Neues Volksblatt: "Letzte Chance" (von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 29. März 2008

Linz (OTS) - SPÖ und ÖVP gehen also daran, ihr 95-Punkte-Programm abzuarbeiten und umzusetzen. Tun sie das ernsthaft? Nun könnte man als ebenso gelernter wie leidgeprüfter Österreicher sagen:
Wahrscheinlich eh nicht wirklich! Und man schickt einen Raunzer nach. Es ginge aber auch anders: Man könnte der Regierung zugestehen, dass sie guten Willens ist und die feste Absicht hat, das Programm tatsächlich zu realisieren, das sie sich selbst verpasst hat. Das wäre sicher ein gerüttelt Maß an Vertrauensvorschuss. Und dann liegt es an der Regierung, sich dieses Vertrauens würdig zu erweisen. Dieser Regierung eine - wahrscheinlich die letzte - Chance zu geben, das sollte aber auch verbunden sein mit Realitätssinn. Und die Realität ist eben, dass - wie sich jetzt schon zeigt - bei vielen der 95 Punkte der Teufel im Details steckt. Dass es nach den Höhen der Parteieneinigung auf die 95 Punkte darum geht, die Mühen der Ebene zu bewältigen. Diese Mühen können der Regierung nicht erspart bleiben, will sie das angeführte Vertrauen rechtfertigen und ist es ihr mit ihrem selbst gegebenen Arbeitsauftrag ernst. Wenn nicht, dann ist eine letzte Chance schneller vertan als man glaubt.

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