Erzeugung von Diesel aus Müll: Hofer für österreichisches Versuchsprojekt

Mehrere Anlagen in verschiedenen Ländern bereits in Betrieb

Wien (OTS) - Der deutsche Chemiker Dr. Christian Koch hat ein Verfahren entwickelt, in dem aus Abfällen Diesel erzeugt wird. Zu den bereits bestehenden Anlagen, die in verschiedenen Ländern betrieben werden, sollen nun in Polen und Bulgarien sowie sogar in Indien und den USA weitere Produktionsstätten errichtet werden. FPÖ-Umweltsprecher NAbg. Norbert Hofer sieht in dem neuen Verfahren vor allem angesichts der zu Neige gehenden fossilen Ressourcen eine wichtige Chance.

Hofer: "Wir treten dafür ein, auch in Österreich ein Versuchsprojekt zu starten, denn es ist wichtig, sich rasch nach sinnvollen Alternativen umzusehen. Es ist ein Gebot der Stunde, dass wir uns von Energielieferungen aus dem Ausland unabhängig machen. Das Verfahren des Pioniers Koch scheint geeignet zu sein, dazu einen Beitrag zu leisten."

Im genannten Verfahren werden Papier, Kunststoff und organische Abfälle - also alles, was Kohlenwasserstoffe enthält - mit Öl versetzt und zu einem Brei verrührt. Außerdem wird dem Gemenge Aluminiumsilikat und Natrium zugegeben, das als Katalysator wirkt und Prozesse in Gang setzt, die der Erdölentstehung auf der Erde ähneln -mit dem Unterschied, dass es hier nicht Millionen von Jahren dauert sondern aufgrund des Katalysators nur drei Minuten.

Außerdem ist es Koch gelungen, die Umwandlung ohne Druck und hohe Temperaturen durchzuführen. Lediglich 300 Grad Celsius - andere Verfahren arbeiten mit mehr als 1.000 Grad - und eine luftleere Umgebung sind für die Metamorphose des Abfalls vonnöten. Dann werden die langkettigen Kohlenwasserstoffe mit Hilfe des Katalysators aufgebrochen. Dabei entsteht zunächst Erdöl, dann Diesel, der verdampft und nach einer letzten Destillation abgefüllt werden kann. Zurück bleibt lediglich Asche, die zum Teil als Dünger weiterverwendet werden kann.

Norbert Hofer: "Aus 100 Kilogramm Altreifen können so 60 Liter Diesel gewonnen werden und aus 100 Kilogramm Plastikmüll erhält man ganze 80 Liter Kraftstoff. Das Verfahren lohnt sich also offensichtlich. Wir haben daher einen Antrag im Nationalrat eingebracht, in dem wir die Bundesregierung auffordern, gemeinsam mit der Mineralöl- und der Abfallwirtschaft ein entsprechendes Versuchsprojekt in Österreich zu starten."

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