• 22.02.2008, 12:48:40
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Samariterbund zu Kdolsky-Entwurf: Qualität und Sicherheit im Pflegebereich ist Frage der Ausbildung

Erweiterte Befugnisse für nicht entsprechend geschulte Laien bedeuten Gefahr für betreute Patienten

Wien (OTS) - Anlässlich der heute auslaufenden, sehr kurzen
Begutachtungsfrist zu dem Gesetzesentwurf zur Ausweitung der
Befugnisse der Betreuer im Rahmen der 24-Stunden-Pflege meldet sich
der Samariterbund (ASBÖ) kritisch zu Wort. Der ASBÖ lehnt die
Übertragung von Tätigkeiten, für die bisher aus gutem Grunde
diplomiertes, speziell ausgebildetes Fachpersonal nötig war, an Laien
ohne entsprechende Ausbildung kategorisch ab.

Franz Schnabl, Präsident des Samariterbundes, macht
Bundesministerin Dr. Andrea Kdolsky auf weitreichende Folgen ihres
vorschnellen Gesetzesentwurfes aufmerksam: "Die erweiterten
Befugnisse für Laien bedeuten nicht nur eine Gefahr für die betreuten
Menschen, sondern stellen auch ein enormes, rechtliches Risiko für
die diplomierten Fachkräfte, die Ärzte und die verantwortliche
Organisation dar. Fehlbehandlungen können fatale gesundheitliche
Folgen haben. Für die haftet dann aber nicht nur der Laie."

Aber auch im Sinne einer arbeitspolitischen Gleichberechtigung ist
eine Gleichstellung mit engagiertem Personal, das meist Jahre in
umfangreiche und auch kostenintensive Ausbildungen investiert hat,
ungerecht und widerspricht auch jedem Streben nach höchster Qualität
im Pflege- und Gesundheitsbereich. "Es ist für mich unverständlich,
warum Laien nun Tätigkeiten ausüben sollen und dürfen, die etwa für
Rettungssanitäter mit 260 Stunden Ausbildung klar verboten sind", so
Schnabl.

Der Samariterbund fordert daher auch für Betreuungspersonen eine
Grundausbildung, die es ihnen ermöglicht, kritische Situationen zu
erkennen und entsprechende Reaktionen zu setzten. Weiters wiederholt
die Non-Profit-Organisation seine Überzeugung, dass Pflege und
Betreuung Kernaufgaben eines Sozialstaates sind. Pflegebedürftige und
deren Angehörige sollten künftig keine Geld-, sondern tatsächliche
Sachleistungen (keine Gutscheine) in Form von Pflege und Betreuung
erhalten. Die Einschätzung des Pflegeaufwandes, derzeit die
Pflegegeldeinstufung, soll zudem dem Pflegefachpersonal anvertraut
werden. Seit Inkrafttreten des Gesundheits- und
Krankenpflegegesetztes (GuKG) 1997 ist klar, dass die Einschätzung
eines Pflegebedarfs in den § 14 "Eigenverantwortlicher
Tätigkeitsbereich" der Pflegeperson fällt.

Der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs erbringt seine
Dienstleistungen im Bereich des Rettungs- und Krankentransports, der
Katastrophenhilfs- und Sanitätsdienste, der ambulanten und
stationären Pflege und Betreuung sowie anderer sozialer Dienste, wie
etwa der Flüchtlings- und Obdachlosenbetreuung. Er tun dies im
Bemühen um höchstmögliche Qualität. Diese hohe Qualität auch durch
gesetzliche Vorgaben zu gewährleisten, ist aus Sicht des ASBÖ
unerlässlich.

Rückfragehinweis:

Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs
   Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
   Helmut Melzer
   Tel.: 01 891 45-221 oder 0664/8446017
   mailto:[email protected]
   Web: www.samariterbund.net

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