- 18.01.2008, 12:21:19
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Nur starke landwirtschaftliche Betriebe können Zukunft sichern
Wien/Berlin (OTS) - Die Grüne Woche in Berlin zeigt, dass die
Zukunft einer modernen und innovativen Land- und Forstwirtschaft
gehört. Besonders nachwachsende Rohstoffe sind nicht nur eine
wichtige Einkommensquelle für Landwirte, sie sind auch ein wichtiger
Faktor für eine nachhaltige Energiepolitik. Die Land- und
Forstwirtschaft in Europa ist durch die Vielfalt an Betriebstypen und
Produkten darüber hinaus ein Garant für die Versorgung mit
hochwertigen Lebensmitteln, eine gesunde Umwelt und die Erhaltung der
Kulturlandschaft.
Insbesondere in der erweiterten Union ist eine gemeinsame
Agrarpolitik ein wesentliches Instrument für das Zusammenwachsen
Europas. Die Gemeinsame Agrarpolitik trägt dazu bei, Umweltschäden
entgegenzuwirken und darüber hinaus viele öffentliche Güter
bereitzustellen, die die Gesellschaft benötigt. "Wir begrüßen
grundsätzlich die Vorschläge der Europäischen Kommission zur
Vereinfachung und Entrümpelung der Cross-Compliance Regelung zur
Weiterentwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft", betont DI Felix
Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich. Sollten
jedoch alle vorgeschlagenen Maßnahmen im "Health Check" umgesetzt
werden, würde das viele Landwirtschaftsbetriebe schwächen. Diese
könnten ihre umfangreichen sozialen, ökologischen und
wirtschaftlichen Leistungen dann nicht mehr erbringen.
Die Vorschläge zur Milchmarktordnung bringen gravierende Probleme
für die Berglandwirtschaft. In den Berggebieten und benachteiligten
Gebieten ist eine nachhaltige Landwirtschaft wesentlich mit der
Tierhaltung und der Milchproduktion verbunden. Bei einer Abschaffung
der Milchquote sind von der Kommission flankierende Maßnahmen für
diese Gebiete bereit zu stellen.
Für produzierende Landwirte stellt die Intervention ein wichtiges
Sicherheitsnetz dar. Sie ist auch ein geeignetes Mittel zur
strategischen Vorratshaltung an Lebens- und Futtermittel - und damit
auch ein Sicherheitssystem für die europäischen Konsumenten. Bei der
momentan positiven Marktentwicklung kann die Intervention für
Getreide ausgesetzt werden und verursacht somit auch keine Kosten.
Das Instrument der Intervention soll jedoch als solches erhalten
bleiben, auch wenn es bei positiver Marktentwicklung keine Anwendung
findet.
Durch eine Kürzung der Direktzahlungen von weiteren zwei Prozent
pro Jahr in den alten Mitgliedsstaaten werden Mittel für die
Ländliche Entwicklung vor allem in die neuen Mitgliedsstaaten
verschoben. Eine seit Jahrzehnten erstmalige positive
Marktentwicklung darf nicht zu kurzsichtigen Reaktionen bei den
Direktzahlungen führen. Gerade jetzt braucht die europäische
Landwirtschaft stabile Rahmenbedingungen und Kontinuität in der
Agrarpolitik bis 2013, um die neuen Chancen auf den Märkten optimal
nutzen zu können.
Die diskutierten Abschläge von bis zu 45 Prozent bei großen,
traditionsreichen Familienbetrieben sind rein willkürlich und keine
geeignete Maßnahme, um eine wettbewerbsfähige, nachhaltige
europäische Landwirtschaft weiter zu entwickeln und finden keinerlei
Grundlage im vereinbarten Modell für eine europäische Landwirtschaft.
Das wäre ein falsches Signal für tüchtige Landwirte, die sich dem
Wettbewerb und den Herausforderungen der Zukunft stellen.
Eine Veröffentlichung der Förderungen und Direktzahlungen darf
nicht nur Name und Betrag des Empfängers beinhalten, sondern auch
die konkrete Leistung, die hinter jedem Euro steht. Die Betriebe
erbringen dafür in verschiedenen Programmen bestimmte betriebliche
Leistungen und tragen dafür auch entsprechende Kosten. Betriebliche
Einnahmen sind nie gleichzusetzen mit dem Einkommen des Landwirtes.
"Echte Transparenz also ja, aber für alle öffentlichen Gelder auch in
anderen Politikbereichen und mit der vollen Darstellung und
Anerkennung der dadurch abgegoltenen Leistungen", bekräftigt
Montecuccoli.
Die Landwirtschaft gehört zu den Hauptbetroffenen der negativen
Folgen des Klimawandels. "Die Herausforderungen des Klimawandels,
die Notwendigkeit wettbewerbsfähiger Biokraftstoffe und einer
nachhaltigen Wasserbewirtschaftung oder der Rückgang der
Artenvielfalt können nur mit zukunftsfähigen landwirtschaftlichen
Betrieben bewältigt werden. Die Europäische Kommission muss daher in
ihrem Konzept für die Überprüfung des EU-Haushaltes 2008/2009 dafür
zusätzliche Mittel vorsehen, anstatt ihre Kürzung zu diskutieren", so
Montecuccoli abschließend.
Rückfragehinweis:
Land&Forst Betriebe Österreich, Karin Seifert
Tel.: 01/533 02 27-10; mailto:[email protected]
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