- 11.03.2008, 11:16:29
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Neues AMA-Gastrosystem stellt Rohstoffherkunft in Gastronomie sicher
"Total regional"-Booklet präsentiert über 100 Pilotbetriebe
Wien (AIZ) - AMA Marketing und das Kuratorium Kulinarisches Erbe
haben gemeinsam mit der Branche ein Herkunftssicherungssystem für die
Gastronomie entwickelt, das den Gästen klar kommuniziert, woher die
Rohstoffe der zubereiteten Gerichte stammen. Jeder teilnehmende
Gastronomiebetrieb lobt in mindestens fünf Produktgruppen die
Herkunft der verwendeten Rohstoffe unter anderem auf der Speisekarte
aus. Über 100 Pilotbetriebe haben die Testphase bereits absolviert
und sind in dem Gastro-Booklet "Total regional" beschrieben.
Erstes Herkunftssicherungssystem für die Gastronomie
Bislang gab es weder auf nationaler noch auf EU-Ebene eine
Regelung zur Kennzeichnung und Dokumentation näherer Angaben bei
zubereiteten landwirtschaftlichen Produkten in der Gastronomie und
Hotellerie. Dem AMA-Gastrosystem liegt eine Richtlinie zugrunde, die
von Experten aus Landwirtschaft, Tourismus, Gastronomie und
Hotellerie gemeinsam erarbeitet und weiterentwickelt worden ist.
Diese Gastronomie-Richtlinie regelt etwa die Zulassungskriterien,
verbindliche und freiwillige Angaben zur Herkunft der Rohstoffe
beziehungsweise zur Produktionsweise, gibt Auskunft über die
notwendigen Aufzeichnungen und definiert die Form der Auslobung, etwa
auf der Speisekarte.
Verpflichtende Teilnahme an fünf Produktgruppen
Die teilnehmenden Gastronomen verpflichten sich, für Produkte aus
fünf vorgegebenen Kategorien die Herkunft auszuweisen. Kategorie 1
ist Fleisch, wobei Rind, Kalb, Schwein, Lamm, Huhn und Pute zur
Auswahl stehen. Die Teilnahme an mindestens zwei Produkten dieser
Kategorie ist vorgeschrieben. Kategorie 2 umfasst Milch und
Milchprodukte, wobei die Herkunft von Milch, Joghurt, Sauerrahm,
Topfen, Schlagobers, Buttermilch, Sauermilch und Butter aufzuzeigen
ist. Für Eier steht Kategorie 3, in der die Teilnahme verpflichtend
ist - eventuell auch mit zusätzlicher Angabe der Haltungsform.
Kategorie 4 umfasst wiederum Erdäpfel, Obst und Gemüse. Hier muss der
Betrieb zumindest in einer dieser drei Produktgruppen am
Sicherungssystem teilnehmen. Auch einzelne Sorten beziehungsweise
Arten können dabei gewählt werden. Kategorie 5 bezieht sich auf Wild
und Fisch, wobei für mindestens eine der beiden Produktgruppen die
Herkunft bekannt gemacht werden muss.
Die Herkunft der einzelnen Produkte ist dann entweder auf der
Speisekarte, auf Tischständern oder in Schaukästen für den
Konsumenten ersichtlich. Die Produkte müssen also klar deklariert
sein. Das schließt aber nicht aus, dass auch Lebensmittel aus anderen
Ländern und Regionen im Betrieb verwendet werden dürfen. So können
beispielsweise Martinigänse aus einer österreichischen Region und
Martinigänse aus Ungarn gleichzeitig angeboten werden. Die klare
Deklaration macht es dem Gast dann möglich, eine bewusste Wahl zu
treffen.
Vorteile für Konsumenten und Gastronomie
"Ein Großteil der Konsumenten vertraut grundsätzlich auf
Herkunftsangaben. Dieses Vertrauen begründet sich zunehmend in
einheitlichen Kontrollen und einer eindeutigen Nachvollziehbarkeit
der aufgestellten Kriterien. Dieser Wunsch betrifft nicht nur
Rohstoffe, sondern auch verarbeitete Produkte. Das neue Gastrosystem
schließt genau diese bisherige Lücke. Für den Gast genügt ein Blick
in die Speisekarte", bringt Stephan Mikinovic, Geschäftsführer der
AMA Marketing, Konsumentenwünsche auf den Punkt. Weiters ist mit der
Herkunftsauslobung eine stärkere Bewusstseinsbildung verbunden, wie
etwa der Umstand, dass die Produktion eines Lebensmittels maßgeblich
die Kulturlandschaft prägt und einer Region ihren spezifischen
Charakter verleiht.
Die teilnehmenden Gastronomiebetriebe erhalten wiederum
umfangreiche Information und Beratung, wovon in weiterer Folge auch
die Gäste profitieren. In diesem Dialog wird auch die
Gast-Wirt-Beziehung gefördert, was nicht nur das Vertrauen, sondern
auch die Kundenbindung stärkt. Damit sind für den Wirt automatisch
auch ein Imagegewinn und eine klare Abgrenzung von Mitbewerbern
verbunden.
"Total regional"-Booklet: 100 Gastro-Betriebe mit Bekenntnis zur
Region
In einer Pilotphase des AMA-Gastrosystems haben über 100 besonders
engagierte Unternehmen aus Gastronomie und Hotellerie teilgenommen.
Diese haben die geforderten Kriterien mittlerweile in ihrem Betrieb
umgesetzt und sind in dem Booklet "Total regional" angeführt und
liebevoll beschrieben. Das Booklet umfasst 150 Seiten, ist in einer
Auflage von 20.000 Stück erschienen und über die AMA-Homepage
www.ama-marketing.at zum Preis von EUR 5,- erhältlich.
"Die Teilnahme am neuen AMA-Gastrosystem beruht auf Freiwilligkeit
und ist überaus praxisnah und damit gut umsetzbar. Sie verschafft den
Teilnehmern eine klare Positionierung am Markt, fördert zusätzlich
die regionale Wirtschaft und Landwirtschaft, ist ein ideales
Kommunikationsinstrument zwischen Gast und Wirt und hilft, das
Vertrauen zwischen allen Beteiligten zu stärken", erläutert Michael
Reinartz, Präsident des Kuratoriums Kulinarisches Erbe Österreich,
seine Beweggründe zur Unterstützung dieser neuen Initiative.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
AMA Marketing
Mag. Hermine Hackl, Unternehmenskommunikation,
Tel. 01/33151-401,
Mobil 0664/837 61 78;
E-mail: [email protected]
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