- 11.03.2008, 14:14:06
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Kromb-Kolb und Hahn diskutierten über "Sicherheitsrisiko Klimawandel"
Kampf gegen Klimawandel ist eine moralische Frage - mehr als 150 Millionen Klimaflüchtlinge bis Mitte des Jahrhunderts
Wien (OTS) - Unter Wissenschaftern herrscht Einigkeit: In den
letzten Jahrzehnten ist eine deutliche Klimaänderung feststellbar,
die auf menschliche Aktivitäten zurückgeführt wird. Der Klimawandel
ist Ausdruck nicht-nachhaltiger Produktions- und Konsummuster. Diese
können weitreichende Destabilisierungen von Natur, Gesellschaften und
Wirtschaft nach sich ziehen, die für die ärmsten Menschen der Welt
existenzbedrohend sind. Vor diesem Hintergrund widmete sich gestern
Abend eine Veranstaltung des Instituts Umwelt-Friede-Entwicklung
(IUFE) an der Politischen Akademie der ÖVP nicht nur den Ursachen und
Folgen des Klimawandels, sondern beleuchtete auch
Handlungserfordernisse für Individuum, Wirtschaft und Politik.
Österreich gegen europäischen Atom-Hype
Wissenschaftsminister Johannes Hand berichtete vom europäischen
Hype in Sachen Kernenergie, der derzeit herrsche. Hier stehe
Österreich mit seiner ablehnenden Haltung praktisch alleine da.
Immerhin habe er gemeinsam mit Wirtschaftsminister Martin Bartenstein
erreicht, dass Forschungsgelder nur auf den Sicherheitsbereich
eingeschränkt würden, und dass gleichzeitig Forschungsgelder für
erneuerbare Energien bereit stünden, bilanzierte Österreichs
Forschungsminister. Dem Argument, dass die Kernenergie weniger
Treibhausgase nach sich ziehe und daher eine Lösung für die
Klimaproblematik sei, trat Klimaforschern Helga Kromb-Kolb
nachdrücklich entgegen: In den nächsten zehn Jahren, in denen der
Wandel im Bereich der Treibhausgase geschaffen werden müsse, könnte
die Kernenergie überhaupt nichts bringen. Mittelfristig fehle es
zudem am Uran. Klimaskeptikern warf sie vor, mit "gebogenen und
verzerrten Zahlen" zu arbeiten.
Klimaschutz ist Frage der Moral
Kromb-Kolb betonte, dass es bei der Klimawandel-Frage um
moralische Ansprüche gehe. Verstehe sich der Mensch als Spezies wie
alle anderen, die auch einmal wieder verschwinden werde, so sei der
Klimawandel kein Problem. Aber als homo sapiens sapiens mit
moralischen Ansprüchen könne es uns nicht egal sein, wie wir die Welt
hinterließen.
Buchpräsentation: Nachhaltige Entwicklungen und Global Governance
Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch der von
IUFE-Geschäftsführerin Petra C. Gruber herausgegebene
Experten-Sammelband "Nachhaltige Entwicklung und Global Governance"
präsentiert. "Nicht nachhaltige Entwicklungen zu korrigeren und die
herrschenden Machtasymmetrien durch Partnerschaft zu ersetzen, sind
Voraussetzungen für eine Kultur des Friedens", betonte Gruber.
IUFE-Vorsitzender Abg. z. NR Franz Glaser hob hervor, dass es sich
auszahle, etwas gegen den Klimaschutz zu unternehmen: Nach den Daten
des Stern-Reports würden die Folgeschäden des Klimawandels rund 5-20%
der jährlichen Weltwirtschaftsleistung betreffen, bei entsprechenden
Gegenmaßnahmen könnten diese auf auf 1% - das sind 450 Milliarden
Dollar - reduziert werden.
Rückfragehinweis:
Dr. Petra C. Gruber (Geschäftsführung)
Institut für Umwelt - Friede - Entwicklung
Tivoligasse 73, 1120 Wien
T 01/81420-65 / E [email protected]
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