• 17.01.2008, 11:00:00
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Pressekonferenz 17. Jänner 2008: Österreichs Außenwirtschaft: Rückblick und Ausblick Präsentation des Kompetenzzentrums Internationale Wirtschaft (FIW)

Wien (WIFO) - Außenwirtschaftsjahrbuch 2007 erschienen

Österreichs Außenwirtschaft entwickelte sich in den letzten Jahren
hervorragend. Die Handelsbilanz verbesserte sich deutlich. Die
vorläufigen Werte bis Oktober lassen erwarten, dass 2007 ein
Überschuss erzielt worden ist, bereits im Jahr 2006 war die
Handelsbilanz mit -0,5 Mrd. Euro fast ausgeglichen. Wesentliche
Impulse gingen vom EU-Beitritt Österreichs und der Ostintegration
aus. Im Jahr 2006 überstiegen sowohl die Exporte als auch die Importe
erstmals die 100-Mrd.-Euro-Marke. Gemäß den vorläufigen Werten der
Außenhandelsstatistik übertrafen die Exporte von Jänner bis Oktober
2007 das Vorjahresniveau um 9,6%. Auch 2007 dürfte der Export ein
bedeutender Motor der heimischen Wirtschaft gewesen sein. Trotz der
guten Gesamtentwicklung ist weiterhin die zu geringe Spezialisierung
auf technologieintensive Exporte eine Schwachstelle des
österreichischen Außenhandels. Allerdings ist hier eine Trendwende zu
erkennen.

Das vor kurzem publizierte Buch "Österreichs Außenwirtschaft 2007"
berichtet ausführlich über die Entwicklung der globalen und der
österreichischen Außenwirtschaft und nimmt dabei einen umfassenden
Standpunkt ein. So werden die drei Bereiche der Außenwirtschaft -
Warenhandel, Handel mit Dienstleistungen und ausländische
Direktinvestitionen - sowohl einzeln detailliert als auch in ihren
Zusammenhängen untereinander analysiert. Darüber hinaus widmet sich
das Buch aktuellen Fragen zur Integration der Weltwirtschaft - wie z.
B. Handel und Entwicklung -, zum aktuellen Stand und zu den
Aussichten für die Doha-Runde der multilateralen
Freihandelsverhandlungen sowie zur Energieabhängigkeit Europas. Eine
umfangreiche Übersicht über die für Österreich relevante
wissenschaftliche Literatur mit Quellenverzeichnis (einschließlich
aktueller Internetlinks zu den einzelnen Veröffentlichungen) rundet
die Publikation ab.

Mit Exporten von 12.000 Mrd. $ im Jahr 2006 war der Welthandel mit
Waren nach wie vor ein wichtiger Teil der globalen Wirtschaftströme.
Das Niveau der weltweiten Dienstleistungsexporte lag im selben Jahr
bei 2.800 Mrd. $. Berücksichtigt man zusätzlich, dass rund 60% der
weltweiten Direktinvestitionen - deren Gesamtvolumen im Jahr 2006 auf
ebenfalls rund 12.000 Mrd. $ stieg - im Dienstleistungssektor
getätigt werden, so erhöht sich der Anteil der Dienstleistungen an
den globalen Wirtschaftsverflechtungen von 20% im traditionellen
Handel auf knapp unter 40% an der gesamten wirtschaftlichen
Integration.

Abbildung: Entwicklung verschiedener Außenhandelsquoten für
Österreich - auf der WIFO-Website
(http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?&fid=12)

Ebenso wurde der Internationalisierungsschub der österreichischen
Außenwirtschaft nicht nur vom Warenaußenhandel, sondern auch von
einer deutlichen Intensivierung der Direktinvestitionstätigkeit
getragen. Einerseits stiegen die in Österreich getätigten
Direktinvestitionsbestände von ausländischen Unternehmen in den
letzten Jahren beträchtlich (auf 55 Mrd. Euro im Jahr 2005),
andererseits tätigten österreichische Unternehmen ihrerseits in oft
erheblichem Ausmaß Investitionen im Ausland. Teilweise betraf dies
Tochterunternehmen ausländischer multinationaler Unternehmen, welche
Österreich als Standort für ein regionales Headquarter gewählt haben,
insbesondere um Märkte in Osteuropa zu bedienen. Hatte die
Direktinvestitionsquote gemessen an den aktiven Beständen im Jahr
1990 erst 2,9% betragen, so stieg sie auf 24% im Jahr 2006. Trotz
dieser günstigen Entwicklung und des Aufholprozesses liegt die
Direktinvestitionsquote Österreichs jedoch weiterhin deutlich unter
dem Durchschnitt der EU 25.

