Suchterkrankungen dürfen kein Tabu mehr sein

Dramatischer Appell der Ärztekammer - Offener Umgang gefordert

Wien (OTS) - Im Rahmen des von der Wiener Ärztekammer ausgerufenen "Jahres der Gesundheitsvorsorge" fordert Michael Musalek, ärztlicher Leiter des Anton-Proksch-Instituts, einen offeneren Umgang mit Suchterkrankungen. "Sucht ist immer noch ein Tabuthema, über das nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird - das gehört dringend geändert." Weiters sei es notwendig, Allgemeinmediziner als erste Anlaufstelle für Patienten verstärkt auf eine mögliche Suchterkrankung hin zu sensibilisieren. ****

"Sucht kommt nicht alleine", weist Musalek auf Begleiterscheinungen hin, die der Patient ausgelöst durch eine Suchterkrankung aufweise. Aufgabe des praktischen Arztes als erste Anlaufstelle müsse daher sein, mit gezielten Fragen die Problematik abzuklären und in der Folge eine Suchterkrankung auszuschließen oder zu diagnostizieren.

"Hinter körperlichen Beschwerden kann oft auch eine Suchterkrankung stecken", erklärt Musalek. Klagt der Patient beispielsweise permanent über Magenschmerzen oder innere Unruhe, sollte der behandelnde Arzt auch eine verborgene Suchterkrankung in Betracht ziehen. Auch ein überdurchschnittlicher Konsum von Alkohol könne entsprechende körperliche Beschwerden auslösen.

"Ob Depression, Schmerzsyndrom oder Burnout-Problematik - all diese Erkrankungen können auch durch chronischen Alkoholkonsum ausgelöst werden", so der Suchtexperte. Dass dies sogar häufig der Fall ist, belegen Zahlen: Immerhin rund ein Viertel der männlichen Wiener betreibt einen chronischen hoch dosierten Konsum alkoholischer Getränke.

Die Alkoholkrankheit entstehe schleichend, warnt Musalek. Daher sei es häufig ein langer Prozess, bis die Sucht beim Patienten diagnostiziert werde. Würden die Ärztinnen und Ärzte nun verstärkt darauf sensibilisiert, könnte man hier einen "enormen Beitrag zur Prävention" bei Alkoholerkrankungen leisten. (kp)

(S E R V I C E - Seit Kurzem werden in allen Wiener Allgemeinpraxen Informationsbroschüren zum Thema Sucht verteilt. Diese können auch in der Pressestelle der Ärztekammer für Wien österreichweit kostenlos angefordert werden: Tel.: 01/515 01-1223 DW, Fax: 01/515 01-1289 DW, E-Mail: pressestelle@aekwien.at, www.aekwien.at.)

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