- 25.03.2008, 13:09:23
- /
- OTS0156 OTW0156
JULIUS DEUTSCHBAUER / GERHARD SPRING
Nur 100 Plakate
Wien (OTS) - Die Ausstellung "Nur 100 Plakate" im
MAK-Kunstblättersaal zeigt 99 Plakate des österreichischen
Künstlerduos Julius Deutschbauer und Gerhard Spring, die mit scharfer
Ironie und intelligentem Witz die kulturpolitische Landschaft
Österreichs reflektiert und vor allem provoziert haben. Nach der
Entscheidung des Paares sich im Oktober 2007 zu trennen, hat sich das
MAK zur Aufgabe gemacht sie nun zur letzten gemeinsamen Arbeit
zusammenzubringen. Das 100. und vorläufig letzte Plakat entsteht
dabei exklusiv für die MAK-Ausstellung und liegt dort zur freien
Entnahme auf. Darauf zu sehen sind Deutschbauer / Spring vor ihrem
Plakatarchiv, das gleichsam den Schlusspunkt der gemeinsamen Arbeit
darstellt.
Seit den politischen Umwälzungen im Jahr 2000 begannen
Deutschbauer / Spring aktuelle kunstpolitische Themen aufzugreifen
und verbunden mit geschliffenem Humor in verschiedenen
Präsentationsformen kritisch zu hinterfragen. Ihre Aktionen, bei
denen sie nur am Rande mit Konzepten arbeiten, avancierten sukzessive
vom "Insider-Tipp" zu einem subtilen Medienereignis.
Deutschbauer / Spring sind Künstler, die sich seit vielen Jahren
mit Fragen zur Politik, insbesondere der Kulturpolitik, der Sprache
und den Medien beschäftigen. Ihr Repertoire umfasst von Performances,
Ausstellungen, Plakataktionen, Bühnenauftritten, Videoarbeiten bis
hin zu Buchveröffentlichungen viele verschiedene Genres der Kunst.
Sie selbst sehen sich vor allem als Plakat-"Künstler", nach der
Devise: "Plakate machen am meisten Spaß, Plakate sind Material für
jeden." Der Beginn der Auseinandersetzung mit der Plakatkunst kann im
"Hochzeitsplakat" gesehen werden; im Jahr 2000 entstand dann das
erste gemeinsame Projekt, das legendäre Plakat "Widerstandl", dem in
den darauffolgenden Jahren viele weitere Aktionen folgten.
Ihre "Happenings" lassen sich im klassischen Topos urbaner
Umgebungswelten kaum festmachen. In fingierten Doppelconferencen, bei
denen sie beispielsweise in die Rolle von Franz Morak, dem damaligen
Kunststaatssekretär ("Morak u.v.a."), und Repräsentanten des
Kulturbetriebs wie Ioan Holender, Peter Weibel u.v.a. schlüpfen und
Dialoge szenisch aufführen, ist das Thema meist ein spezifisch
politisches und mehr noch ein Spiegel der Befindlichkeit der
österreichischen Seele.
Auch mit Einladungen zum Frei-Bier-Saufen am "Nationaltorkeltag" oder
mit ihrem Beitrag zum Mozart-Jahr: "Auch du bist Mozart, denke
daran!" regen sie zum "Nachschmunzeln" an. Für "Arbeit macht froh",
das bislang umfangreichste Plakatprojekt, traten die Künstler im
Schlosseranzug auf und entwickelten 32 verschiedene Typen von Gesten
und Körperhaltungen, die sich auf Arbeit, Begriffe und sexuelle
Handlungen beziehen. Dabei treffen die beiden den Nerv des
Subversiven, liefern aber gleichzeitig inhaltlich eine messerscharfe
gesellschaftliche Analyse.
Ein wichtiger Faktor ihrer Kunst bleibt jedoch, dass sie mit ihren
Arbeiten den Konsumenten bzw. Betrachter anregen wollen, durch
Reflexion des Gezeigten eine eigene Ansicht oder Meinung zu
entwickeln. Ihnen selbst geht es in ihren Aktionen, wie etwa den
Rollenspielen, vielmehr um Funktionen als um einzelne Personen und
deren Charaktere, die sie hervorheben und darstellen, wohlgemerkt, in
satirisch positivem, überaffirmiertem Sinne.
Die Biografien von Julius Deutschbauer / Gerhard Spring
dokumentieren mit einer Vielzahl an internationalen
Ausstellungsbeteiligungen ihren Stellenwert als herausragende
zeitgemäße österreichische Künstler. 2001 nahmen sie als
selbstermächtigte Vertreter Österreichs an der Biennale in Venedig
teil. Zahlreiche Publikationen halten ihre Interventionen und
Projekte fest.
Zur Ausstellung erscheint der Katalog "Julius Deutschbauer /
Gerhard Spring. Nur 100 Plakate", hg. von Peter Noever, mit Beiträgen
von Peter Noever, Christa Benzer/Nicola Hirner, Sigrid Gareis,
Brigitte Huck, Herbert Lachmayer, Christoph Leitgeb, Peter Marboe,
Dagmar Reichert, Marlene Ropac, Arno Rußegger, Elisabeth Schweeger,
Sabrina Zwach u.a., ca. 140 Seiten, deutsch/englisch, MAK Studies 12,
Wien 2008.
Pressefotos zur Ausstellung stehen unter www.MAK.at/presse zum
Download bereit.
PRESSEDATEN:
PRESS PREVIEW: 8. April 2008, 10.30 Uhr
ERÖFFNUNG: 8. April 2008, 19.00 Uhr
AUSSTELLUNGSORT: MAK-Kunstblättersaal
MAK, Stubenring 5, A-1010 Wien
AUSSTELLUNGSDAUER: 9. April - 17. August 2008
ÖFFNUNGSZEITEN: Di MAK NITE(C) 10.00-24.00 Uhr
Mi-So 10.00-18.00 Uhr, Mo geschlossen
KURATOR: Kathrin Pokorny-Nagel, Leitung MAK-Bibliothek und
Kunstblättersammlung
PUBLIKATION: "Julius Deutschbauer / Gerhard Spring. Nur 100 Plakate",
hg. von Peter Noever, mit Beiträgen von Peter Noever, Christa
Benzer/Nicola Hirner, Sigrid Gareis, Brigitte Huck, Herbert
Lachmayer, Christoph Leitgeb, Peter Marboe, Dagmar Reichert, Marlene
Ropac, Arno Rußegger, Elisabeth Schweeger, Sabrina Zwach u.a., ca.
140 Seiten, deutsch/englisch, MAK Studies 12, Wien 2008.
MAK-EINTRITT: 9,90 Euro mit MAK-Guide / 7,90 Euro / ermäßigt 5,50
Euro,Jeden Samstag (c) Eintritt frei. Powered by Verbund
Rückfragehinweis:
Presse MAK Sandra Ghignone Teresa-Maria Raninger Tel.: (++43-1) 711 36-233, 212, 229 Fax: (++43-1) 711 36-227 mailto:[email protected] http://www.mak.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MAK