Für den Welthandel brachte das Jahr 2006 erneut Rekordzuwächse.
Mit einer realen Steigerung um 8% im Jahr 2006 war der traditionelle
Handel mit Waren maßgebend für diese ungewöhnlich starke Dynamik.
Hier überwiegen zunehmend wieder traditionelle Exportgüter wie
Maschinen und Transportmittel. Dies ist zu einem großen Teil auf die
zunehmende wirtschaftliche Integration und die starke Expansion von
Schwellenländern, vor allem China, zurückzuführen. Diese Veränderung
der globalen Nachfragestruktur hin zu traditionellen Gütern der "Old
Economy" kommt Österreich dank seinem Exportmuster zugute. Im Detail
zeigt die Handelsverflechtung jedoch deutlich ein gewisses
"Upgrading" der Importe aus China: Der Anteil an Halbfertigwaren an
den EU-Importen aus China steigt, und die EU-Importe an
High-Tech-Gütern sowie Computern und Büromaschinen aus China
entwickeln sich sehr dynamisch. Dies verstärkt den Wettbewerbsdruck
auf traditionelle exportorientierte Industrieländer - wie auch
Österreich.

Im Gegensatz zum Güterhandel ist der weltweite Handel mit
Dienstleistungen nach wie vor relativ stark auf Europa und die USA
konzentriert, dynamische Schwellenländer wie China spielen hier noch
kaum eine Rolle. Vor allem aus dem Dienstleistungshandel ist jedoch
für die nähere Zukunft ein hohes Potential für die europäische und
auch die österreichische Wirtschaft zu erwarten.

Vorstellung des Kompetenzzentrums
"Forschungsschwerpunkt Internationale Wirtschaft" (FIW), Herausgeber
des Jahrbuchs "Österreichs Außenwirtschaft 2007"

Das Kompetenzzentrum FIW soll eine geeignete Infrastruktur für
eine Forschungsplattform zu außenwirtschaftsrelevanten
Themenbereichen schaffen und somit die Entwicklung von
außenwirtschaftspolitischem Know-how in Österreich aufbauen und
fördern. FIW ist eine Kooperation des Österreichischen Instituts für
Wirtschaftsforschung, des Wiener Instituts für Internationale
Wirtschaftsvergleiche und des Wirtschafts- und
Sozialwissenschaftlichen Rechenzentrums und wurde Ende 2006 durch das
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit im Rahmen der
Internationalisierungsoffensive "go international" ins Leben gerufen.
Das Kompetenzzentrum FIW soll sowohl für die Wissenschaftsgemeinde
Österreichs als auch für die österreichische Außenwirtschaftspolitik
auf Regierungsebene und für die Sozialpartner ein wichtiges
Informationsportal sein, welches das Wissen bestehender
Forschungseinrichtungen bündelt, erweitert und der Öffentlichkeit in
anwenderfreundlicher Weise zur Verfügung stellt.

Die zweisprachige FIW-Homepage www.fiw.ac.at dient dem
Kompetenzzentrum als Präsentations-, Kommunikations- und
Datenplattform und ist somit ein wesentliches Instrument zur
Vernetzung der Scientific Community. Über das FIW-Datenportal auf der
FIW-Homepage kann auf eine Vielzahl von internationalen und
nationalen Außenhandelsdaten kostenlos zugegriffen werden. Das FIW
stellt einem geförderten Nutzerkreis, bestehend aus
Universitätsangehörigen, Interessensvertretungen, Ministerien und
Wirtschaftsforschungsinstituten, einen vertieften Zugang zu den
Datenbanken zur Verfügung. Besonders Studierende können so einen
einfachen und übersichtlichen Zugang zu Außenhandelsdaten erhalten.
Das vom FIW entwickelte Datenabfragetool, das den kombinierten und
strukturierten Zugriff auf verschiedenartige Datenbanken (national,
international) ermöglicht, ist ebenfalls über die FIW-Homepage
zugänglich.

Die FIW-Homepage bündelt Information zum Thema "International
Economics" durch eine laufend aktualisierte Literaturliste (nach
Themengebieten geordnet) und eine Liste heimischer Expertinnen und
Experten und deren Forschungsbereiche. Ein besonderes Service ist das
Monitoring von nationalen und internationalen Online-Medien nach
relevanten tagespolitischen Veröffentlichungen zum Thema Außenhandel,
die unter "Aktuelle Meldungen" bzw. im Archiv der Homepage abgerufen
werden können. Weiters werden alle Veranstaltungen, die im Rahmen des
FIW stattfinden (Workshops, Forschungskonferenz) sowie externe
Veranstaltungen mit Außenhandelsbezug über die Homepage angekündigt.
Die FIW-Working-Paper-Reihe, die Online-Publikation des
Kompetenzzentrums, sowie das Jahrbuch "Österreichs Außenwirtschaft
2007" stehen auf der FIW-Homepage zum freien Download zur Verfügung.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der FIW-Homepage
www.fiw.ac.at sowie dem Jahrbuch "Österreichs Außenwirtschaft 2007"
unter http://www.fiw.ac.at/index.php?id=45.

Rückfragehinweis:

FIW Projektleitung
   Univ.-Prof. Dr. Fritz Breuss, [email protected], Tel. 798 26 01/220
   Univ.-Prof. Dr. Michael Landesmann, [email protected], Tel. 533 66 10/10
   
   Projektkoordination Außenwirtschaftsjahrbuch "Österreichs Außenwirtschaft 2007"
   Mag. Susanne Sieber, [email protected], Tel. 798 26 01/223
   Dr. Julia Wörz, [email protected], Tel. 533 66 10/24

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