- 05.03.2008, 09:13:23
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Auf Autobusverschiebungen spezialisierte Bande ausgehoben
Haupttäter zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt
Wien (OTS) - Dem Bundeskriminalamt gelang es in Zusammenarbeit mit
dem Landeskriminalämtern Niederösterreich und Wien nach jahrelanger,
akribischer Ermittlungsarbeit, Ende 2006, eine 16-köpfige Bande, die
sich auf Autobusse spezialisiert hatte, auszuheben. Zwei Haupttäter
wurden in Wien vom Oberlandesgericht zu sechs und fünf Jahren
Freiheitsstrafe verurteilt.
Den Anfang nahm die Strafsache bereits im Jahr 2001. Milivoje A., ein
Autobuschauffeur mit Doppelstaatsbürgerschaft, kündigte bei seinem
Arbeitsgeber nahe bei Wien und begab sich in die "Selbstständigkeit".
Er leaste acht neue Autobusse und verschob sie in den Nahen Osten, wo
er sie verkaufte. Der Schaden belief sich bei diesen
Leasingbetrügereien auf beinahe 1,5 Mio. Euro.
Nachdem das Landesgericht Korneuburg gegen ihn einen Haftbefehl
erlassen hatte, setzte er sich nach Serbien ab und tauchte unter.
In den Folgejahren war ein starker Rückgang bei den
Autobusentfremdungen zu verzeichnen. Das änderte sich Ende 2005 und
setzte sich 2006 fort, als es in Wien und Umgebung wieder vermehrt zu
Diebstählen kam.
Im März 2006 passierte ein österreichischer Autobus den Grenzübergang
Horgosz. Am Steuer des Busses saß Dragoljub N. der im Begriff war von
Ungarn nach Serbien einzureisen. Bei der Überprüfung stellten die
serbischen Grenzpolizisten, aufgrund der vom Bundeskriminalamt
bereits eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen fest, dass der Bus wenige
Stunden zuvor im Bezirk Baden gestohlen worden war. Bei seiner
Einvernahme gab Dragoljub N. an, von einem Serben namens Dragan N.
für die Überstellung des Fahrzeuges beauftragt worden zu sein. Der
Bus sei ihm in Wien von einem Mann namens Joma übergeben worden. Das
sei nun die dritte Autobusverschiebung die nach dem gleichen Muster
abgelaufen sei.
Dragoljub N. lieferte auch noch den entscheidenden Hinweis der zur
Identifizierung des Auftraggebers beitrug. Dragan N. war niemand
anderer als Milivoje A. der, nachdem er sich 2001 abgesetzt hatte,
eine Namensänderung in Serbien vornehmen ließ.
Die Fahnder des Bundeskriminalamtes und der Landeskriminalämter
intensivierten nun ihre Ermittlungstätigkeit, wobei alle Register der
modernen Kriminalitätsbekämpfung gezogen wurden. Unter anderem kam es
zu zwei kontrollierten Lieferungen.
Zu Jahresende 2006 war die Bande zerschlagen. Zur Last gelegt wurde
Ihnen neben der Verschiebung von Autobussen, auch noch Betrug,
Einbruchsdiebstahl und Urkundenfälschung. Der Gesamtschaden betrug
ca. 4 Mio. Euro.
Nach der Zerschlagung der Bande wurde es in Österreich auf dem Gebiet
der Autobusverschiebungen wieder etwas ruhiger. Im Jahr 2007 waren im
Bundesgebiet nur mehr drei derartige Delikte zu verzeichnen.
Rückfragehinweis:
Bundeskriminalamt
Mag. Rupert Sprinzl
0664 28 27 596
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