• 06.03.2008, 08:50:17
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Erzeugung von Diesel aus Müll: Hofer für österreichisches Versuchsprojekt

Mehrere Anlagen in verschiedenen Ländern bereits in Betrieb

Wien (OTS) - Der deutsche Chemiker Dr. Christian Koch hat ein
Verfahren entwickelt, in dem aus Abfällen Diesel erzeugt wird. Zu den
bereits bestehenden Anlagen, die in verschiedenen Ländern betrieben
werden, sollen nun in Polen und Bulgarien sowie sogar in Indien und
den USA weitere Produktionsstätten errichtet werden.
FPÖ-Umweltsprecher NAbg. Norbert Hofer sieht in dem neuen Verfahren
vor allem angesichts der zu Neige gehenden fossilen Ressourcen eine
wichtige Chance.

Hofer: "Wir treten dafür ein, auch in Österreich ein Versuchsprojekt
zu starten, denn es ist wichtig, sich rasch nach sinnvollen
Alternativen umzusehen. Es ist ein Gebot der Stunde, dass wir uns von
Energielieferungen aus dem Ausland unabhängig machen. Das Verfahren
des Pioniers Koch scheint geeignet zu sein, dazu einen Beitrag zu
leisten."

Im genannten Verfahren werden Papier, Kunststoff und organische
Abfälle - also alles, was Kohlenwasserstoffe enthält - mit Öl
versetzt und zu einem Brei verrührt. Außerdem wird dem Gemenge
Aluminiumsilikat und Natrium zugegeben, das als Katalysator wirkt und
Prozesse in Gang setzt, die der Erdölentstehung auf der Erde ähneln -
mit dem Unterschied, dass es hier nicht Millionen von Jahren dauert
sondern aufgrund des Katalysators nur drei Minuten.

Außerdem ist es Koch gelungen, die Umwandlung ohne Druck und hohe
Temperaturen durchzuführen. Lediglich 300 Grad Celsius - andere
Verfahren arbeiten mit mehr als 1.000 Grad - und eine luftleere
Umgebung sind für die Metamorphose des Abfalls vonnöten. Dann werden
die langkettigen Kohlenwasserstoffe mit Hilfe des Katalysators
aufgebrochen. Dabei entsteht zunächst Erdöl, dann Diesel, der
verdampft und nach einer letzten Destillation abgefüllt werden kann.
Zurück bleibt lediglich Asche, die zum Teil als Dünger
weiterverwendet werden kann.

Norbert Hofer: "Aus 100 Kilogramm Altreifen können so 60 Liter Diesel
gewonnen werden und aus 100 Kilogramm Plastikmüll erhält man ganze 80
Liter Kraftstoff. Das Verfahren lohnt sich also offensichtlich. Wir
haben daher einen Antrag im Nationalrat eingebracht, in dem wir die
Bundesregierung auffordern, gemeinsam mit der Mineralöl- und der
Abfallwirtschaft ein entsprechendes Versuchsprojekt in Österreich zu
starten."

Rückfragehinweis:
Freiheitlicher Parlamentsklub

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