- 01.04.2008, 10:35:24
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Prets: Finanzierung des Breitensports muss weiterhin gesichert sein
Wien (SK) - Nach der Präsentation des Weißbuchs Sport durch die
EU-Kommission im vergangenen Jahr, hat heute der federführende
Kulturausschuss des Europäischen Parlaments seine Stellungnahme zur
strategischen Ausrichtung der Rolle des Sports in Europa abgegeben.
"Sport beinhaltet eine Vielzahl von Facetten und hat Licht- uns
Schattenseiten", betont die SPÖ-Europaabgeordnete Christa Prets nach
der Abstimmung. "Während auf der einen Seite die positiven Aspekte
wie die Verbesserung der Verständigung zwischen Völkern und Kulturen,
Gesundheitsförderung, die Erziehung der Jugend und die Vermittlung
von wichtigen gesellschaftlichen Werten wie Fairness, Solidarität
oder Teamgeist stehen, sind wirtschaftliche Zwänge, die Ausbeutung
junger Spieler, sowie Doping, Rassismus, Gewalt und Korruption auf
der anderen Seite ebenso Teil des Sports." ****
Mit der Diskussion rund um das Weißbuch Sport trat in den letzten
Monaten erneut die Frage nach der Aufhebung von Glücksspielmonopolen
in den Vordergrund. Eine Liberalisierung konnte vom Europäischen
Parlament erfolgreich aus den Anwendungsgebieten der EU-Richtlinien
zum Elektronischen Geschäftsverkehr (E-Commerce; 2000), zu
Dienstleistungen im Binnenmarkt (2006) und zu Audiovisuellen
Mediendiensten (2007) verhindert werden. "Glücksspiele sind ein
besonders sensibler Bereich, in denen es die Konsumenten zu schützen
gilt. Neben den Konsumenten wäre auch der Sport der große Verlierer
der Liberalisierung der Glücksspielindustrien. Im Jahr 2004 wurden
rund 10 Prozent der Abgaben von staatlich oder staatlich
kontrollierten Glücksspielen in den Breitensport investiert. Ein
Wegfall dieser Gelder hätte unabsehbare negative Auswirkungen auf den
Sport", warnt Prets.
"Öffentliche Unterstützung ist ausschlaggebend für die
Finanzierung des Breitensports. Nur dadurch können Chancengleichheit
und der freie Zugang zu sportlichen Aktivitäten gewährleistet
werden", so Prets, deren besonderes Anliegen sich auf die
frauenspezifischen Aspekte des Sports konzentrieren: "Bei der
Verwirklichung der Chancengleichheit sind wir in allen Bereichen, von
der Jugendförderung, über den Schul- und Breitensport bis zum
Spitzensport noch weit von idealen Verhältnissen entfernt",
kritisiert Prets.
"Frauen und Männern sollen durch stärker auf Gleichstellung
abzielende Sportprogramme eine vergleichbare Unterstützung und
vergleichbare Chancen, sowohl im Sport, als auch im Sportunterricht
erhalten. Besonders eklatant ist der Unterschied bei der medialen
Berichterstattung von sportlichen Veranstaltungen, bei denen nur in
zehn Prozent der Fällen Frauen im Mittelpunkt stehen. Eine
ausgewogenere Berichterstattung würde auch verstärkt zur Überwindung
geschlechterspezifischer Stereotypen führen", ist Prets überzeugt,
die abschließend darauf hinweist, dass auch Menschenrechtsfragen Teil
des Sports sind: "So muss etwa der sexuelle Missbrauch und die
Belästigung Minderjähriger raschest besser bekämpft werden."
(Schluss) ../mm
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