- 28.03.2008, 17:53:38
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Molterer: Ohne den Mut Lech Walesas wäre Europa heute in einer anderen Lage
Wien (ÖVP-PK) - "Lech Walesa ist ein leuchtendes Beispiel dafür,
dass Verantwortung nicht nur gegeben werden kann, sondern auch
übernommen werden muss", das sagte heute, Freitagnachmittag,
Vizekanzler ÖVP-Bundesparteiobmann Mag. Wilhelm Molterer bei seiner
Festrede bei der Preisverleihung des Großen Leopold Kunschak-Preises
an Lech Walesa. Dieser habe zu einer Zeit Verantwortung übernommen,
wo es nicht selbstverständlich gewesen sei, Eigenverantwortung zu
übernehmen, im Gegenteil - Verantwortungsübernahme war damals kein
Privileg, sondern ein Risiko. "Wenn es nicht diesen Mut gegeben
hätte, dann wäre nicht nur das Heimatland von Lech Walesa in einer
anderen Situation, sondern Europa in einer anderen Lage", so
Molterer.. ****
"Der heurige Kunschak-Preis und dessen Verleihung bekommt durch die
Anwesenheit des Preisträgers Walesa eine besondere Note. Anlässe wie
diese verpflichten uns, aus dem Alltag und dem Alltäglichen der
Politik herauszutreten und einen Blick auf das Ganze, auf die
gesellschaftliche Entwicklung, zu werfen, für die wir die
Verantwortung in Staat und Gesellschaft, Wissenschaft und Politik
haben." Leopold Kunschak habe Antworten auf große
gesellschaftspolitische Herausforderungen seiner Zeit gegeben, in
dem er das politische Konzept aufbauend auf die katholische
Soziallehre - die Werthaltungen und Grundsätzen wie Personalität und
Subsidiarität verpflichtet ist - entwickelt habe.
Heute seien zwar die Fragen andere, aber die Antworten, die wir heute
geben müssen, seien nur dann zukunftsfähig, "wenn sie auf einer
klaren Wertehaltung und auf der christlichsozialen Basis gegeben
werden - auf jener Wertehaltung, den die katholische Soziallehre als
Rahmen gibt", so Molterer weiter. Eine politische Verantwortung, die
keinerlei Wertegrundlage habe, werde früher oder später zu einer
wertlosen und damit zu einer unmenschlichen politischen Konzeption.
"Wir müssen uns zu einer Verantwortungsgesellschaft bekennen, die den
Menschen Verantwortung überträgt und auch zumutet. Der
Gestaltungsauftrag von Politik ist heute weiter zu denken. Die
europäische Integration ist eine - wenn nicht sogar ‚die’ - Antwort
auf aktuelle Notwendigkeiten. Personalität, Subsidiarität und
Solidarität werden nur dann gelingen, wenn Europa und die europäische
Einigung auf einer klaren und festen Wertebasis erfolgen. Die
Diskussion über den Vertrag von Lissabon ist daher mehr als die Frage
über Artikel und Paragraphen. Es ist vielmehr der Versuch, die
europäische Einigung auf eine Wertebasis zu stellen und damit auch
als Projekt der Menschen einer klaren Werteorientierung zu
definieren", betonte der Vizekanzler.
Eine beeindruckende Rede über Werte hielt auch der Preisträger Lech
Walesa. Er ging dabei darauf ein, dass man auf einige Fragen heute
Antworten finden müsse: "Welche Wirtschaft ist für Europa richtig und
welche in der Globalisierung? Wie kann es sein, dass weniger als zehn
Prozent der Bevölkerung 90 Prozent des Vermögens in der Welt in der
Tasche haben?" Es gelte, in diesem Jahrhundert die Anzahl der
Besitzenden zu verdreifachen. Die zweite große Frage sei: "Was
passiert mit unserer Demokratie? Wir streiten bis heute, wer wie viel
Stimmenanteil in Europa haben soll."
"Je höher die Entwicklung der Zivilisation, je größer das
Hoheitsgebiet, desto mehr Werte benötigen wir." Werte seien das
Allerwichtigste, wies Walesa darauf hin, dass sein Land nur deswegen
überlebt habe, weil es ein Land der Werte und des Glaubens sei. "Es
hat die Unfreiheit des Kommunismus überdauert und durch den Glauben
den Weg in die Freiheit gefunden."
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel. 01/40110/4432
http://www.oevpklub.at
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