die
Konferenz "Europe in Action: Bildung für alle!", die heute im
Kardinal König Haus in Wien startet.

Am 3. Mai 2008 tritt die UN-Konvention für Menschen mit
Behinderung in Kraft, die im Artikel 24 das Recht auf Bildung
verankert. Die Lebenshilfe Österreich fordert die österreichische
Bundesregierung auf, die UN-Konvention so rasch wie möglich zu
ratifizieren, denn "Bildung ist ein Menschenrecht, und niemand darf
davon ausgeschlossen werden", so Univ.-Prof. Dr. Germain Weber,
Präsident der Lebenshilfe Österreich. In Österreich haben junge
Menschen mit intellektueller Behinderung nicht dieselben Chancen wie
ihre Schulkollegen ohne Behinderung. Nach acht Jahren in einer
Integrationsklasse sind jährlich rund 2.000 Schülerinnen und Schüler
gezwungen, die Schule zu verlassen. Ingesamt sind in Österreich
geschätzte 10.000 SchülerInnen mit sonderpädagogischen Förderbedarf
betroffen. Das Recht auf gemeinsamen Unterricht für Kinder mit und
ohne Behinderung besteht nur bis zur Beendigung der Pflichtschule.

Mit der Konferenz "Europe in Action: Bildung für alle" zeigt die
Lebenshilfe Österreich, dass ein Ausweg aus dieser Sackgasse möglich
ist. Von 10. bis 12. April machen internationale Experten auf
Schulmodelle aufmerksam, die nach den Grundsätzen der inklusiven
Bildung ausgerichtet sind. Doch was bedeutet inklusive Bildung? "In
einer inklusiven Schule werden alle Schüler, auch jene mit
Behinderungen oder anderen spezifischen Bedürfnissen, in gemeinsamen
Klassen unterrichtet. Schüler mit Behinderungen gehen in die gleiche
Schule wie ihre Altersgenossen und haben den gleichen Zugang zu den
Lernmöglichkeiten wie andere Kinder auch", erklärt Ingrid Körner,
Präsidentin des europäischen Dachverbandes Inclusion Europe.

Die inklusive Schule geht von unterschiedlichen
Bildungsanforderungen und Bedürfnissen aus und setzt Methoden ein,
die das einzelne Kind an ihrem jeweiligen Entwicklungsstand abholen
und gezielt fördern. "Viele intellektuell behinderte Kinder haben
starke emotionale Begabungen, mit denen sie ihre Kollegen ohne
Behinderung herausfordern. Dadurch entsteht ein gegenseitiges Lernen
und eine natürliche Solidarität. Man lernt, miteinander zu leben und
füreinander Verantwortung zu tragen", streicht Bernd Schilcher,
Bildungsexperte und Leiter der Expertenkommission des BMUKK, die
wichtigsten Aspekte des gemeinsamen Unterrichts heraus.

"Wir wollen weg von einem Schulsystem, in dem Sonderfälle speziell
behandelt und Kinder mit dem Etikett "behindert" oder
"nicht-behindert" versehen werden. Unser Ziel ist eine Schule, in der
alle Kinder willkommen sind: Kinder mit und ohne Behinderung, Kinder
aller Kulturen, Herkunftsländer, Religionen und
Gesellschaftsschichten," so Weber abschließend.

Lebenshilfe Österreich

Die Lebenshilfe Österreich vertritt seit 40 Jahren die Interessen
von Menschen mit Behinderungen. Ihre Mitglieder in acht Bundesländern
machen die Lebenshilfe zum größten Dienstleistungsanbieter für
Menschen mit intellektueller Behinderung in Österreich. Die
Lebenshilfe-Mitglieder begleiten Menschen mit Behinderungen im Wohn-
und Arbeitsbereich das gesamte Leben über. Als Interessenvertretung
setzt sich die Lebenshilfe Österreich für die Gleichstellung von
intellektuell und mehrfach behinderten Menschen im politischen und
sozialen Umfeld ein. Seit den 90er Jahren veranstaltet die
Lebenshilfe Österreich Tagungen und Konferenzen, auf denen Menschen
mit Behinderungen ihre Anliegen selbst zur Sprachen bringen.
www.lebenshilfe.at

Rückfragehinweis:
Mag. (FH) Eva Schrammel, Lebenshilfe Österreich
mailto:[email protected] - www.lebenshilfe.at
Tel.: 01 812 26 42 79, Mobil: 0664/8372448

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