"Paul Watzlawick Ehrenring" für Peter L. Berger

Hohe Wissenschaftsauszeichnung der Ärztekammer für Wien an den gebürtigen Österreicher und US-amerikanischen Soziologen und Kapitalismuskritiker

Wien (OTS) - Sein Werk "Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit: Eine Theorie der Wissenssoziologie", das er gemeinsam mit Thomas Luckmann geschrieben und 1966 in den USA veröffentlicht hat, gilt bis heute als erstes Standardwerk, das sich mit dem Phänomen der Globalisierung und eines weltumspannenden Kapitalismus auseinandersetzt. Die Ärztekammer für Wien ehrt nun das Lebenswerk von Peter L. Berger und verleiht dem gebürtigen Österreicher den "Paul Watzlawick Ehrenring" als hohe Wissenschaftsauszeichnung. ****

Mit Berger wird ein Wissenschafter ausgezeichnet, der als Theologe und bekennender Christ zu einem der schärfsten Globalisierungsgegner wurde und bereits in den 1970er-Jahren die globale Falle erkannt hat. Mit seinem "Institute for the Study of Economic Culture" hat er politisch markante Untersuchungen und Studien publiziert, die in den USA für Aufsehen sorgten.

"Signal für die Zukunft"

Berger, 1929 in Wien geboren und später in die USA emigriert, ist der erste Träger des "Paul Watzlawick Ehrenrings".

"Mit der Wahl Bergers zum Preisträger", so Erhard Busek, Vorsitzender der Jury, "haben wir mehrere Signale gesetzt: Einerseits schaffen wir damit ein sichtbares Zeichen für Paul Watzlawick, eine der wichtigsten österreichischen Persönlichkeiten in den vergangenen 50 Jahren, und ein Bekenntnis zu Toleranz und zu Diskurs. Andererseits setzen wir aber auch ein internationales Zeichen. Berger zählt zu den intelligentesten österreichischen Wissenschaftern der vergangenen 30 bis 40 Jahre, die ihre Weltkarriere im Ausland gemacht haben, wie Joseph Schumpeter, Friedrich Hayek oder Ludwig Wittgenstein."

Leider fehle oft das Klima, damit solche Persönlichkeiten sich in Österreich entfalten könnten. "Dieses Signal wollen wir in die Zukunft projiziert senden", betont Busek.

Für den Präsidenten der Wiener Ärztekammer, Walter Dorner, stellt der Ehrenring insbesondere eine Hommage an den "großen österreichischen Psychoanalytiker und Therapeuten Paul Watzlawick" dar. In diesem Sinne stehe der Ring "für den interdisziplinären Dialog der Wissenschaften und die offene und synchrone Kommunikation", und er soll ausschließlich Persönlichkeiten von internationalem Rang auszeichnen. Dorner: "Der Ehrenring setzt durch seine Preisträger hohe Standards. Dafür stehen auch die Ärztekammer beziehungsweise die gesamte Ärzteschaft."

Übergabe Anfang April in Wien

Den hohen Stellenwert vermittelt der Ring auch als Objekt. In Form eines Möbiusbands gestaltet, symbolisiert er mit nur einer Kante und einer Fläche, die in sich gedreht immer wieder in sich selbst übergeht, die Dualität auch im Watzlawickschen Sinn der "self-fulfilling prophecy".

Entworfen wurde der Ring von Studenten der Meisterklasse des renommierten Designers und Architekten Paolo Piva an der Hochschule für angewandte Kunst, die sich im Rahmen eines Wettbewerbs mit der Persönlichkeit und den Interessen von Paul Watzlawick auseinandergesetzt und diese visualisiert haben.

Von Peter L. Berger erscheint Ende März die Autobiographie unter dem Titel "Im Morgenlicht der Erinnerung" im Molden Verlag.

Berger wird die Auszeichnung Anfang April 2008 in Wien erhalten. Für diese Zeit ist zudem eine Pressekonferenz geplant, zu der noch Einladungen und Informationen erfolgen. Das gilt auch für die Präsentation des Buches und des Ehrenabends für Peter L. Berger. (hpp)

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