KULI-UG: "Ohne 'echte Gesamtschule' Schäden für alle Schultypen!"

'Gemeinsame Schule' droht leider zur Farce zu verkommen.

Wien (OTS) - "Die Ergebnisse der bisherigen Debatte um die Schulversuche rund um eine 'Gemeinsame Mittelschule' verkommen leider zur Farce. Die beiden größten Probleme in den Schulen der 10 -14-Jährigen, nämlich Ressourcenmangel und SchülerInnen-Rückgang, werden davon kaum berührt, geschweige denn einer Lösung zugeführt," fürchten Wilfried Mayr und Thomas Wintersberger von den Unabhängigen PflichtschullehrerInnen in Oberösterreich (KULI-UG).

Die zentralen Kritikpunkte:

1. Von einer ECHTEN gemeinsamen Schule kann nur gesprochen werden, wenn auch ALLE SchülerInnen sie besuchen und nicht, wie es in Deutschland seit vielen Jahren der Fall ist, die "Gesamtschule" nur ein weiterer Schultyp neben den herkömmlichen anderen ist. Dabei ist diese leider zur gefürchteten "Restschule" verkommen.

2. Echte Gesamtschulen müssen die SchülerInnen optimal fordern und fördern. Dazu bedarf es eines wesentlich größeren Einsatzes von Mitteln, um individuellere Zuwendung der PädagogInnen zu ermöglichen! Vor Wahlen versprochen, danach höchstens bei den KlassenschülerInnen-Höchstzahlen zugestanden: "Mit bloßen Umschichtungen ist es sicher nicht getan!" kritisieren die Unabhängigen GewerkschafterInnen.

3. Befürchtet werden negative Auswirkungen auf alle Schultypen:
"Wir steuern auf zunehmende Schäden an allen Schultypen zu: Durch den Rückgang der SchülerInnenzahl verlieren die Hauptschulen Klassen und Dienstposten, da die GYMNASIEN alle SchülerInnen aufnehmen werden, denen in der Volksschule die AHS-Reife bescheinigt wird," so Mayr und Wintersberger.

Die von den Unabhängigen LehrerInnen befürchteten Folgen für die unterschiedlichen Schultypen:

In den Volksschulen wir das Erreichen der AHS Reife oberstes Ziel! Dadurch kommen SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen gewaltig unter Druck.

Den Hauptschulen gingen dadurch die so wichtigen mehr- und hochbegabten Kinder verloren. Die Gefahr zur "Restschule" zu verkommen - im städtischen Bereich bereits jetzt Realität - wird immer akuter. Zwangsläufig sinkt auf längere Sicht das Niveau an der Schule. "Dasselbe passiert in den Gymnasien, wo AHS-KollegInnen mit immer inhomogeneren Gruppen zu kämpfen haben. Sie sind für Individualisierung und innere Differenzierung beim Fördern und Fordern ja nicht ausgebildet," so die KULI-UG Vertreter.

Nun wäre es Aufgabe der InteressensvertreterInnen der PädagogInnen, diese Zwangssituation zu entschärfen. In Österreich denkt man allem Anschein nach in keinster Weise daran.

"Wir Unabhängigen PersonalvertreterInnen und GewerkschafterInnen fordern daher:

1. deutliche Aufstockung der Mittel für mehr Dienstposten an allen Schulen!
2. ECHTE Gesamtschulversuche zur Evaluierung des Ergebnisses!
3. Gemeinsame universitäre Ausbildung aller PädagogInnen in Kooperation mit den Pädagogischen Hochschulen!" schließen Mayr und Wintersberger.

Rückfragen & Kontakt:

Kritische Unabhängige LehrerInneninitiative - Unabhängige GewerkschafterInnen (KULI/UG)
Wilfried Mayr, ZA-APS OÖ, M.d. GÖD-Bundesleitung 10
e-mail: tragwein@aon.at, Tel: 0676-5081498
Thomas Wintersberger, Vorsitzender kuli-UG, M.d. oö. GÖD-Landesleitung 10, e-mail: t.wintersberger@gmx.at, Tel: 0660-521500
Internet: www.kuli.net

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