Molterer: Ohne den Mut Lech Walesas wäre Europa heute in einer anderen Lage

Wien (ÖVP-PK) - "Lech Walesa ist ein leuchtendes Beispiel dafür, dass Verantwortung nicht nur gegeben werden kann, sondern auch übernommen werden muss", das sagte heute, Freitagnachmittag, Vizekanzler ÖVP-Bundesparteiobmann Mag. Wilhelm Molterer bei seiner Festrede bei der Preisverleihung des Großen Leopold Kunschak-Preises an Lech Walesa. Dieser habe zu einer Zeit Verantwortung übernommen, wo es nicht selbstverständlich gewesen sei, Eigenverantwortung zu übernehmen, im Gegenteil - Verantwortungsübernahme war damals kein Privileg, sondern ein Risiko. "Wenn es nicht diesen Mut gegeben hätte, dann wäre nicht nur das Heimatland von Lech Walesa in einer anderen Situation, sondern Europa in einer anderen Lage", so Molterer.. ****

"Der heurige Kunschak-Preis und dessen Verleihung bekommt durch die Anwesenheit des Preisträgers Walesa eine besondere Note. Anlässe wie diese verpflichten uns, aus dem Alltag und dem Alltäglichen der Politik herauszutreten und einen Blick auf das Ganze, auf die gesellschaftliche Entwicklung, zu werfen, für die wir die Verantwortung in Staat und Gesellschaft, Wissenschaft und Politik haben." Leopold Kunschak habe Antworten auf große gesellschaftspolitische Herausforderungen seiner Zeit gegeben, in dem er das politische Konzept aufbauend auf die katholische Soziallehre - die Werthaltungen und Grundsätzen wie Personalität und Subsidiarität verpflichtet ist - entwickelt habe.

Heute seien zwar die Fragen andere, aber die Antworten, die wir heute geben müssen, seien nur dann zukunftsfähig, "wenn sie auf einer klaren Wertehaltung und auf der christlichsozialen Basis gegeben werden - auf jener Wertehaltung, den die katholische Soziallehre als Rahmen gibt", so Molterer weiter. Eine politische Verantwortung, die keinerlei Wertegrundlage habe, werde früher oder später zu einer wertlosen und damit zu einer unmenschlichen politischen Konzeption. "Wir müssen uns zu einer Verantwortungsgesellschaft bekennen, die den Menschen Verantwortung überträgt und auch zumutet. Der Gestaltungsauftrag von Politik ist heute weiter zu denken. Die europäische Integration ist eine - wenn nicht sogar ‚die’ - Antwort auf aktuelle Notwendigkeiten. Personalität, Subsidiarität und Solidarität werden nur dann gelingen, wenn Europa und die europäische Einigung auf einer klaren und festen Wertebasis erfolgen. Die Diskussion über den Vertrag von Lissabon ist daher mehr als die Frage über Artikel und Paragraphen. Es ist vielmehr der Versuch, die europäische Einigung auf eine Wertebasis zu stellen und damit auch als Projekt der Menschen einer klaren Werteorientierung zu definieren", betonte der Vizekanzler.

Eine beeindruckende Rede über Werte hielt auch der Preisträger Lech Walesa. Er ging dabei darauf ein, dass man auf einige Fragen heute Antworten finden müsse: "Welche Wirtschaft ist für Europa richtig und welche in der Globalisierung? Wie kann es sein, dass weniger als zehn Prozent der Bevölkerung 90 Prozent des Vermögens in der Welt in der Tasche haben?" Es gelte, in diesem Jahrhundert die Anzahl der Besitzenden zu verdreifachen. Die zweite große Frage sei: "Was passiert mit unserer Demokratie? Wir streiten bis heute, wer wie viel Stimmenanteil in Europa haben soll."

"Je höher die Entwicklung der Zivilisation, je größer das Hoheitsgebiet, desto mehr Werte benötigen wir." Werte seien das Allerwichtigste, wies Walesa darauf hin, dass sein Land nur deswegen überlebt habe, weil es ein Land der Werte und des Glaubens sei. "Es hat die Unfreiheit des Kommunismus überdauert und durch den Glauben den Weg in die Freiheit gefunden."
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